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Black Molly (Poecilia latipinna)

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Black Molly (Poecilia latipinna)

Bildquelle: Joan Carles Juarez / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Black Molly ist die elegante schwarze Zuchtform des Segelflossen-Mollys und gehört zu den beliebtesten Lebendgebärenden in der Aquaristik. Mit seinem samtig-schwarzen Körper und dem auffälligen Segelflossen-Rückenfloss der Männchen ist er ein echter Blickfang in jedem Gesellschaftsaquarium.

Der Black Molly ist die elegante schwarze Zuchtform des Segelflossen-Mollys und gehört zu den beliebtesten Lebendgebärenden in der Aquaristik. Mit seinem samtig-schwarzen Körper und dem auffälligen Segelflossen-Rückenfloss der Männchen ist er ein echter Blickfang in jedem Gesellschaftsaquarium.

Steckbrief: Black Molly (Poecilia latipinna)
Wissenschaftlicher NamePoecilia latipinna
OrdnungZahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
FamilieLebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
GattungPoecilia
Größe5–12 cm (Männchen kleiner als Weibchen)
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungSüdliche USA, Mexiko, Zentralamerika (Zuchtform weltweit)
LebensraumKüstengewässer, Sümpfe, Gräben, Flussdeltas
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert7.0–8.5
Wasserhärte15–30 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Black Molly ist eine durch Zucht entstandene, reinschwarze Farbform des Segelflossen-Mollys (Poecilia latipinna) und möglicherweise anderer Poecilia-Arten. Die Körperlänge beträgt 5–12 cm, wobei Weibchen deutlich größer werden als Männchen. Die Färbung reicht von tiefem Samtschwarz bis zu einem dunklen Anthrazit. Ideal ist eine gleichmäßig schwarze Färbung ohne helle Flecken.

Männchen besitzen die für Segelflossen-Mollys typische, vergrößerte Rückenflosse, die „segelflossenartig" aufgestellt werden kann. Zudem haben sie ein zu einem Gonopodium umgewandeltes Afterflossenorgan, das als Begattungsorgan dient und ein eindeutiges Geschlechtsmerkmal darstellt. Weibchen sind fülliger und rundlicher, besonders in der Bauchregion, wenn sie trächtig sind.

Verbreitung & Lebensraum

Die Wildform des Segelflossen-Mollys ist im südlichen Nordamerika beheimatet – von North Carolina über Florida bis nach Texas und entlang der Golfküste nach Mexiko und Zentralamerika. Der Black Molly als Zuchtform existiert nicht in der Natur, sondern wurde in Zuchtanlagen in Südostasien und den USA entwickelt.

Die Wildform bewohnt küstennahe Süß- und Brackwasserlebensräume wie Sümpfe, Lagunen, Gräben, Flussdeltas und Mangrovenbereiche. Sie toleriert eine breite Spanne an Salzgehalten und kommt sowohl in reinem Süßwasser als auch in fast reinem Meerwasser vor. Diese Salztoleranz spiegelt sich auch in den Haltungsanforderungen des Black Mollys wider.

Lebensweise & Verhalten

Black Mollys sind aktive, gesellige Fische, die den mittleren und oberen Wasserbereich bewohnen. Männchen zeigen ein intensives Balzverhalten und werben ständig um die Gunst der Weibchen, indem sie ihre Rückenflosse aufstellen und sich von der Seite präsentieren. Bei zu wenigen Weibchen können die Männchen aufdringlich werden.

Halte daher immer einen Überschuss an Weibchen (Verhältnis 1:2 bis 1:3). Die Tiere sind friedlich und eignen sich gut für Gesellschaftsaquarien. Sie sind tagaktiv und ständig in Bewegung, wobei sie auch gerne an Algenaufwuchs knabbern. Black Mollys gelten als robuste Anfängerfische, benötigen aber härteres, leicht alkalisches Wasser als viele andere Tropenfische.

Ernährung

Der Black Molly ist ein Allesfresser mit einer starken Neigung zu pflanzlicher Kost. In der Natur ernährt sich die Wildform hauptsächlich von Algen, Aufwuchs und Detritus, ergänzt durch kleine Wirbellose und Insektenlarven.

Im Aquarium biete ihm eine ausgewogene Mischung aus pflanzlichem und tierischem Futter: Spirulina-Flocken, Algen-Tabs, überbrühtes Gemüse (Gurke, Salat, Spinat) sowie Flockenfutter, Frostfutter (Artemia, Daphnien) und gelegentlich Lebendfutter. Ein hoher Anteil pflanzlicher Nahrung beugt Verdauungsproblemen vor, die bei Mollys häufig auftreten.

Fortpflanzung

Als Lebendgebärender bringt der Black Molly keine Eier, sondern voll entwickelte Jungfische zur Welt. Die Tragzeit beträgt 4–6 Wochen, abhängig von Temperatur und Ernährung. Ein Weibchen kann alle 4–6 Wochen 20–80 Jungfische zur Welt bringen, wobei größere Weibchen mehr Nachwuchs produzieren.

Die Jungfische sind bei der Geburt etwa 1 cm groß und sofort schwimmfähig. In einem gut bepflanzten Becken mit Versteckmöglichkeiten (Schwimmpflanzen, dichte Vegetation) überleben viele Jungtiere auch ohne ein separates Aufzuchtbecken. Die Aufzucht gelingt mit feinem Flockenfutter, Artemia-Nauplien und Spirulina-Pulver.

Haltung im Aquarium

Black Mollys benötigen ein Aquarium ab 100 Litern, da sie aktive Schwimmer sind und in Gruppen gehalten werden sollten. Halte mindestens 4–6 Tiere mit einem deutlichen Weibchenüberschuss. Das Becken sollte gut bepflanzt sein und ausreichend Schwimmraum bieten.

Besonders wichtig ist die Wasserchemie: Black Mollys bevorzugen mittelhartes bis hartes Wasser (15–30 °dGH) mit einem leicht alkalischen pH-Wert von 7,0–8,5. Zu weiches, saures Wasser führt häufig zu Gesundheitsproblemen. Ein Teelöffel Meersalz pro 20 Liter kann das Wohlbefinden fördern, ist aber nicht zwingend erforderlich. Die Temperatur sollte bei 24–28 °C liegen. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, da Mollys empfindlich auf Nitritbelastung reagieren.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Wildform Poecilia latipinna wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet häufig und anpassungsfähig. Eingeführte Populationen existieren in vielen tropischen und subtropischen Regionen weltweit.

Der Black Molly als Zuchtform wird ausschließlich in Zuchtanlagen vermehrt. Es werden keine Wildfänge für den Aquarienhandel benötigt. Beachte, dass ausgesetzte Mollys in einigen Regionen als invasive Art Probleme verursachen – setze niemals Aquarienfische in natürliche Gewässer aus.

Quellen

  1. FishBase: Poecilia latipinnafishbase.se
  2. IUCN Red List: Poecilia latipinnaiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Poecilia latipinnaseriouslyfish.com
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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