Der Axolotl ist ein mexikanisches Amphibium, von dem laut IUCN nur noch 50 bis 1.000 Tiere in freier Wildbahn im Xochimilco-See bei Mexiko-Stadt leben. Durch Neotenie bleibt er zeitlebens im Larvenstadium und behält seine äußeren Kiemen. Als Aquarientier und Forschungsobjekt ist er dagegen eines der weltweit häufigsten und am besten erforschten Amphibien.
| Wissenschaftlicher Name | Ambystoma mexicanum |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Querzahnmolche (Ambystomatidae) |
| Gattung | Ambystoma |
| Größe | 15–30 cm |
| Gewicht | 60–300 g |
| Lebenserwartung | 10–15 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre) |
| Verbreitung | Xochimilco-See, Mexiko-Stadt (Mexiko) |
| Lebensraum | Flache Seen und Kanäle mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser |
| Schutzstatus | Vom Aussterben bedroht (CR) laut IUCN |
| Aquarium | Ab 80 cm Kantenlänge (mind. 100 Liter pro Tier) |
| Temperatur | 14–20 °C (kühles Wasser!) |
| pH-Wert | 6,5–8,0 |
| Wasserhärte | 6–16 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Axolotl erreicht eine Gesamtlänge von 15–30 cm und besitzt einen breiten, abgeflachten Kopf mit einem breiten Maul und kleinen Augen. Sein markantestes Merkmal sind die drei Paare federartiger, äußerer Kiemen, die beiderseits des Kopfes abstehen und der Sauerstoffaufnahme dienen. Ein breiter, abgeflachter Schwanz dient als Antrieb beim Schwimmen.
Die Wildfärbung ist dunkelbraun bis schwarz mit goldenen Sprengseln. In der Zucht existieren zahlreiche Farbvarianten: die populäre weiße Form mit roten Kiemen (Leucistisch), die goldene (Albino), die melanistische (vollständig schwarz), die kupferfarbene und viele weitere. Die Haut ist weich und durchlässig. Axolotl besitzen eine einzigartige Regenerationsfähigkeit und können verlorene Gliedmaßen, Kiemen, Teile des Herzens und sogar Rückenmark vollständig nachwachsen lassen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Axolotl kommt in der Natur nur noch in den Überresten des Xochimilco-Sees im Süden von Mexiko-Stadt vor: einem System von Kanälen und Chinampas (schwimmende Gärten), das vom einstmals riesigen Texcoco-See übrig geblieben ist. Ursprünglich bewohnte er auch den Chalco-See, der jedoch vollständig trockengelegt wurde.
Sein natürlicher Lebensraum sind flache, kühle, sauerstoffreiche Gewässer mit dichter Unterwasservegetation und schlammigem Boden. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig bei 14–20 °C. In der Wildnis ist der Axolotl durch Wasserverschmutzung, eingeführte Raubfische (Tilapia, Karpfen) und den Verlust seines Lebensraums akut vom Aussterben bedroht. Die Bestandsdichte brach von 6.000 Tieren je Quadratkilometer im Jahr 1998 auf 36 Tiere je Quadratkilometer im Jahr 2014 ein, ein Rückgang um rund 99 Prozent. Die IUCN schätzt den verbliebenen Wildbestand aktuell auf 50 bis 1.000 Tiere.
Lebensweise & Verhalten
Der Axolotl ist ein vollständig aquatischer Schwanzlurch, der sein gesamtes Leben im Wasser verbringt. Er ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag ruhend am Gewässergrund oder zwischen Pflanzen. Als neotene Art durchläuft er keine Metamorphose und behält zeitlebens seine Larvenmerkmale (äußere Kiemen, Flossensaum, aquatische Lebensweise).
