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Bagger-Grundel (Valenciennea sexguttata)

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Bagger-Grundel (Valenciennea sexguttata)

Bildquelle: stephan kerkhofs / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Bagger-Grundel ist ein faszinierender Sandbewohner, der den Bodengrund ständig nach Nahrung durchsiebt. Mit ihrem friedlichen Wesen und ihrem nützlichen Grabverhalten ist sie ein beliebter Bewohner im Meerwasseraquarium.

Die Bagger-Grundel ist ein faszinierender Sandbewohner, der den Bodengrund ständig nach Nahrung durchsiebt. Mit ihrem friedlichen Wesen und ihrem nützlichen Grabverhalten ist sie ein beliebter Bewohner im Meerwasseraquarium.

Steckbrief: Bagger-Grundel (Valenciennea sexguttata)
Wissenschaftlicher NameValenciennea sexguttata
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungValenciennea
Größe12–14 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik)
LebensraumSandige Bereiche in Korallenriffen, Lagunen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–28 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Bagger-Grundel erreicht eine Körperlänge von 12–14 cm und besitzt einen langgestreckten, leicht seitlich abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist weißlich bis hellgrau mit einem auffälligen blauen Fleck auf dem Kiemendeckel, der von mehreren orangefarbenen Punkten umgeben ist. Dieser Fleck gab der Art ihren wissenschaftlichen Namen „sexguttata" (sechsfleckig).

Die Rücken- und Schwanzflossen sind transparent bis leicht gelblich gefärbt. Die Augen sind groß und sitzen hoch am Kopf, was dem Tier eine gute Übersicht über seine Umgebung ermöglicht. Das Maul ist relativ groß und nach unten gerichtet – eine Anpassung an die Lebensweise als Sandgräber. Männchen und Weibchen sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden, wobei Männchen tendenziell etwas größer werden.

Verbreitung & Lebensraum

Die Bagger-Grundel ist im gesamten Indopazifik verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik. Du findest sie in Korallenriffen, Lagunen und geschützten Küstenbereichen in Tiefen von 1–25 Metern. Sie bevorzugt sandige und schlammige Böden in der Nähe von Korallenformationen.

Die Tiere leben paarweise und graben gemeinsam eine Höhle im Sand, die als Rückzugsort und Schlafplatz dient. Die Höhlen können bis zu 30 cm tief sein und werden ständig erweitert und gepflegt. Die Nähe zu Korallenstrukturen ist wichtig, da sie Schutz vor Raubfischen bieten.

Lebensweise & Verhalten

Das namensgebende Grabverhalten der Bagger-Grundel ist faszinierend zu beobachten. Die Tiere nehmen ständig Maulvoll Sand auf, sieben ihn nach fressbaren Partikeln wie kleinen Würmern, Krebstierchen und organischem Material durch und lassen den gereinigten Sand durch die Kiemen wieder herausrieseln. Dieses Verhalten hält den Bodengrund im Aquarium sauber und gut durchlüftet.

Bagger-Grundeln leben in der Regel paarweise und zeigen eine enge Paarbindung. Die Partner teilen sich eine Höhle und sind tagsüber meist gemeinsam bei der Nahrungssuche anzutreffen. Bei Gefahr flüchten sie blitzschnell in ihre Höhle. Gegenüber anderen Fischen verhalten sie sich friedlich und territorial nur im unmittelbaren Bereich ihrer Höhle.

Die Tiere sind tagaktiv und ziehen sich bei Einbruch der Dunkelheit in ihre Höhle zurück. Wenn du sie beobachtest, wirst du feststellen, dass sie den gesamten Tag unermüdlich Sand durchkauen – ein faszinierendes Schauspiel, das nie langweilig wird.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Bagger-Grundel von kleinen Wirbellosen, Würmern, Krebstierchen und organischen Partikeln, die sie aus dem Sand filtert. Die Nahrungsaufnahme erfolgt dabei kontinuierlich durch das ständige Durchsieben des Bodengrunds.

Im Aquarium benötigt die Bagger-Grundel eine regelmäßige Zufütterung, da der Bodengrund allein meist nicht genügend Nahrung bietet. Feines Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops eignet sich hervorragend. Du kannst das Futter direkt auf den Sand geben, damit die Grundel es bei ihrer natürlichen Nahrungssuche findet. Auch feines Granulat und Flockenfutter werden nach einer Eingewöhnungsphase oft angenommen.

Fortpflanzung

Die Bagger-Grundel laicht in ihrer Höhle ab, wo das Gelege vom Männchen bewacht und belüftet wird. Die Eier werden an der Höhlendecke befestigt und nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven. Die pelagischen Larven treiben im freien Wasser und ernähren sich von Plankton.

Die Zucht im Aquarium ist möglich, aber anspruchsvoll. Die Aufzucht der winzigen Larven erfordert spezielles Lebendfutter wie Phytoplankton und Rädertierchen. Wenn du ein harmonierendes Paar hast und die Wasserwerte stimmen, kann es durchaus zu regelmäßigen Laichvorgängen kommen. Die Paarbindung ist stark und die Partner pflegen ihre Beziehung durch gemeinsame Aktivitäten.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung der Bagger-Grundel empfiehlt sich ein Aquarium ab 300 Litern mit einer ausreichend hohen Sandschicht von mindestens 5–8 cm. Der Sand sollte feinkörnig sein (0,5–2 mm), damit die Tiere ihn problemlos durchsieben können. Grober Bodengrund ist ungeeignet und kann die empfindlichen Kiemen verletzen.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Ein stabiler pH-Wert zwischen 8,0 und 8,4 ist wichtig. Die Bagger-Grundel ist friedlich und lässt sich gut mit den meisten Riffbewohnern vergesellschaften. Beachte jedoch, dass das ständige Graben Korallen im Bodenbereich zuschütten kann – platziere empfindliche Korallen daher höher im Becken.

Idealerweise hältst du die Bagger-Grundel paarweise. Eine sichere Abdeckung ist empfehlenswert, da die Tiere gelegentlich springen können. Die Höhlengrabaktivitäten können den Bodengrund stark umgestalten – das ist normal und sogar vorteilhaft für die Wasserqualität.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Bagger-Grundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im gesamten Indopazifik verbreitet und kommt in vielen Meeresschutzgebieten vor. Die Bestände gelten als stabil.

Für die Aquaristik werden die Tiere überwiegend als Wildfänge importiert. Achte beim Kauf auf gesund aussehende Tiere mit rundem Bauch und aktiver Nahrungssuche. Abgemagerte Exemplare haben oft schlechte Überlebenschancen. Nachzuchten sind selten im Handel erhältlich, werden aber von einigen spezialisierten Züchtern angeboten.

Quellen

  1. FishBase: Valenciennea sexguttatafishbase.se
  2. IUCN Red List: Valenciennea sexguttataiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.

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