Frösche

Amerikanischer Bullfrosch (Lithobates catesbeianus)

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Amerikanischer Bullfrosch (Lithobates catesbeianus)

Bildquelle: yhelfman / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Amerikanische Bullfrosch ist der größte Frosch Nordamerikas und einer der größten Frösche der Welt. Sein tiefer, dröhnender Ruf ist unverwechselbar und über große Entfernungen hörbar. Als invasive Art verursacht er in Europa und anderen Regionen erhebliche ökologische Schäden, indem er einheimische Amphibien verdrängt und frisst.

Der Amerikanische Bullfrosch ist der größte Frosch Nordamerikas und einer der größten Frösche der Welt. Sein tiefer, dröhnender Ruf ist unverwechselbar und über große Entfernungen hörbar. Als invasive Art verursacht er in Europa und anderen Regionen erhebliche ökologische Schäden, indem er einheimische Amphibien verdrängt und frisst.

Steckbrief: Amerikanischer Bullfrosch (Lithobates catesbeianus)
Wissenschaftlicher NameLithobates catesbeianus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieEchte Frösche (Ranidae)
GattungLithobates
Größe10–20 cm
Gewicht300–800 g
Lebenserwartung7–10 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (invasiv weltweit)
LebensraumSeen, Teiche, Sümpfe, Flussauen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN (als invasive Art in Europa problematisch)

Beschreibung & Aussehen

Der Amerikanische Bullfrosch ist ein imposanter Frosch mit einer Körperlänge von 10–20 cm und einem Gewicht von bis zu 800 g. Die Oberseite ist grün bis olivgrün, oft mit dunkleren Flecken und Marmorierungen. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich, bei Männchen kann die Kehle gelb gefärbt sein.

Besonders auffällig ist das große, kreisrunde Trommelfell (Tympanum) hinter dem Auge, das bei Männchen deutlich größer ist als das Auge selbst. Die Hinterbeine sind sehr kräftig und lang – ausgestreckt können sie die doppelte Körperlänge erreichen. Anders als bei vielen nordamerikanischen Fröschen fehlen dem Bullfrosch die dorsalen Rückenfalten. Die Schwimmhäute an den Hinterfüßen sind vollständig ausgebildet.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich ist der Amerikanische Bullfrosch im östlichen Nordamerika beheimatet, von den Großen Seen im Norden bis nach Florida und Texas im Süden. Er wurde im westlichen Nordamerika, in Europa (Frankreich, Italien, Griechenland, Belgien), Südamerika und Ostasien eingeführt, wo er als invasive Art gilt.

Der Bullfrosch bevorzugt große, permanente Stillgewässer wie Seen, Teiche, Sümpfe und langsam fließende Flüsse mit dichter Ufervegetation. Er ist stark an Wasser gebunden und verlässt sein Gewässer selten. In Europa stellt er eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Amphibienarten dar und steht auf der Liste der 100 schlimmsten invasiven Arten der Welt.

Lebensweise & Verhalten

Der Amerikanische Bullfrosch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv. Er verbringt viel Zeit im Wasser oder am Gewässerrand sitzend, bereit, nach Beute zu schnappen. Männchen sind territorial und verteidigen Uferbereiche mit ihrem charakteristischen, tiefen Ruf, der wie „jug-o-rum" klingt und über 1 km weit hörbar ist.

In kälteren Regionen hält der Bullfrosch eine Winterruhe am Gewässergrund, vergraben im Schlamm. In wärmeren Gebieten ist er ganzjährig aktiv. Er ist ein exzellenter Schwimmer und kann weite Sprünge von über 2 Metern machen. Als Kulturfolger profitiert er von angelegten Teichen und Stauseen.

Ernährung

Der Amerikanische Bullfrosch ist ein extrem gefräßiger Generalist. Er frisst praktisch alles, was in sein großes Maul passt: Insekten, Würmer, Schnecken, Krebse, Fische, andere Frösche (einschließlich der eigenen Art), Schlangen, kleine Schildkröten, Küken und sogar kleine Säugetiere wie Mäuse. Damit ist er einer der vielseitigsten Räuber unter den Fröschen.

Diese Gefräßigkeit ist ein Hauptgrund für seinen Erfolg als invasive Art – in eingeführten Gebieten dezimiert er einheimische Amphibienpopulationen drastisch. Die Beute wird durch einen schnellen Sprung und Zungenschlag oder durch direktes Zupacken mit dem breiten Maul erbeutet.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich in Nordamerika von Mai bis Juli. Männchen besetzen Uferbereiche und rufen intensiv, um Weibchen anzulocken und Rivalen abzuschrecken. Die Rufchöre können in der Nähe größerer Gewässer ohrenbetäubend laut sein.

Das Weibchen legt bis zu 20.000 Eier in einem großen, flächigen Laichballen an der Wasseroberfläche ab. Die Kaulquappen schlüpfen nach wenigen Tagen und können eine beachtliche Größe von bis zu 15 cm erreichen, bevor sie sich nach 1–3 Jahren zu Fröschen umwandeln. In wärmeren Gebieten verläuft die Metamorphose schneller (ca. 1 Jahr), in kälteren kann sie bis zu 3 Jahre dauern.

Haltung im Terrarium

Die Haltung des Amerikanischen Bullfroschs im Terrarium ist aufgrund seiner Größe und seines enormen Appetits nur für erfahrene Halter empfehlenswert. Du benötigst ein großes Aquaterrarium von mindestens 150 × 60 × 60 cm mit einem tiefen Wasserteil und einem Landteil. Die Wassertemperatur sollte 20–26 °C betragen.

Wichtig: In der Europäischen Union ist die Haltung, Zucht und der Handel mit dem Amerikanischen Bullfrosch seit 2016 durch die EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten verboten. Die Art darf in Europa weder gehalten noch gehandelt werden. Bestehende Haltungen vor dem Inkrafttreten der Verordnung dürfen fortgeführt werden, aber eine Vermehrung und Weitergabe ist untersagt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Amerikanische Bullfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft – er gehört weltweit zu den häufigsten Froscharten. Allerdings ist er als invasive Art in vielen Regionen außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets ein massives Problem. Er verdrängt einheimische Amphibien durch direkte Prädation und Konkurrenz und kann den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) übertragen, ohne selbst stark zu erkranken.

In Europa werden in betroffenen Gebieten (v. a. Frankreich, Italien) Bekämpfungsprogramme durchgeführt. Die EU-Verordnung über invasive Arten verbietet Einfuhr, Haltung, Zucht und Freisetzung. Die Erfahrungen zeigen, dass eine Eradikation etablierter Populationen äußerst schwierig und kostspielig ist.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Lithobates catesbeianusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Lithobates catesbeianusiucnredlist.org
  3. Lowe, S. et al. (2000): 100 of the World's Worst Invasive Alien Species. IUCN/SSC Invasive Species Specialist Group.
  4. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  5. EU-Verordnung Nr. 1143/2014 über invasive gebietsfremde Arten – eur-lex.europa.eu

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