Axolotl sind in der Regel ruhige, gemächliche Tiere, die sich am Boden ihres Gewässers bewegen. Sie können jedoch blitzschnell zustoßen, wenn Beute in Reichweite kommt. Die Art ist einzelgängerisch und kann kannibalistisch sein, besonders Jungtiere beißen sich gegenseitig in die Gliedmaßen, die allerdings dank der Regenerationsfähigkeit nachwachsen. Axolotl atmen sowohl über die Kiemen als auch über die Haut und steigen gelegentlich an die Oberfläche, um Luft zu schnappen.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Axolotl von Insektenlarven, Würmern, kleinen Fischen, Schnecken und Krebstieren. Er ist ein Lauerjäger, der seine Beute durch plötzliches Aufreißen des Mauls einsaugt (Saugschnapper). Die Augen sind relativ schwach. Die Beuteerkennung erfolgt hauptsächlich über den Geruchssinn und die Seitenlinie.
Im Aquarium fütterst du am besten mit Regenwürmern (Hauptfutter), Mückenlarven, Garnelen, Fischstücken und speziellen Axolotl-Pellets. Lebende Regenwürmer sind das ideale Futter und werden besonders gerne angenommen. Füttere adulte Tiere 2–3 Mal pro Woche, Jungtiere täglich. Vermeide rotes Fleisch und fettreiche Nahrung. Nicht gefressene Futterreste solltest du zeitnah entfernen, um die Wasserqualität zu erhalten.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung kann im Aquarium ganzjährig stattfinden, wird aber häufig durch einen Temperaturabsenk (Simulation der kühlen Jahreszeit) auf 10–14 °C über einige Wochen ausgelöst. Das Männchen setzt Spermatophoren (Samenpakete) auf dem Boden ab und führt das Weibchen im Rahmen eines Balztanzes darüber.
Das Weibchen nimmt die Spermatophoren mit der Kloake auf und legt 24–72 Stunden später 100–1.000 einzelne Eier an Pflanzen oder Dekorationen ab. Die Eier sind dunkel und von einer gallertigen Hülle umgeben. Die Larven schlüpfen nach 14–17 Tagen bei 18 °C und ernähren sich zunächst von ihrem Dottervorrat, bevor sie nach wenigen Tagen mit Artemia-Nauplien gefüttert werden können. Die Aufzucht erfordert sauberes, kühles Wasser und ausreichend Platz, um Kannibalismus zu minimieren. Eine ausführliche Anleitung zur Zucht von Axolotl Schritt für Schritt hilft dabei, Eiablage und Aufzucht sicher zu begleiten.
Haltung im Aquarium
Der Axolotl ist ein faszinierendes, aber anspruchsvolles Aquarientier. Pro Tier benötigst du mindestens 100 Liter Wasser in einem Aquarium ab 80 cm Kantenlänge. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen. Kies mit Korngrößen unter 2 cm darf nicht verwendet werden, da Axolotl ihn verschlucken und daran ersticken können. Große Steine (größer als der Kopf des Axolotls), Röhren, Höhlen und dichte Bepflanzung (Javafarn, Wasserpest, Hornkraut) bieten Verstecke.
Das Wichtigste bei der Axolotl-Haltung ist die Wassertemperatur: Sie muss konstant bei 14–20 °C gehalten werden! Temperaturen über 22 °C sind stressig, über 24 °C lebensbedrohlich. Im Sommer kann ein Aquarienkühler oder ein kühler Standort (Keller) nötig sein. Der pH-Wert sollte bei 6,5–8,0 liegen, die Gesamthärte bei 6–16 °dGH. Ein leistungsfähiger Filter mit geringer Strömung und wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % halten die Wasserqualität hoch. Eine Vergesellschaftung mit Fischen ist nicht empfehlenswert, da Fische an den Kiemen des Axolotls knabbern können.
Wer weiter ins Detail gehen möchte, findet ausführliche Praxistipps zur Axolotl Haltung und Pflege, etwa zum Wasserwechsel-Rhythmus, zur Vergesellschaftung und zu häufigen Krankheiten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Axolotl wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) eingestuft und ist eines der am stärksten bedrohten Amphibien der Welt. In der Wildnis existiert er nur noch in den verschmutzten Kanälen von Xochimilco, wo die Bestandsdichte seit den 1990er-Jahren um rund 99 Prozent eingebrochen ist.
