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Axolotl (Ambystoma mexicanum)

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Axolotl (Ambystoma mexicanum)

Bildquelle: ENRIQUE ALAEZ PEREZ / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Axolotl ist ein einzigartiges Amphibium aus Mexiko, das zeitlebens im Larvenstadium verbleibt – ein Phänomen, das als Neotenie bezeichnet wird. Er behält seine äußeren Kiemen und lebt permanent im Wasser. In der Wildnis ist er vom Aussterben bedroht, doch als Aquarientier und Forschungsobjekt ist er weltweit äußerst populär.

Der Axolotl ist ein einzigartiges Amphibium aus Mexiko, das zeitlebens im Larvenstadium verbleibt – ein Phänomen, das als Neotenie bezeichnet wird. Er behält seine äußeren Kiemen und lebt permanent im Wasser. In der Wildnis ist er vom Aussterben bedroht, doch als Aquarientier und Forschungsobjekt ist er weltweit äußerst populär.

Steckbrief: Axolotl (Ambystoma mexicanum)
Wissenschaftlicher NameAmbystoma mexicanum
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieQuerzahnmolche (Ambystomatidae)
GattungAmbystoma
Größe15–30 cm
Gewicht60–300 g
Lebenserwartung10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre)
VerbreitungXochimilco-See, Mexiko-Stadt (Mexiko)
LebensraumFlache Seen und Kanäle mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser
SchutzstatusVom Aussterben bedroht (CR) – IUCN
AquariumAb 80 cm Kantenlänge (mind. 100 Liter pro Tier)
Temperatur14–20 °C (kühles Wasser!)
pH-Wert6,5–8,0
Wasserhärte6–16 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Axolotl erreicht eine Gesamtlänge von 15–30 cm und besitzt einen breiten, abgeflachten Kopf mit einem breiten Maul und kleinen Augen. Sein markantestes Merkmal sind die drei Paare federartiger, äußerer Kiemen, die beiderseits des Kopfes abstehen und der Sauerstoffaufnahme dienen. Ein breiter, abgeflachter Schwanz dient als Antrieb beim Schwimmen.

Die Wildfärbung ist dunkelbraun bis schwarz mit goldenen Sprengseln. In der Zucht existieren zahlreiche Farbvarianten: die populäre weiße Form mit roten Kiemen (Leucistisch), die goldene (Albino), die melanistische (vollständig schwarz), die kupferfarbene und viele weitere. Die Haut ist weich und durchlässig. Axolotl besitzen eine einzigartige Regenerationsfähigkeit und können verlorene Gliedmaßen, Kiemen, Teile des Herzens und sogar Rückenmark vollständig nachwachsen lassen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Axolotl kommt in der Natur nur noch in den Überresten des Xochimilco-Sees im Süden von Mexiko-Stadt vor – einem System von Kanälen und Chinampas (schwimmende Gärten), das vom einstmals riesigen Texcoco-See übrig geblieben ist. Ursprünglich bewohnte er auch den Chalco-See, der jedoch vollständig trockengelegt wurde.

Sein natürlicher Lebensraum sind flache, kühle, sauerstoffreiche Gewässer mit dichter Unterwasservegetation und schlammigem Boden. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 14–20 °C. In der Wildnis ist der Axolotl durch Wasserverschmutzung, eingeführte Raubfische (Tilapia, Karpfen) und den Verlust seines Lebensraums akut vom Aussterben bedroht – bei der letzten Bestandserhebung wurden nur noch wenige Dutzend Tiere gefunden.

Lebensweise & Verhalten

Der Axolotl ist ein vollständig aquatischer Schwanzlurch, der sein gesamtes Leben im Wasser verbringt. Er ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag ruhend am Gewässergrund oder zwischen Pflanzen. Als neotene Art durchläuft er keine Metamorphose und behält zeitlebens seine Larvenmerkmale (äußere Kiemen, Flossensaum, aquatische Lebensweise).

Axolotl sind in der Regel ruhige, gemächliche Tiere, die sich am Boden ihres Gewässers bewegen. Sie können jedoch blitzschnell zustoßen, wenn Beute in Reichweite kommt. Die Art ist einzelgängerisch und kann kannibalistisch sein – besonders Jungtiere beißen sich gegenseitig in die Gliedmaßen, die allerdings dank der Regenerationsfähigkeit nachwachsen. Axolotl atmen sowohl über die Kiemen als auch über die Haut und steigen gelegentlich an die Oberfläche, um Luft zu schnappen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Axolotl von Insektenlarven, Würmern, kleinen Fischen, Schnecken und Krebstieren. Er ist ein Lauerjäger, der seine Beute durch plötzliches Aufreißen des Mauls einsaugt (Saugschnapper). Die Augen sind relativ schwach – die Beuteerkennung erfolgt hauptsächlich über den Geruchssinn und die Seitenlinie.

