Fische (Salzwasser)

Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni)

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Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni)

Bildquelle: Vladimir Wrangel / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Banggai-Kardinalbarsch ist einer der bekanntesten Meerwasserfische der Aquaristik und gleichzeitig einer der am stärksten bedrohten. Mit seinem silbrig-schwarzen Streifenmuster und den elegant verlängerten Flossen ist er ein echter Hingucker. Sein winziges natürliches Verbreitungsgebiet um die Banggai-Inseln macht ihn besonders schützenswert.

Der Banggai-Kardinalbarsch ist einer der bekanntesten Meerwasserfische der Aquaristik und gleichzeitig einer der am stärksten bedrohten. Mit seinem silbrig-schwarzen Streifenmuster und den elegant verlängerten Flossen ist er ein echter Hingucker. Sein winziges natürliches Verbreitungsgebiet um die Banggai-Inseln macht ihn besonders schützenswert.

Steckbrief: Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni)
Wissenschaftlicher NamePterapogon kauderni
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieKardinalbarsche (Apogonidae)
GattungPterapogon
Größe6–8 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungBanggai-Inseln, Zentral-Sulawesi, Indonesien (sehr kleines Verbreitungsgebiet)
LebensraumFlachwasser um Seeigel, Seeanemonen und Korallenformationen
SchutzstatusStark gefährdet (EN) – IUCN
Aquariumab 150 Liter
Temperatur24–28 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Banggai-Kardinalbarsch erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper. Die Grundfärbung ist silbrig-weiß mit drei markanten schwarzen Vertikalstreifen – einer durch das Auge, einer über den Körpermitte und einer am Schwanzstiel. Die Flossen sind schwarz mit weißen Punkten, wobei die erste Rückenflosse und die Bauchflossen auffällig verlängert sind.

Die großen, dunklen Augen verleihen dem Fisch einen ausdrucksstarken Blick. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich, wobei Männchen beim Maulbrüten an ihrem deutlich aufgeblähten Kiefer erkennbar sind. Die Art unterscheidet sich von allen anderen Kardinalbarscharten durch ihre einzigartige Kombination aus verlängerten Flossen und kontrastreichem Streifenmuster.

Verbreitung & Lebensraum

Der Banggai-Kardinalbarsch hat eines der kleinsten Verbreitungsgebiete aller Meeresfische. Er kommt ausschließlich rund um die Banggai-Inseln im Zentrum von Sulawesi (Indonesien) vor, auf einer Gesamtfläche von nur etwa 5.500 km². Einige kleine Populationen wurden durch den Aquarienhandel an wenigen anderen Stellen in Indonesien eingeführt.

Die Tiere bewohnen flache Küstengewässer in Tiefen von 0,5–5 Metern. Sie leben in kleinen Gruppen in enger Assoziation mit Diadem-Seeigeln (Diadema setosum), Seeanemonen oder verzweigten Korallen, die ihnen Schutz vor Raubfischen bieten. Seegraswiesen und Mangrovengebiete dienen als Habitat für Jungtiere.

Lebensweise & Verhalten

Banggai-Kardinalbarsche leben in kleinen Gruppen von 2–15 Individuen, die sich in der Nähe ihrer Schutzobjekte aufhalten. Innerhalb der Gruppe herrscht eine lockere Hierarchie, und es kann zu milden Rangeleien kommen. Bei Gefahr ziehen sich die Fische blitzschnell zwischen die Stacheln von Seeigeln oder in die Tentakel von Anemonen zurück.

Die Tiere sind überwiegend tagaktiv, können aber auch in der Dämmerung aktiv auf Nahrungssuche gehen. Sie sind relativ standorttreu und entfernen sich selten weit von ihrem Schutzplatz. Diese geringe Mobilität ist einer der Gründe für ihr extrem kleines Verbreitungsgebiet, da Jungtiere nicht über eine pelagische Larvenphase verbreitet werden.