Die Hauptbedrohungen sind Wasserverschmutzung, die Einführung invasiver Fischarten (Tilapia, Karpfen), Habitatverlust durch Urbanisierung und der traditionelle Verzehr. Verschiedene Naturschutzprojekte arbeiten an der Rettung der Wildpopulation, darunter die Restaurierung von Chinampas und die Entfernung invasiver Fische. In Gefangenschaft ist der Axolotl hingegen extrem häufig, es gibt weltweit Millionen von Aquarienexemplaren, und er dient als wichtiges Modellorganismus in der Regenerationsforschung.
Ein Wiederansiedlungsprojekt zeigt, dass sich Axolotl aus Nachzucht tatsächlich in die Wildnis zurückbringen lassen: Die Biologin Alejandra Ramos und ihr Team von der Universidad Autónoma de Baja California setzten zwischen 2017 und 2018 18 in Gefangenschaft gezüchtete Axolotl aus, zehn Tiere in eine restaurierte Chinampa im Xochimilco-See und acht Tiere in einen künstlichen Teich in der Nähe. Alle 18 Tiere überlebten die Beobachtungszeit, wieder eingefangene Exemplare hatten sogar an Gewicht zugenommen, ein Beleg dafür, dass sie erfolgreich auf Beutejagd gingen. Im Xochimilco-See erbeuteten Silberreiher zwei der ausgesetzten Tiere, im künstlichen Teich blieben alle Axolotl unversehrt. Die Studie von Ramos, Zambrano und Kollegen erschien im April 2025 im Fachjournal PLOS ONE.
Häufige Fragen zum Axolotl
Wie alt werden Axolotl?
Axolotl werden im Aquarium in der Regel 10 bis 15 Jahre alt, unter guten Haltungsbedingungen auch bis zu 20 Jahre. In der Wildnis liegt die Lebenserwartung durch Fressfeinde und Wasserverschmutzung deutlich niedriger.
Wie viele Axolotl gibt es noch in freier Wildbahn?
In freier Wildbahn schätzt die IUCN den Bestand des Axolotls auf nur noch 50 bis 1.000 Tiere im Xochimilco-See bei Mexiko-Stadt. Die Bestandsdichte ist von 6.000 Tieren je Quadratkilometer im Jahr 1998 auf 36 Tiere je Quadratkilometer im Jahr 2014 eingebrochen.
Kann man Axolotl zusammen mit Fischen halten?
Eine Vergesellschaftung von Axolotl mit Fischen ist nicht empfehlenswert, weil Fische an den empfindlichen äußeren Kiemen des Axolotls knabbern und sie verletzen können. Axolotl leben am besten allein oder mit gleich großen Artgenossen, denn auch sie beißen sich gegenseitig in die Gliedmaßen.
Was frisst ein Axolotl im Aquarium?
Ein Axolotl frisst im Aquarium vor allem lebende Regenwürmer, dazu Mückenlarven, Garnelen, Fischstücke und spezielle Axolotl-Pellets. Adulte Tiere brauchen 2 bis 3 Fütterungen pro Woche, Jungtiere täglich Futter.
Wie groß muss das Aquarium für einen Axolotl sein?
Ein Axolotl braucht ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge mit mindestens 100 Litern Wasser pro Tier. Der Bodengrund muss aus feinem Sand bestehen, denn Kies mit Korngrößen unter 2 cm kann verschluckt werden und zum Ersticken führen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Ambystoma mexicanum – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Ambystoma mexicanum – iucnredlist.org
- Zambrano, L. et al. (2010): Population Structure of Ambystoma mexicanum in the Xochimilco Lake. Copeia, 2010(3), 502–508.
- Herrmann, H.-J. (2005): Terraristik-Handbuch: Amphibien. Verlag Eugen Ulmer.
- Voss, S. R. et al. (2015): Gene Expression During the First 28 Days of Axolotl Limb Regeneration. Scientific Reports, 5, 12593.
- Ramos, A. G., Mena, H., Schneider, D. & Zambrano, L. (2025): Movement ecology of captive-bred axolotls in restored and artificial wetlands. PLOS ONE.
- Mongabay: Hope for endangered axolotls as captive-bred group survives in wild, news.mongabay.com, abgerufen am 30.09.2026.
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