Frösche

Asiatische Rotbauchunke (Bombina orientalis)

4 Min. Lesezeit
Asiatische Rotbauchunke (Bombina orientalis)

Bildquelle: lessysebastian / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Asiatische Rotbauchunke ist eines der beliebtesten Amphibien in der Terraristik. Ihre leuchtend rot-orange gemusterte Bauchseite dient als Warnsignal für Fressfeinde und macht sie zu einem farbenprächtigen Pflegling. Die Art ist robust, pflegeleicht und zeigt in der Haltung ein faszinierendes Sozialverhalten.

Die Asiatische Rotbauchunke ist eines der beliebtesten Amphibien in der Terraristik. Ihre leuchtend rot-orange gemusterte Bauchseite dient als Warnsignal für Fressfeinde und macht sie zu einem farbenprächtigen Pflegling. Die Art ist robust, pflegeleicht und zeigt in der Haltung ein faszinierendes Sozialverhalten.

Steckbrief: Asiatische Rotbauchunke (Bombina orientalis)
Wissenschaftlicher NameBombina orientalis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieUnken (Bombinatoridae)
GattungBombina
Größe4–6 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre)
VerbreitungNordostchina, Korea, Russland (Primorje)
LebensraumStehende Gewässer, Reisfelder, Feuchtwiesen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
AquariumAb 60 cm Kantenlänge (Aquaterrarium)
Temperatur18–24 °C
pH-Wert6,5–8,0
Wasserhärte5–20 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Asiatische Rotbauchunke erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt einen gedrungenen, leicht abgeflachten Körperbau. Die Oberseite ist leuchtend grün mit unregelmäßigen schwarzen Flecken – eine ideale Tarnung auf Wasserlinsen und Moospolstern. Die Haut der Oberseite ist mit feinen Warzen besetzt.

Die Unterseite ist das Markenzeichen der Art: Ein leuchtend rot-oranges Muster mit schwarzen Flecken und Marmorierungen, das bei jedem Tier individuell verschieden ist. Diese aposematische (warnende) Färbung signalisiert Fressfeinden die Giftigkeit der Hautdrüsensekrete. Die Augen sind nach oben gerichtet und die Pupillen herzförmig – ein einzigartiges Merkmal der Gattung Bombina.

Verbreitung & Lebensraum

Die Asiatische Rotbauchunke ist in Nordostchina (Mandschurei), auf der Koreanischen Halbinsel und im russischen Fernen Osten (Primorje) verbreitet. Sie bewohnt Tieflandgebiete und Hügelland bis etwa 700 m Höhe.

Ihr bevorzugter Lebensraum sind flache, stehende oder langsam fließende Gewässer mit dichter Vegetation – darunter Teiche, Tümpel, Reisfelder, Gräben und überflutete Wiesen. Die Art ist semi-aquatisch und verbringt einen Großteil ihres Lebens im oder am Wasser. In den Wintermonaten (November–März) hält sie eine Winterruhe an Land, vergraben in der Erde oder unter Steinen.

Lebensweise & Verhalten

Die Asiatische Rotbauchunke ist vorwiegend tagaktiv und verbringt die meiste Zeit im flachen Wasser, wo sie an der Oberfläche treibt. Bei Störung zeigt sie den sogenannten „Unkenreflex" (Kahnstellung): Sie wölbt den Rücken durch, hebt die Vorder- und Hinterbeine an und präsentiert die leuchtend rote Unterseite – eine eindrucksvolle Warnung für Fressfeinde.

Die Art ist gesellig und kann problemlos in Gruppen gehalten werden. Männchen rufen mit einem melodischen, klingelnden „oop-oop-oop", das während der Fortpflanzungszeit nahezu ununterbrochen zu hören ist. Die Tiere sind neugierig, werden schnell zahm und können sogar lernen, Futter aus der Hand zu nehmen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Asiatische Rotbauchunke von kleinen aquatischen und terrestrischen Wirbellosen. Hauptbeute sind Mückenlarven, Wasserflöhe, kleine Schnecken, Insekten und Würmer. Die Nahrungsaufnahme erfolgt sowohl im Wasser als auch an Land.

Im Aquaterrarium fütterst du am besten mit lebenden Mückenlarven, kleinen Grillen, Heimchen, Enchyträen und Regenwürmern. Auch aufgetautes Frostfutter (Mückenlarven, Artemia) wird gerne genommen. Füttere 3–4 Mal pro Woche und bestäube die Futtertiere regelmäßig mit Kalzium- und Vitaminpräparaten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit beginnt im Frühjahr (April–Mai) nach der Winterruhe. Die Männchen rufen ausdauernd im Wasser und umklammern die Weibchen in einem Amplexus. Die Paarung wird durch steigende Temperaturen und längere Tageslichtperioden nach der Winterruhe ausgelöst.

Das Weibchen legt 40–100 Eier in kleinen Klümpchen an Wasserpflanzen oder auf dem Gewässergrund ab. Mehrere Gelege pro Saison sind möglich. Die Kaulquappen schlüpfen nach 3–5 Tagen und metamorphosieren nach 6–8 Wochen. Die kleinen Unken sind bei der Umwandlung etwa 1,5 cm groß und zeigen bereits die typische Bauchfärbung. Die Geschlechtsreife wird nach 1–2 Jahren erreicht.

Haltung im Aquaterrarium

Die Asiatische Rotbauchunke ist ein ideales Amphibium für Einsteiger. Ein Aquaterrarium ab 60 cm Kantenlänge eignet sich für eine Gruppe von 3–5 Tieren. Der Wasserteil sollte etwa zwei Drittel der Grundfläche einnehmen und flach sein (10–15 cm Wasserstand). Der Landteil kann aus einer Moosinsel, Korkrinde oder einem aufgeschütteten Kiesbereich bestehen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 und 24 °C liegen, der pH-Wert bei 6,5–8,0. Im Wasser bieten Schwimmpflanzen (Wasserlinsen, Froschbiss) und untergetauchte Pflanzen (Hornkraut) Deckung. Ein kleiner Filter hält das Wasser sauber. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 6–8 Wochen fördert die Gesundheit und ist für die Zucht erforderlich. Die Art ist im Fachhandel als Nachzucht regelmäßig erhältlich und überaus empfehlenswert.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Asiatische Rotbauchunke wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und kommt auch in von Menschen veränderten Lebensräumen wie Reisfeldern vor. Lokale Bedrohungen umfassen Habitatverlust durch Urbanisierung und den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft.

In der Terraristik gehört sie zu den am häufigsten nachgezüchteten Amphibienarten weltweit. Da sie in Europa nicht heimisch ist, unterliegt sie keinen besonderen Artenschutzbestimmungen. Dennoch solltest du ausschließlich Nachzuchten aus verantwortungsvoller Zucht erwerben.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Bombina orientalisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Bombina orientalisiucnredlist.org
  3. Herrmann, H.-J. (2005): Terraristik-Handbuch: Amphibien. Verlag Eugen Ulmer.
  4. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken