Der Australische Laubfrosch, auch White's Tree Frog oder Korallenfinger-Laubfrosch genannt, ist einer der beliebtesten Terrarientiere weltweit. Sein pummeliges Aussehen, die leuchtend grüne Farbe und sein ruhiges Temperament machen ihn zum idealen Frosch für Einsteiger. In Gefangenschaft kann er über 20 Jahre alt werden.
| Wissenschaftlicher Name | Litoria caerulea |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Australische Laubfrösche (Pelodryadidae) |
| Gattung | Litoria |
| Größe | 7–13 cm |
| Gewicht | 30–80 g |
| Lebenserwartung | 15–20 Jahre (in Gefangenschaft bis 25 Jahre) |
| Verbreitung | Australien, Neuguinea, eingeführt in Neuseeland und USA |
| Lebensraum | Regenwälder, Trockenwälder, Gärten, Siedlungen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Australische Laubfrosch ist ein großer, kräftig gebauter Laubfrosch mit einer Körperlänge von 7–13 cm. Weibchen werden größer als Männchen. Die Oberseite ist leuchtend grün bis blaugrün, die Farbe kann je nach Temperatur und Stimmung von hellgrün über dunkelgrün bis bräunlich variieren. Die Unterseite ist weiß bis cremefarben.
Sein auffälligstes Merkmal ist das pummelige, rundliche Aussehen, das durch Fetteinlagerungen über den Augen und am Körper entsteht – besonders bei gut gefütterten Exemplaren. Die Haut ist glatt und wachsartig und sondert ein feuchtigkeitsspendendes Sekret ab. Die Finger und Zehen tragen große Haftscheiben, die letzte Zehe jedes Hinterfußes ist teilweise opponierbar. Die Augen sind groß mit horizontaler Pupille und goldener Iris.
Verbreitung & Lebensraum
Der Australische Laubfrosch ist in Nord- und Ostaustralien sowie auf Neuguinea und einigen vorgelagerten Inseln verbreitet. Er wurde auch in Neuseeland und Florida (USA) eingeführt. In Australien kommt er von der tropischen Küste Queenslands über das Northern Territory bis nach Westaustralien vor.
Die Art ist extrem anpassungsfähig und besiedelt eine breite Palette von Lebensräumen – von tropischen Regenwäldern über Trockenwälder und Savannen bis hin zu Gärten und menschlichen Siedlungen. Er ist häufig in und an Gebäuden anzutreffen, wo er in Regenrinnen, Toiletten, Briefkästen und Wassertanks lebt. Diese Nähe zum Menschen hat ihm auch den Namen „Dunny Frog" (Klo-Frosch) eingebracht.
Lebensweise & Verhalten
Der Australische Laubfrosch ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag an schattigen, feuchten Stellen. Er ist ein ausgezeichneter Kletterer, kann sich aber auch am Boden flink bewegen. Sein Temperament ist außergewöhnlich ruhig und phlegmatisch – er lässt sich problemlos handhaben und wird sehr zahm.
In freier Wildbahn rufen die Männchen mit einem tiefen, bellenden „wark-wark-wark", besonders nach Regenfällen. Die Art kann eine wachsartige, wasserabstoßende Substanz über ihre Haut verteilen, die sie vor Austrocknung schützt. Diese Anpassung ermöglicht es ihr, auch in relativ trockenen Gebieten zu überleben, die für andere Frösche ungeeignet wären.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Australische Laubfrosch von einer Vielzahl von Insekten und Gliedertieren, darunter Motten, Käfer, Grillen, Spinnen und gelegentlich kleine Frösche oder Eidechsen. Er jagt bevorzugt in der Nähe von Lichtquellen, wo sich nachtaktive Insekten sammeln.
Im Terrarium fütterst du ihn mit mittelgroßen Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben und gelegentlich Wachsmottenlarven oder kleinen Mäusen (bei großen Exemplaren). Australische Laubfrösche neigen stark zu Verfettung – füttere daher nur 2–3 Mal pro Woche in moderaten Mengen. Die Futtertiere sollten regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung wird durch die Regenzeit und steigende Temperaturen ausgelöst. Männchen rufen lautstark in der Nähe von Gewässern. Die Paarung erfolgt im Wasser, wobei das Männchen das Weibchen im Amplexus umklammert.
Das Weibchen legt 200–2.000 Eier in flachen Gewässern ab, die auf dem Wasser treiben oder an Pflanzen befestigt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach 1–3 Tagen und metamorphosieren nach 4–6 Wochen. In Gefangenschaft kann die Nachzucht durch eine simulierte Regen- und Trockenzeit angeregt werden. Die Geschlechtsreife wird nach etwa 2 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Australische Laubfrosch ist das ideale Terrarientier für Anfänger. Für 2–3 Tiere eignet sich ein Terrarium von mindestens 60 × 45 × 60 cm (L × B × H). Die Einrichtung sollte stabile Kletteräste, großblättrige Pflanzen (Efeutute, Philodendron), Korkröhren als Verstecke und ein Wasserbecken am Boden umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 18–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 50–70 % liegen. Eine schwache LED-Beleuchtung reicht aus, UV-Licht ist nicht zwingend erforderlich. Australische Laubfrösche werden sehr zahm und können sogar lernen, Futter aus der Hand zu nehmen. Wasche dir nach dem Anfassen jedoch immer die Hände, da die Hautschutzstoffe des Frosches empfindliche Schleimhäute reizen können.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Australische Laubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und häufig, ihre Populationen sind insgesamt stabil. Sie profitiert sogar teilweise von menschlichen Siedlungen und Infrastruktur.
Lokale Bedrohungen umfassen den Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis), der in Australien bereits mehrere Froscharten dezimiert hat, sowie Habitatverlust durch Urbanisierung. In der Terraristik ist der Australische Laubfrosch einer der am häufigsten nachgezüchteten Frösche und im Fachhandel regelmäßig erhältlich.
Quellen
- AmphibiaWeb: Litoria caerulea – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Litoria caerulea – iucnredlist.org
- Tyler, M. J. (1994): Australian Frogs: A Natural History. Reed Books.
- Bartlett, R. D. & Bartlett, P. P. (2003): Reptiles and Amphibians of the Amazon. University Press of Florida.
- Herrmann, H.-J. (2005): Terraristik-Handbuch: Amphibien. Verlag Eugen Ulmer.
