Frösche

Amazonas-Laubfrosch (Phyllomedusa tomopterna)

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Amazonas-Laubfrosch (Phyllomedusa tomopterna)

Bildquelle: Patrick K. Campbell / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Amazonas-Laubfrosch ist ein nachtaktiver Baumfrosch aus dem tropischen Südamerika. Er fällt durch seine leuchtend grüne Oberseite, die gestreiften Flanken und seine langsame, bedächtige Fortbewegung auf. Wie alle Makifrösche bewegt er sich eher kletternd als springend durch das Geäst.

Der Amazonas-Laubfrosch ist ein nachtaktiver Baumfrosch aus dem tropischen Südamerika. Er fällt durch seine leuchtend grüne Oberseite, die gestreiften Flanken und seine langsame, bedächtige Fortbewegung auf. Wie alle Makifrösche bewegt er sich eher kletternd als springend durch das Geäst.

Steckbrief: Amazonas-Laubfrosch (Phyllomedusa tomopterna)
Wissenschaftlicher NamePhyllomedusa tomopterna
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieLaubfrösche (Phyllomedusidae)
GattungPhyllomedusa
Größe4–6 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungAmazonasbecken (Brasilien, Kolumbien, Peru, Ecuador, Venezuela, Guyana)
LebensraumTropischer Regenwald, Bäume und Sträucher nahe Gewässern
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Amazonas-Laubfrosch erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt den typischen schlanken Körperbau der Makifrösche. Die Oberseite ist leuchtend grün, die Flanken zeigen ein auffälliges Muster aus weißen und schwarzen Querstreifen (daher der englische Name „Barred Monkey Frog"). Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.

Die Augen sind groß mit vertikalen Pupillen und silbrig-grauer Iris mit feiner Netzzeichnung. Die Finger und Zehen tragen große Haftscheiben und sind teilweise mit Schwimmhäuten verbunden. Anders als andere Laubfrösche bewegen sich Makifrösche nicht springend, sondern klettern langsam und bedächtig durch das Geäst – ähnlich einem Chamäleon.

Verbreitung & Lebensraum

Der Amazonas-Laubfrosch ist im gesamten Amazonasbecken verbreitet, von Kolumbien und Venezuela im Norden über Ecuador und Peru bis nach Brasilien und in die Guyanas. Er bewohnt primäre und sekundäre tropische Regenwälder in Tieflandgebieten.

Tagsüber ruht er auf Blättern und Ästen in Bäumen und Sträuchern, typischerweise in Gewässernähe. Er bevorzugt Vegetation über oder nahe stehenden oder langsam fließenden Gewässern, da dort die Fortpflanzung stattfindet. In seinem Lebensraum herrschen ganzjährig hohe Temperaturen (24–30 °C) und eine Luftfeuchtigkeit von über 80 %.

Lebensweise & Verhalten

Der Amazonas-Laubfrosch ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag reglos auf Blättern sitzend. Dabei faltet er seine Beine eng an den Körper und verschließt die Augen, um die Verdunstung zu minimieren. Wie andere Phyllomedusa-Arten sondert er ein wachsartiges Hautsekret ab, das er mit den Hinterbeinen über den gesamten Körper verteilt – ein einzigartiger Verdunstungsschutz unter Fröschen.

Nachts klettert er bedächtig durch das Geäst auf der Suche nach Beute. Seine Fortbewegung ist langsam und greifend, wobei er Äste und Blätter mit den Haftscheiben seiner Finger umfasst. Bei Störung bleibt er meist reglos sitzen und verlässt sich auf seine Tarnung.

Ernährung

Der Amazonas-Laubfrosch ernährt sich von kleinen Insekten und Gliedertieren, die er nachts im Geäst erbeutet. Zur Hauptnahrung gehören Grillen, kleine Käfer, Fliegen, Motten und Spinnen. Die Beute wird mit einem schnellen Zungenschlag gefangen.

In der Terrarienhaltung fütterst du ihn mit kleinen Grillen, Fruchtfliegen (Drosophila), Wachsmottenlarven und kleinen Heimchen. Die Futtertiere solltest du regelmäßig mit Kalzium- und Vitaminpräparaten bestäuben. Füttere 3–4 Mal pro Woche in angemessenen Mengen.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit an Gewässern statt. Die Männchen rufen von Ästen über dem Wasser, um Weibchen anzulocken. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier auf ein Blatt, das über dem Wasser hängt. Das Blatt wird zu einer Tasche gefaltet, in der sich die Eier entwickeln.

Nach dem Schlüpfen fallen die Kaulquappen ins Wasser darunter und entwickeln sich dort über mehrere Wochen zu kleinen Fröschen. Die Gelege umfassen etwa 100–200 Eier. Die Entwicklung der Kaulquappen dauert je nach Temperatur 4–8 Wochen bis zur Metamorphose.

Haltung im Terrarium

Für die Haltung eines Paares oder einer kleinen Gruppe benötigst du ein hohes Regenwaldterrarium von mindestens 50 × 50 × 80 cm (L × B × H). Die Einrichtung sollte viele Kletteräste, Blätter und Pflanzen enthalten. Ein Wasserteil am Boden ist für die Fortpflanzung wichtig. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts kann sie auf 20–22 °C absinken.

Die Luftfeuchtigkeit muss konstant bei 70–90 % gehalten werden, was durch regelmäßiges Sprühen oder eine Beregnungsanlage erreicht wird. Eine schwache Beleuchtung genügt, da die Art nachtaktiv ist. Vermeide starke Strömung im Wasserteil. Phyllomedusa-Arten sind empfindlicher als viele andere Laubfrösche und eignen sich eher für erfahrene Halter.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Amazonas-Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem großen Verbreitungsgebiet häufig und kommt auch in gestörten Lebensräumen vor. Die Hauptbedrohung ist die fortschreitende Abholzung des Regenwaldes im Amazonasbecken.

Wie viele tropische Froscharten wird er gelegentlich für den internationalen Tierhandel gesammelt. Nachhaltige Nachzuchtprogramme in der Terraristik helfen, den Druck auf Wildpopulationen zu reduzieren.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Phyllomedusa tomopternaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Phyllomedusa tomopternaiucnredlist.org
  3. Duellman, W. E. (2001): The Hylid Frogs of Middle America. Society for the Study of Amphibians and Reptiles.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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