Der Bananenfrosch ist ein kleiner, attraktiv gefärbter Riedfrosch aus Ostafrika. Er verdankt seinen Namen der gelblichen Grundfärbung und seinem einzigartigen Brutpflegeverhalten: Das Weibchen faltet Blätter um seine Eier und verklebt sie, um den Nachwuchs vor Austrocknung und Fressfeinden zu schützen.
| Wissenschaftlicher Name | Afrixalus fornasini |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Riedfrösche (Hyperoliidae) |
| Gattung | Afrixalus |
| Größe | 2,5–4 cm |
| Gewicht | 2–5 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Ostafrika (Mosambik, Tansania, Kenia, Malawi, Simbabwe) |
| Lebensraum | Savannen, Grasland, Feuchtgebiete, Waldränder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Bananenfrosch ist ein kleiner, zierlicher Frosch mit einer Körperlänge von 2,5–4 cm. Die Färbung ist variabel und reicht von cremegelb bis hellbraun, oft mit einem Hauch von Orange oder Gold. Zwei breite, dunkle Längsstreifen verlaufen vom Auge über die Flanken bis zu den Hinterbeinen. Die Unterseite ist weißlich bis transparent.
Die Haut ist glatt und leicht durchscheinend. Die Finger und Zehen tragen kleine Haftscheiben, die das Klettern an Gräsern und Schilfhalmen ermöglichen. Die Augen sind relativ groß mit horizontaler Pupille. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und besitzen eine gut sichtbare Kehlschallblase.
Verbreitung & Lebensraum
Der Bananenfrosch ist in Ostafrika verbreitet, von Kenia und Tansania über Mosambik und Malawi bis nach Simbabwe. Er kommt in Tiefland- und Küstengebieten bis etwa 1.000 m Höhe vor.
Sein Lebensraum umfasst feuchte Savannen, Grasland, Sumpfgebiete, Waldränder und Kulturland in Gewässernähe. Er lebt bevorzugt in hohem Gras und Schilfbeständen nahe stehenden Gewässern. Die Art ist an saisonale Regenfälle angepasst und aktiviert sich hauptsächlich während der feuchten Jahreszeit.
Lebensweise & Verhalten
Der Bananenfrosch ist nachtaktiv und verbringt den Tag versteckt in Blattachseln, Grashorsten oder unter Rinde. Nachts klettert er in niedrige Vegetation und ruft von Grashalmen und Schilfblättern in der Nähe von Gewässern. Sein Ruf ist ein kurzes, metallisches Klicken oder Ticken.
Das auffälligste Verhalten ist die Blattfaltung bei der Eiablage: Das Weibchen faltet ein Blatt um das Gelege und verklebt die Ränder mit einem klebrigen Sekret. Diese „Blatt-Tasche" schützt die Eier vor Austrocknung, UV-Strahlung und einigen Fressfeinden – ein in der Froschenwelt einzigartiges Verhalten.
Ernährung
Der Bananenfrosch ernährt sich von kleinen Insekten und Gliedertieren, die er nachts in der Vegetation erbeutet. Zur Hauptnahrung gehören Ameisen, kleine Käfer, Fliegen, Mücken und Springschwänze. Die Jagd erfolgt durch Ansitzen auf Grashalmen und gezieltes Zupacken.
Im Terrarium fütterst du ihn mit Fruchtfliegen, Springschwänzen, Ofenfischchen und kleinen Heimchen. Die Futtertiere sollten der geringen Körpergröße des Frosches angepasst sein und regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Männchen rufen nachts von Grashalmen und Blättern über oder nahe Gewässern. Nach der Paarung legt das Weibchen 10–50 Eier auf ein Blatt, das über dem Wasser hängt. Anschließend faltet es das Blatt mit den Hinterbeinen zusammen und verklebt die Ränder mit einem Sekret.
Die Eier entwickeln sich innerhalb der geschützten Blatttasche. Nach dem Schlüpfen fallen die Kaulquappen in das darunterliegende Gewässer und durchlaufen dort eine Entwicklung von etwa 4–6 Wochen bis zur Metamorphose. Die Jungfrösche sind bei der Umwandlung nur etwa 1 cm groß.
Haltung im Terrarium
Für eine kleine Gruppe Bananenfrösche eignet sich ein Regenwaldterrarium von mindestens 40 × 30 × 50 cm. Die Einrichtung sollte Gräser, Schilfhalme, Bromelien und ein flaches Wasserbecken am Boden umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen und nachts durch Sprühen erhöht werden. Die Art ist in der Terraristik selten erhältlich, wird aber von spezialisierten Züchtern gelegentlich angeboten. Für die Zucht solltest du breitblättrige Pflanzen bereitstellen, an denen die Weibchen ihre Blatt-Taschen anlegen können.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Bananenfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und kommt auch in vom Menschen veränderten Lebensräumen vor. Lokale Bedrohungen umfassen den Verlust von Feuchtgebieten und die Intensivierung der Landwirtschaft.
In einigen Regionen Ostafrikas gehen die Bestände durch den Einsatz von Pestiziden und die Entwässerung von Sumpfgebieten zurück. Der Erhalt von Feuchtgebieten und die Reduzierung des Pestizideinsatzes sind wichtige Schutzmaßnahmen.
Quellen
- AmphibiaWeb: Afrixalus fornasini – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Afrixalus fornasini – iucnredlist.org
- Channing, A. & Howell, K. M. (2006): Amphibians of East Africa. Edition Chimaira.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
