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Bitterlingsbarbe (Pethia nigrofasciata)

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Bitterlingsbarbe (Pethia nigrofasciata)

Bildquelle: Karel Zahradka / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Bitterlingsbarbe, auch Purpurkopfbarbe genannt, ist ein wunderschöner Schwarmfisch aus Sri Lanka. Männchen verwandeln sich während der Balz in wahre Juwelen – ihr gesamter Vorderkörper färbt sich tief purpurrot bis schwarz, ein Farbwechsel, der seinesgleichen sucht.

Die Bitterlingsbarbe, auch Purpurkopfbarbe genannt, ist ein wunderschöner Schwarmfisch aus Sri Lanka. Männchen verwandeln sich während der Balz in wahre Juwelen – ihr gesamter Vorderkörper färbt sich tief purpurrot bis schwarz, ein Farbwechsel, der seinesgleichen sucht.

Steckbrief: Bitterlingsbarbe (Pethia nigrofasciata)
Wissenschaftlicher NamePethia nigrofasciata
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungPethia
Größe4–6 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSri Lanka (Endemit)
LebensraumSchattige Waldbäche mit kühlem, fließendem Wasser
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6.0–7.0
Wasserhärte5–12 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Bitterlingsbarbe erreicht eine Körperlänge von 4–6 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Außerhalb der Laichzeit zeigen beide Geschlechter eine gelblich-silberne Grundfärbung mit drei markanten dunklen Querstreifen auf den Flanken. Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich.

Während der Balzzeit durchlaufen die Männchen eine spektakuläre Farbverwandlung: Der gesamte Vorderkörper, einschließlich Kopf und Brust, färbt sich tief purpurrot bis nahezu schwarz, während die hintere Körperhälfte dunkler wird und die Querstreifen intensiver hervortreten. Die Rücken- und Afterflosse werden tiefschwarz mit einem leuchtend weißen Rand. Diese Farbintensität ist im Tierreich bei Fischen nahezu einzigartig und macht die Bitterlingsbarbe zu einem unvergesslichen Anblick.

Verbreitung & Lebensraum

Die Bitterlingsbarbe ist ein Endemit Sri Lankas und kommt ausschließlich im südwestlichen Feuchtgebiet der Insel vor. Ihr Verbreitungsgebiet beschränkt sich auf die Flusseinzugsgebiete des Kelani und Nilwala im Tiefland und in den angrenzenden Hügelländern. Das Verbreitungsgebiet ist relativ klein und fragmentiert.

In ihrer Heimat bewohnt die Bitterlingsbarbe schattige, kühle Waldbäche und Nebenflüsse mit klarem, fließendem Wasser. Die Gewässer werden von dichtem tropischem Regenwald beschattet, der das Wasser kühl hält (22–26 °C). Der Bodengrund besteht aus Sand, Kies und Falllaub. Das Wasser ist weich und leicht sauer.

Lebensweise & Verhalten

Die Bitterlingsbarbe ist ein lebhafter Schwarmfisch, der in Gruppen von 10 und mehr Tieren lebt. Im Schwarm fühlt sie sich sicher und zeigt ihre natürlichen Verhaltensweisen, einschließlich des faszinierenden Balzverhaltens der Männchen. Einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehaltene Tiere sind oft blass und versteckt.

Innerhalb des Schwarms etablieren die Männchen eine Rangordnung durch imponierendes Farbspiel und harmloses Rivalisieren. Die Tiere sind tagaktiv und durchstreifen den mittleren und unteren Wasserbereich. Sie sind friedlich gegenüber anderen Arten und eignen sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, friedlichen Fischen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Bitterlingsbarbe von kleinen Insektenlarven, Würmern, Algenaufwuchs und organischen Partikeln. Sie durchsucht systematisch den Bodengrund und die Vegetation nach Fressbarem.

Im Aquarium ist sie ein unkomplizierter Allesfresser, der nahezu jedes gängige Futter annimmt. Flockenfutter, feines Granulat, Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven) und gelegentlich Lebendfutter bilden eine ausgewogene Ernährung. Eine proteinreiche und abwechslungsreiche Kost fördert die Farbentwicklung der Männchen.

Fortpflanzung

Die Bitterlingsbarbe ist ein Freilaicher. Während der Balz zeigt das Männchen seine intensivste Färbung und treibt ein laichbereites Weibchen zwischen feinfiedrige Pflanzen. Dort werden die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen abgegeben und sofort befruchtet. Die klebrigen Eier heften sich an Pflanzen und Moos.

Die Eltern betreiben keine Brutpflege und fressen ihre eigenen Eier, wenn sie die Gelegenheit haben. Für die gezielte Zucht empfiehlt sich ein separates Becken mit feinfiedrigen Pflanzen oder Javamoos und weichem, leicht saurem Wasser. Die Larven schlüpfen nach 1–2 Tagen und werden mit Infusorien und später Artemia-Nauplien aufgezogen.

Haltung im Aquarium

Die Bitterlingsbarbe eignet sich für Aquarien ab 80 Litern und sollte unbedingt in einem Schwarm von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden, wobei ein leichter Überschuss an Weibchen ideal ist. Nur im Schwarm zeigen die Männchen ihr volles Farbpotenzial. Das Becken sollte dicht bepflanzt sein und Bereiche mit gedämpftem Licht bieten.

Die Wassertemperatur sollte bei kühlen 22–26 °C liegen – die Bitterlingsbarbe stammt aus kühlen Bergbächen und sollte nicht zu warm gehalten werden. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,0 liegen, das Wasser weich bis mittelhart. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Arten wie kleinen Salmlern, Bärblingen und Panzerwelsen ist unproblematisch.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Bitterlingsbarbe wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Ihr Bestand in Sri Lanka ist durch die fortschreitende Abholzung des tropischen Regenwaldes, Wasserverschmutzung und die Einleitung von Agrochemikalien in die Waldbäche bedroht. Ihr kleines, fragmentiertes Verbreitungsgebiet macht sie besonders anfällig für Lebensraumverluste.

In der Aquaristik sind überwiegend Nachzuchten erhältlich, was den Druck auf die Wildpopulationen verringert. Als Aquarianer kannst du zum Schutz der Art beitragen, indem du Nachzuchten bevorzugst und die Zucht dieser schönen Art unterstützt.

Quellen

  1. FishBase: Pethia nigrofasciatafishbase.se
  2. IUCN Red List: Pethia nigrofasciataiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Pethia nigrofasciataseriouslyfish.com
  4. Pethiyagoda, R. (2006): Freshwater fishes of Sri Lanka. Wildlife Heritage Trust of Sri Lanka.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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