Der Afrikanische Ochsenfrosch ist einer der größten Frösche Afrikas und kann über 1 kg wiegen. Männchen sind deutlich größer als Weibchen und verteidigen aggressiv ihre Reviere und Kaulquappen. In der Trockenzeit gräbt er sich tief in den Boden ein und überdauert monatelang in einem Kokon aus gehärteter Haut.
| Wissenschaftlicher Name | Pyxicephalus adspersus |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Pyxicephalidae |
| Gattung | Pyxicephalus |
| Größe | 12–24 cm (Männchen deutlich größer als Weibchen) |
| Gewicht | 500–1.400 g |
| Lebenserwartung | 20–40 Jahre |
| Verbreitung | Subsahara-Afrika (Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Tansania) |
| Lebensraum | Savannen, Grasland, saisonale Feuchtgebiete |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Afrikanische Ochsenfrosch gehört zu den massigsten Froscharten der Welt. Männchen erreichen eine Körperlänge von 18–24 cm und ein Gewicht von bis zu 1,4 kg, während Weibchen mit 10–12 cm deutlich kleiner bleiben. Der Körperbau ist kräftig und gedrungen mit einem breiten Kopf und einem riesigen Maul. Die Oberseite ist olivgrün bis dunkelgrün gefärbt mit erhabenen Hautleisten, die dem Frosch ein geripptes Aussehen verleihen.
Die Unterseite ist gelblich-weiß bis cremefarben. Besonders auffällig sind die kräftigen Hinterbeine und die zahnartigen Strukturen im Unterkiefer (Odontoidfortsätze), mit denen der Frosch zubeißen kann. Die Augen sind groß und nach oben gerichtet. Jungtiere sind leuchtend grün gefärbt und dunkeln mit zunehmendem Alter nach.
Verbreitung & Lebensraum
Der Afrikanische Ochsenfrosch ist in weiten Teilen des subsaharischen Afrikas verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südafrika über Namibia, Botswana und Simbabwe bis nach Tansania und Kenia. Er bevorzugt offene Savannen, Grasland und halbtrockene Gebiete mit saisonalen Regenfällen.
Während der Regenzeit sammelt er sich an temporären Gewässern, Überschwemmungsflächen und flachen Tümpeln. In der Trockenzeit gräbt er sich bis zu 30 cm tief in den Boden ein und bildet einen Kokon aus mehreren Schichten abgestorbener Haut, der ihn vor Austrocknung schützt. In diesem Zustand kann er bis zu zwei Jahre überdauern.
Lebensweise & Verhalten
Der Afrikanische Ochsenfrosch ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil des Jahres eingegraben im Boden. Mit Beginn der Regenzeit gräbt er sich aus und wandert zu den Laichgewässern. Männchen sind äußerst territorial und aggressiv – sie verteidigen ihre Reviere gegen Rivalen mit lautstarken Rufen und Beißattacken.
Besonders bemerkenswert ist das Brutpflegeverhalten der Männchen: Sie bewachen die Kaulquappen und graben bei Bedarf Kanäle, um austrocknende Tümpel mit größeren Wasserstellen zu verbinden. Der Frosch ist ein opportunistischer Jäger und packt alles, was in sein Maul passt. Bei Bedrohung kann er sich aufblasen und schmerzhafte Bisse verteilen.
Ernährung
Der Afrikanische Ochsenfrosch ist ein gefräßiger Räuber mit einem extrem breiten Beutespektrum. Er frisst Insekten, Schnecken, kleine Nagetiere, Vögel, Eidechsen, Schlangen und sogar andere Frösche – einschließlich Artgenossen. Die zahnartigen Strukturen im Kiefer ermöglichen es ihm, auch größere und wehrhafte Beute festzuhalten.
In der Terrarienhaltung kannst du ihn mit Grillen, Heuschrecken, Regenwürmern und gelegentlich mit Mäusen füttern. Jungtiere ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Eine Überfütterung solltest du unbedingt vermeiden, da Ochsenfrösche in Gefangenschaft zu Verfettung neigen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Männchen versammeln sich an temporären Gewässern und rufen lautstark, um Weibchen anzulocken. Der Ruf ist ein tiefes, dröhnendes Brummen. Dominante Männchen verteidigen die besten Laichplätze gegen kleinere Rivalen und können dabei sogar tödliche Verletzungen zufügen.
Das Weibchen legt bis zu 4.000 Eier in flachem Wasser ab, die vom Männchen äußerlich befruchtet werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa zwei Tagen und entwickeln sich bei warmen Temperaturen innerhalb von drei bis vier Wochen zu kleinen Fröschen. Das Männchen bleibt während der gesamten Kaulquappenentwicklung am Gewässer und bewacht seinen Nachwuchs aktiv vor Fressfeinden.
Haltung im Terrarium
Für die Haltung eines einzelnen Ochsenfroschs benötigst du ein Terrarium von mindestens 100 × 50 × 50 cm mit einem tiefen, grabfähigen Substrat aus Kokoshumus oder lehmiger Erde (mindestens 15 cm tief). Ein großes, stabiles Wasserbecken, das dem Frosch ein vollständiges Eintauchen ermöglicht, ist unerlässlich. Die Temperatur sollte tagsüber bei 25–30 °C liegen, nachts bei 20–22 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte 50–70 % betragen und kann durch regelmäßiges Sprühen aufrechterhalten werden. Männchen müssen einzeln gehalten werden, da sie extrem aggressiv gegenüber Artgenossen sind. Vorsicht beim Hantieren: Ochsenfrösche beißen kräftig zu und lassen nicht leicht los. Die Art ist in Europa als Nachzucht im Fachhandel erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Afrikanische Ochsenfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Populationen sind insgesamt stabil, lokal gehen die Bestände jedoch durch Lebensraumverlust, Urbanisierung und Straßenbau zurück. In einigen Regionen wird er als Nahrungsmittel gesammelt.
In Südafrika ist die Art in bestimmten Provinzen geschützt. Der Verlust temporärer Feuchtgebiete durch Entwässerung und Bebauung stellt die größte Bedrohung dar. Naturschutzbemühungen konzentrieren sich auf den Erhalt saisonaler Überschwemmungsgebiete und die Reduzierung von Habitatfragmentierung.
Quellen
- AmphibiaWeb: Pyxicephalus adspersus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Pyxicephalus adspersus – iucnredlist.org
- Channing, A. (2001): Amphibians of Central and Southern Africa. Cornell University Press.
- du Preez, L. & Carruthers, V. (2009): A Complete Guide to the Frogs of Southern Africa. Struik Nature.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
