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Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi)

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Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi)

Bildquelle: Toxotes Hun-Gabor Horvath / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein friedlicher, farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Westafrika. Mit seinen schillernden blauen und roten Tupfen und seinem interessanten Brutpflegeverhalten ist er ein idealer Bewohner für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein friedlicher, farbenprächtiger Zwergbuntbarsch aus Westafrika. Mit seinen schillernden blauen und roten Tupfen und seinem interessanten Brutpflegeverhalten ist er ein idealer Bewohner für bepflanzte Gesellschaftsaquarien.

Steckbrief: Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsch (Anomalochromis thomasi)
Wissenschaftlicher NameAnomalochromis thomasi
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungAnomalochromis
Größe5–7 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungWestafrika (Sierra Leone, Liberia, Guinea)
LebensraumKleine Waldbäche, Flussläufe im tropischen Regenwald
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte2–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 5–7 cm und gehört damit zu den kleineren Buntbarscharten. Die Grundfärbung ist olivgrün bis graubraun mit mehreren dunklen Querstreifen, die je nach Stimmung des Tieres stärker oder schwächer hervortreten. Der gesamte Körper und die Flossen sind mit leuchtend blauen bis türkisen Glanzpunkten übersät, die im Licht schillern.

Während der Balz und Brutpflege intensiviert sich die Färbung deutlich: Die Männchen zeigen dann kräftige Rot- und Orangetöne in den Flossen, während die Bauchpartie der Weibchen rötlich bis violett aufleuchtet. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich mit blauen Glanzpunkten. Männchen werden etwas größer als Weibchen und haben leicht ausgezogene Rücken- und Afterflossen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch stammt aus Westafrika, wo er in Sierra Leone, Liberia und dem südlichen Guinea vorkommt. Er bewohnt kleine, schattige Waldbäche und Nebenflüsse im tropischen Regenwald, die oft von dichter Vegetation überschattet werden.

In seinem natürlichen Lebensraum findest du ihn in langsam fließenden bis stehenden Bereichen mit weichem, leicht saurem Wasser und sandigem bis schlammigem Bodengrund. Falllaub, Wurzeln und umgestürzte Bäume bieten Verstecke und Reviermarkierungen. Das Wasser ist durch Huminstoffe oft bräunlich gefärbt (Schwarzwasser) und arm an gelösten Mineralien.

Lebensweise & Verhalten

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein vergleichsweise friedlicher Buntbarsch, der sich gut für Gesellschaftsaquarien eignet. Er bildet Reviere, verteidigt diese aber weniger aggressiv als viele andere Buntbarscharten. Nur während der Brutpflege können die Elterntiere andere Fische energisch vertreiben.

Die Tiere sind tagaktiv und erkunden neugierig ihr Revier. Besonders faszinierend ist das ausgeprägte Sozialverhalten: Paare zeigen eine starke Bindung und kommunizieren über Farbwechsel und Körpersprache miteinander. Bei Stress oder Angst können die Querstreifen innerhalb von Sekunden erscheinen oder verblassen. Im Aquarium zeigen sie sich nach einer Eingewöhnungsphase zunehmend selbstbewusst und zutraulich.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern und organischen Partikeln, die er im Substrat und zwischen Falllaub findet. Er ist ein typischer Mikropredator, der seine Umgebung systematisch nach Nahrung absucht.

Im Aquarium nimmt er eine breite Palette an Futterarten an. Feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, weiße und schwarze Mückenlarven sowie Cyclops werden bevorzugt. Hochwertiges Granulat und Flockenfutter werden ebenfalls gerne gefressen. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbentwicklung und das Wohlbefinden der Tiere.

Fortpflanzung

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein Offenbrüter und Substratlaicher. Ein harmonierendes Paar reinigt gemeinsam einen flachen Stein, ein Blatt oder eine Wurzel als Laichsubstrat. Das Weibchen legt dort 100–200 Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Beide Elternteile bewachen das Gelege intensiv und befächeln die Eier mit den Brustflossen.

Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Mulden im Sand umgebettet. Nach dem Freischwimmen (nach weiteren 4–5 Tagen) führen beide Eltern die Jungfische durch das Revier und beschützen sie vor anderen Fischen. Die Aufzucht gelingt gut mit Artemia-Nauplien und feinstem Staubfutter. Die elterliche Fürsorge ist beeindruckend und ein faszinierendes Schauspiel im Aquarium.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar Afrikanischer Schmetterlingsbuntbarsche eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern. Die Einrichtung sollte dicht bepflanzt sein und zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinen und Laub bieten. Ein sandiger Bodengrund wird bevorzugt, da die Tiere gelegentlich darin gründeln. Getrocknetes Falllaub (z. B. Eichen- oder Seemandelbaumblätter) auf dem Bodengrund simuliert den natürlichen Lebensraum und gibt Huminstoffe ans Wasser ab.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Weiches bis mittelhartes Wasser wird bevorzugt. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Salmlern, Bärblingen, kleinen Welsen und anderen ruhigen Arten gelingt in der Regel problemlos. Vermeide die Vergesellschaftung mit anderen bodenbewohnenden Buntbarschen, um Revierkonflikte zu minimieren.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Afrikanische Schmetterlingsbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sein Verbreitungsgebiet in Westafrika ist zwar nicht sehr groß, aber die Art kommt in verschiedenen Gewässertypen vor und ist lokal häufig.

Die größte Bedrohung für die Wildpopulationen stellt die Abholzung des tropischen Regenwaldes dar, die zur Verschlammung und Erwärmung der Waldbäche führt. In der Aquaristik sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich, wobei Nachzuchten die nachhaltigere Wahl darstellen.

Quellen

  1. FishBase: Anomalochromis thomasifishbase.se
  2. IUCN Red List: Anomalochromis thomasiiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Anomalochromis thomasiseriouslyfish.com
  4. Linke, H. & Staeck, W. (2002): Afrikanische Cichliden I – Buntbarsche aus Westafrika. Tetra Verlag.

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