Im Aquarium zeigen Banggai-Kardinalbarsche ein ruhiges, bedächtiges Schwimmverhalten. Sie schweben elegant im Wasser und nutzen Höhlen, Überhänge oder langstachelige Seeigel als Rückzugsorte.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Banggai-Kardinalbarsch von kleinen Krebstieren, Plankton und Fischlarven. Er ist ein Zooplanktonfresser, der seine Beute im freien Wasser fängt, sich aber selten weit von seinem Schutzplatz entfernt.

Im Aquarium nimmt die Art nach kurzer Eingewöhnung die meisten gängigen Futtermittel an. Frostfutter wie Artemia, Mysis und Cyclops wird bevorzugt, aber auch feines Granulat und Flockenfutter werden akzeptiert. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da die Tiere an eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme gewöhnt sind. Abwechslungsreiche Kost fördert Gesundheit und Farbintensität.

Fortpflanzung

Der Banggai-Kardinalbarsch ist ein Maulbrüter – eine der faszinierendsten Fortpflanzungsstrategien im Tierreich. Nach der Balz legt das Weibchen etwa 40–60 relativ große Eier ab, die vom Männchen sofort ins Maul aufgenommen werden. Das Männchen brütet die Eier dann etwa 20–25 Tage lang im Maul aus, ohne in dieser Zeit Nahrung aufzunehmen.

Die geschlüpften Jungtiere sind mit 6–8 mm bereits erstaunlich groß und voll entwickelt – es gibt kein pelagisches Larvenstadium. Die Jungtiere suchen sofort Schutz bei Seeigeln oder in dichter Vegetation. Diese direkte Entwicklung ohne Larvenstadium ist der Grund für die geringe Ausbreitung der Art und macht sie gleichzeitig zu einem der am einfachsten zu züchtenden Meerwasserfische im Aquarium.

Die Nachzucht im Aquarium gelingt bei harmonierenden Paaren regelmäßig und ist ein lohnender Beitrag zum Artenschutz, da sie den Druck auf die Wildpopulationen verringert.

Haltung im Aquarium

Der Banggai-Kardinalbarsch eignet sich hervorragend für die Haltung im Riffaquarium ab 150 Litern. Er ist friedlich gegenüber anderen Arten, kann aber gegenüber Artgenossen in zu kleinen Becken territorial werden. Am besten hältst du ein einzelnes Paar oder eine kleine Gruppe in einem ausreichend großen Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an die Strömung und bevorzugt ruhigere Bereiche im Aquarium. Langstachelige Seeigel (Diadema) werden gerne als Schutzplatz angenommen und bieten ein faszinierendes Bild der natürlichen Symbiose.

Achte unbedingt darauf, Nachzuchten statt Wildfänge zu kaufen. Angesichts des gefährdeten Status der Art ist die Unterstützung von Nachzuchtprogrammen von größter Bedeutung. Nachzuchten sind zudem robuster und nehmen schneller Futter an.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Banggai-Kardinalbarsch wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Sein winziges natürliches Verbreitungsgebiet und die massive Entnahme für den Aquarienhandel haben die Bestände drastisch dezimiert. Schätzungsweise wurden seit den 1990er Jahren Millionen Exemplare für die Aquaristik gefangen.

Schutzmaßnahmen umfassen die Einrichtung von Meeresschutzgebieten, die Förderung von Nachzuchtprogrammen und Aufklärungsarbeit bei lokalen Gemeinden. Als verantwortungsvoller Aquarianer solltest du ausschließlich Nachzuchttiere erwerben und, wenn möglich, selbst züchten. Jedes nachgezüchtete Tier trägt dazu bei, den Fangdruck auf die Wildpopulationen zu reduzieren.

Quellen

  1. FishBase: Pterapogon kaudernifishbase.se
  2. IUCN Red List: Pterapogon kauderniiucnredlist.org
  3. Vagelli, A. A. (2011): The Banggai Cardinalfish. Wiley-Blackwell.
  4. Allen, G. R. & Erdmann, M. V. (2012): Reef Fishes of the East Indies. Tropical Reef Research.
  5. Bernardi, G. & Vagelli, A. (2004): Population structure in Banggai cardinalfish. Molecular Ecology, 13(7), 1889–1898.

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