Der Asiatische Goldlaubfrosch ist einer der häufigsten und anpassungsfähigsten Frösche Südostasiens. Er kommt in nahezu jedem Lebensraum vor – vom unberührten Regenwald bis in Häuser und Badezimmer. Die Art baut charakteristische Schaumnester, in denen sich die Eier entwickeln, bevor die Kaulquappen ins Wasser fallen.
| Wissenschaftlicher Name | Polypedates leucomystax |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Ruderfrösche (Rhacophoridae) |
| Gattung | Polypedates |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 10–20 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien (Indien bis Philippinen, Indonesien) |
| Lebensraum | Regenwälder, Plantagen, Gärten, Siedlungen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Asiatische Goldlaubfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm, wobei Weibchen größer werden als Männchen. Die Färbung ist sehr variabel und reicht von cremefarben über beige und goldbraun bis hellbraun. Viele Tiere zeigen vier dunkle Längsstreifen auf dem Rücken (daher der englische Name „Four-lined Tree Frog"), andere sind einfarbig oder unregelmäßig gefleckt.
Die Haut ist glatt und glänzend. Die Finger und Zehen tragen große Haftscheiben und sind teilweise mit Schwimmhäuten verbunden. Die Augen sind groß mit horizontaler Pupille und goldbrauner Iris. Die Art ist Teil eines Artenkomplexes – unter dem Namen Polypedates leucomystax werden möglicherweise mehrere kryptische Arten zusammengefasst.
Verbreitung & Lebensraum
Der Asiatische Goldlaubfrosch hat eines der größten Verbreitungsgebiete aller Rhacophoriden. Er kommt von Nordostindien über Myanmar, Thailand, Vietnam, Malaysia und Indonesien bis zu den Philippinen vor. Die Art wurde auch auf vielen pazifischen Inseln eingeführt.
Er ist ein extremer Kulturfolger und besiedelt neben natürlichen Regenwäldern auch Plantagen, Gärten, Parks und menschliche Siedlungen. Man findet ihn häufig an Hauswänden, in Badezimmern und an Laternen, wo er Insekten jagt. Diese hohe Anpassungsfähigkeit macht ihn zu einem der erfolgreichsten Frösche Südostasiens.
Lebensweise & Verhalten
Der Asiatische Goldlaubfrosch ist nachtaktiv und ein geschickter Kletterer. Tagsüber ruht er an schattigen Stellen – unter Blättern, in Blattachseln oder an Hauswänden. Nachts wird er aktiv und klettert durch die Vegetation oder an Gebäudestrukturen auf der Suche nach Insekten.
Die Art ist sehr anpassungsfähig und tolerant gegenüber menschlicher Nähe. Männchen rufen mit einem lauten, bellenden „tak-tak-tak", das besonders nach Regenfällen zu hören ist. In manchen Gebieten werden die Frösche als Glücksbringer betrachtet, in anderen als Lästlinge, wenn sie in Häuser eindringen.
Ernährung
Der Asiatische Goldlaubfrosch ernährt sich von einer breiten Palette von Insekten und Gliedertieren. Er frisst Motten, Fliegen, Käfer, Ameisen, Grillen und Spinnen. Besonders häufig jagt er in der Nähe künstlicher Lichtquellen, wo sich nachtaktive Insekten sammeln.
Im Terrarium fütterst du ihn mit Grillen, Heimchen, Fruchtfliegen und Wachsmottenlarven. Die Art frisst gut und neigt in Gefangenschaft zu Verfettung, weshalb du die Futtermenge kontrollieren solltest. Bestäube die Futtertiere regelmäßig mit Kalzium- und Vitaminpräparaten.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt und kann sich über mehrere Monate erstrecken. Männchen rufen von Ästen und Blättern über oder nahe Gewässern. Nach der Paarung baut das Paar ein charakteristisches Schaumnest, indem es ein Körpersekret mit den Hinterbeinen zu einer schaumigen Masse aufschlägt.
Das Schaumnest wird an einem Blatt, Ast oder einer Wand über dem Wasser befestigt und enthält 300–800 Eier. Der Schaum schützt die Eier vor Austrocknung, UV-Strahlung und Fressfeinden. Nach dem Schlüpfen fallen die Kaulquappen in das darunterliegende Gewässer und entwickeln sich dort über 6–8 Wochen zu kleinen Fröschen.
Haltung im Terrarium
Der Asiatische Goldlaubfrosch ist ein robustes und pflegeleichtes Terrarientier. Ein Regenwaldterrarium von mindestens 50 × 40 × 60 cm eignet sich für ein Paar. Die Einrichtung sollte Kletteräste, großblättrige Pflanzen und ein Wasserbecken am Boden umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen. Da die Art sehr anpassungsfähig ist, eignet sie sich auch für Terrarium-Einsteiger. Beachte, dass rufende Männchen recht laut sein können. Die Art vermehrt sich in Gefangenschaft leicht und ist im Fachhandel regelmäßig als Nachzucht erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Asiatische Goldlaubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist extrem häufig und weit verbreitet, mit stabilen bis zunehmenden Populationen. Sie profitiert von der Urbanisierung und kann in menschengemachten Strukturen sogar höhere Dichten erreichen als in natürlichen Lebensräumen.
In einigen Gebieten, wo er eingeführt wurde (z. B. Japan, Guam), gilt er als invasive Art, die einheimische Froscharten durch Konkurrenz verdrängen kann.
Quellen
- AmphibiaWeb: Polypedates leucomystax – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Polypedates leucomystax – iucnredlist.org
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World. American Museum of Natural History – amphibiansoftheworld.amnh.org
- Das, I. (2010): A Field Guide to the Reptiles of South-East Asia. New Holland Publishers.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