Im Aquarium fütterst du am besten mit Regenwürmern (Hauptfutter), Mückenlarven, Garnelen, Fischstücken und speziellen Axolotl-Pellets. Lebende Regenwürmer sind das ideale Futter und werden besonders gerne angenommen. Füttere adulte Tiere 2–3 Mal pro Woche, Jungtiere täglich. Vermeide rotes Fleisch und fettreiche Nahrung. Nicht gefressene Futterreste solltest du zeitnah entfernen, um die Wasserqualität zu erhalten.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung kann im Aquarium ganzjährig stattfinden, wird aber häufig durch einen Temperaturabsenk (Simulation der kühlen Jahreszeit) auf 10–14 °C über einige Wochen ausgelöst. Das Männchen setzt Spermatophoren (Samenpakete) auf dem Boden ab und führt das Weibchen im Rahmen eines Balztanzes darüber.

Das Weibchen nimmt die Spermatophoren mit der Kloake auf und legt 24–72 Stunden später 100–1.000 einzelne Eier an Pflanzen oder Dekorationen ab. Die Eier sind dunkel und von einer gallertigen Hülle umgeben. Die Larven schlüpfen nach 14–17 Tagen bei 18 °C und ernähren sich zunächst von ihrem Dottervorrat, bevor sie nach wenigen Tagen mit Artemia-Nauplien gefüttert werden können. Die Aufzucht erfordert sauberes, kühles Wasser und ausreichend Platz, um Kannibalismus zu minimieren.

Haltung im Aquarium

Der Axolotl ist ein faszinierendes, aber anspruchsvolles Aquarientier. Pro Tier benötigst du mindestens 100 Liter Wasser in einem Aquarium ab 80 cm Kantenlänge. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen – Kies mit Korngrößen unter 2 cm darf nicht verwendet werden, da Axolotl ihn verschlucken und daran ersticken können. Große Steine (größer als der Kopf des Axolotls), Röhren, Höhlen und dichte Bepflanzung (Javafarn, Wasserpest, Hornkraut) bieten Verstecke.

Das Wichtigste bei der Axolotl-Haltung ist die Wassertemperatur: Sie muss konstant bei 14–20 °C gehalten werden! Temperaturen über 22 °C sind stressig, über 24 °C lebensbedrohlich. Im Sommer kann ein Aquarienkühler oder ein kühler Standort (Keller) nötig sein. Der pH-Wert sollte bei 6,5–8,0 liegen, die Gesamthärte bei 6–16 °dGH. Ein leistungsfähiger Filter mit geringer Strömung und wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % halten die Wasserqualität hoch. Eine Vergesellschaftung mit Fischen ist nicht empfehlenswert, da Fische an den Kiemen des Axolotls knabbern können.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Axolotl wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) eingestuft und ist eines der am stärksten bedrohten Amphibien der Welt. In der Wildnis existiert er nur noch in den verschmutzten Kanälen von Xochimilco, wo die Population auf wenige hundert bis möglicherweise unter hundert Tiere geschätzt wird.

Die Hauptbedrohungen sind Wasserverschmutzung, die Einführung invasiver Fischarten (Tilapia, Karpfen), Habitatverlust durch Urbanisierung und der traditionelle Verzehr. Verschiedene Naturschutzprojekte arbeiten an der Rettung der Wildpopulation, darunter die Restaurierung von Chinampas und die Entfernung invasiver Fische. In Gefangenschaft ist der Axolotl hingegen extrem häufig – es gibt weltweit Millionen von Aquarienexemplaren, und er dient als wichtiges Modellorganismus in der Regenerationsforschung.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Ambystoma mexicanumamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Ambystoma mexicanumiucnredlist.org
  3. Zambrano, L. et al. (2010): Population Structure of Ambystoma mexicanum in the Xochimilco Lake. Copeia, 2010(3), 502–508.
  4. Herrmann, H.-J. (2005): Terraristik-Handbuch: Amphibien. Verlag Eugen Ulmer.
  5. Voss, S. R. et al. (2015): Gene Expression During the First 28 Days of Axolotl Limb Regeneration. Scientific Reports, 5, 12593.

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