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Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei)

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Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei)

Bildquelle: Jay Ondreicka / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Antillen-Pfeiffrosch ist ein winziger Frosch von den Kleinen Antillen, der für seinen durchdringenden, pfeifenden Ruf bekannt ist. Er zeichnet sich durch eine direkte Entwicklung ohne Kaulquappenstadium aus – die Jungtiere schlüpfen als fertige Miniatur-Frösche aus den Eiern. Als invasive Art hat er sich in viele tropische Regionen ausgebreitet.

Der Antillen-Pfeiffrosch ist ein winziger Frosch von den Kleinen Antillen, der für seinen durchdringenden, pfeifenden Ruf bekannt ist. Er zeichnet sich durch eine direkte Entwicklung ohne Kaulquappenstadium aus – die Jungtiere schlüpfen als fertige Miniatur-Frösche aus den Eiern. Als invasive Art hat er sich in viele tropische Regionen ausgebreitet.

Steckbrief: Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei)
Wissenschaftlicher NameEleutherodactylus johnstonei
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamiliePfeiffrösche (Eleutherodactylidae)
GattungEleutherodactylus
Größe1,7–3,5 cm
Gewicht1–3 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungKaribik (Kleine Antillen), eingeschleppt in Mittelamerika, Südamerika, Bermuda
LebensraumWälder, Gärten, Plantagen, Siedlungen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Antillen-Pfeiffrosch ist mit einer Körperlänge von nur 1,7–3,5 cm einer der kleinsten Frösche der Karibik. Die Färbung ist variabel und reicht von graubraun über beige bis rötlichbraun, oft mit einem hellen Rückenstreifen und dunkleren Seitenflecken. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich.

Die Haut ist relativ glatt mit feinen Tuberkeln. Die Finger und Zehen tragen kleine Haftscheiben, die das Klettern ermöglichen. Die Augen sind groß und vorstehend, typisch für nachtaktive Arten. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und besitzen eine auffällige Kehlschallblase, die beim Rufen aufgebläht wird.

Verbreitung & Lebensraum

Ursprünglich stammt der Antillen-Pfeiffrosch von den Kleinen Antillen (Barbados, Martinique, Guadeloupe und andere Inseln). Er wurde jedoch durch den Menschen in viele tropische und subtropische Regionen verschleppt, darunter Teile Mittelamerikas, Venezuelas, Kolumbiens, Brasiliens und Bermudas.

Die Art ist extrem anpassungsfähig und besiedelt sowohl natürliche Wälder als auch Plantagen, Gärten, Parks und städtische Gebiete. Sie benötigt keine Gewässer für die Fortpflanzung und kann daher auch trockene Lebensräume besiedeln. In eingeführten Gebieten kann sie schnell hohe Populationsdichten erreichen.

Lebensweise & Verhalten

Der Antillen-Pfeiffrosch ist streng nachtaktiv und versteckt sich tagsüber unter Steinen, Blättern, Rinde und in Ritzen. Nachts klettert er in niedrige Vegetation und auf Gebäudestrukturen, um nach Insekten zu jagen. Sein Name leitet sich von seinem durchdringenden, pfeifenden Ruf ab, den die Männchen in hoher Frequenz wiederholen.

In dicht besiedelten Gebieten können große Ansammlungen rufender Männchen einen erheblichen Lärmpegel erzeugen, der für Anwohner störend sein kann. Dies ist einer der Gründe, warum die Art in einigen Einführungsgebieten als problematisch gilt. Die Tiere sind jedoch völlig harmlos und spielen eine wichtige Rolle bei der Insektenbekämpfung.

Ernährung

Der Antillen-Pfeiffrosch ernährt sich von winzigen Insekten und Gliedertieren, die er nachts in der Vegetation und auf dem Boden erbeutet. Zur Beute gehören Ameisen, Milben, Springschwänze, kleine Käfer und Fliegen. Aufgrund seiner geringen Größe ist er auf sehr kleine Beutetiere angewiesen.

In der Terrarienhaltung eignen sich Springschwänze, Fruchtfliegen und kleine tropische Asseln als Hauptfutter. Die winzigen Futtertiere solltest du regelmäßig mit Vitamin- und Kalziumpräparaten bestäuben.

Fortpflanzung

Die bemerkenswerteste Eigenschaft des Antillen-Pfeiffroschs ist seine direkte Entwicklung: Es gibt kein Kaulquappenstadium. Die Weibchen legen kleine Gelege von 5–25 Eiern in feuchte Verstecke an Land – unter Steinen, in Blattachseln oder in Rindenritzen. Die Eier werden vom Männchen bewacht.

Die gesamte Entwicklung findet innerhalb des Eis statt. Nach etwa 2–3 Wochen schlüpfen vollständig entwickelte Miniatur-Frösche von nur 3–4 mm Größe. Diese direkte Entwicklung ist ein entscheidender Vorteil, der es der Art ermöglicht, sich unabhängig von Gewässern fortzupflanzen und neue Lebensräume schnell zu besiedeln.

Haltung im Terrarium

Der Antillen-Pfeiffrosch kann in einem kleinen Regenwaldterrarium ab 30 × 30 × 40 cm für eine kleine Gruppe gehalten werden. Die Einrichtung sollte feuchtes Substrat (Kokoshumus, Moos), Verstecke aus Korkrinde und kleinen Blättern sowie niedrige Pflanzen umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 70–85 % liegen. Beachte, dass rufende Männchen sehr laut sein können, besonders in geschlossenen Räumen. Die Art vermehrt sich in Gefangenschaft leicht und kann sich schnell ausbreiten. In einigen Regionen ist die Haltung aufgrund des invasiven Potenzials eingeschränkt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Antillen-Pfeiffrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen und eingeführten Verbreitungsgebiet häufig und die Populationen nehmen in vielen Regionen zu. Er gilt als eine der erfolgreichsten invasiven Amphibienarten weltweit.

In eingeführten Gebieten kann er einheimische Froscharten durch Konkurrenz um Nahrung und Versteckplätze verdrängen. Der Lärmbelästigung durch die lauten Rufe wird in einigen Regionen (z. B. Bermuda) mit Bekämpfungsmaßnahmen begegnet.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Eleutherodactylus johnstoneiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Eleutherodactylus johnstoneiiucnredlist.org
  3. Hedges, S. B. et al. (2008): New World direct-developing frogs (Anura: Terrarana): Molecular phylogeny, classification, biogeography, and conservation. Zootaxa, 1737, 1–182.
  4. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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