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Blauer Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus)

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Blauer Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus)

Bildquelle: LuqmanAziz90 / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Blaue Kongosalmler ist einer der farbenprächtigsten Schwarmfische Afrikas. Sein schillernder Körper reflektiert je nach Lichteinfall alle Farben des Regenbogens – von Blau und Türkis über Grün bis hin zu Gold und Orange. Die prächtigen, lang ausgezogenen Flossen der Männchen machen ihn zu einem wahren Schmuckstück.

Der Blaue Kongosalmler ist einer der farbenprächtigsten Schwarmfische Afrikas. Sein schillernder Körper reflektiert je nach Lichteinfall alle Farben des Regenbogens – von Blau und Türkis über Grün bis hin zu Gold und Orange. Die prächtigen, lang ausgezogenen Flossen der Männchen machen ihn zu einem wahren Schmuckstück.

Steckbrief: Blauer Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus)
Wissenschaftlicher NamePhenacogrammus interruptus
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieAfrikanische Salmler (Alestidae)
GattungPhenacogrammus
Größe6–8 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungDemokratische Republik Kongo (Kongo-Becken)
LebensraumLangsam fließende Wald- und Savannenbäche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 120 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Blaue Kongosalmler erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Das herausragende Merkmal ist sein iridisierender Schuppenglanz: Je nach Lichteinfall schimmert der Körper in Blau, Türkis, Grün, Gold und Orange – ein faszinierendes Farbspiel, das keine Beschreibung dem tatsächlichen Anblick gerecht werden lässt.

Männchen sind deutlich farbenprächtiger als Weibchen und besitzen charakteristisch verlängerte Rücken-, After- und Schwanzflossen mit einer schleierartigen Erweiterung. Die mittleren Strahlen der Schwanzflosse sind zipfelartig verlängert. Weibchen sind kleiner, fülliger und haben kürzere Flossen mit weniger intensiven Farben. Die Unterscheidung der Geschlechter ist bei ausgewachsenen Tieren leicht möglich.

Verbreitung & Lebensraum

Der Blaue Kongosalmler stammt aus dem Kongo-Becken in der Demokratischen Republik Kongo, dem zweitgrößten Flusssystem Afrikas. Er bewohnt dort langsam fließende Waldbäche und Nebenflüsse in bewaldeten Gebieten. Sein Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf die zentralen Bereiche des Kongo-Beckens.

Die Heimatgewässer sind typischerweise leicht sauer und weich mit einem sandigen bis schlammigen Bodengrund, bedeckt von Falllaub und umgestürzten Bäumen. Die dichte Waldvegetation beschattet die Gewässer und sorgt für ein gedämpftes Licht – unter diesen Bedingungen kommen die iridisierenden Farben der Salmler besonders schön zur Geltung.

Lebensweise & Verhalten

Blaue Kongosalmler sind friedliche, tagaktive Schwarmfische, die in Gruppen von 10 und mehr Tieren den mittleren Wasserbereich bewohnen. Im Schwarm fühlen sie sich sicher und zeigen ihre natürlichen Verhaltensweisen – einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehaltene Tiere sind oft blass, scheu und verkümmern.

Männchen zeigen ein beeindruckendes Rivalitätsverhalten: Sie spreizen ihre prächtigen Flossen und schwimmen nebeneinander her, um ihre Farben und Flossenlänge zu vergleichen. Diese Auseinandersetzungen sind harmlos und dienen der Rangordnung innerhalb des Schwarms. Im Aquarium sind die Tiere etwas schreckhaft und können bei plötzlichen Störungen panisch durch das Becken schießen – eine sanfte Beleuchtung und Ruhezonen helfen.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Blaue Kongosalmler von Insekten, Insektenlarven, kleinen Würmern und pflanzlichem Material. Er sammelt Nahrung sowohl von der Wasseroberfläche als auch aus dem mittleren Wasserbereich.

Im Aquarium ist er ein unkomplizierter Allesfresser. Hochwertiges Flockenfutter und Granulat bilden die Grundlage, ergänzt durch regelmäßiges Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Daphnien) und gelegentlich Lebendfutter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem Anteil pflanzlicher Kost (Spirulina-Flocken) fördert die Farbentwicklung und stärkt das Immunsystem.

Fortpflanzung

Die Zucht des Blauen Kongosalmlers ist im Aquarium möglich, aber anspruchsvoll. Die Tiere sind Freilaicher und verstreuen ihre relativ großen Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen. Die Eier sind leicht klebrig und heften sich an Pflanzen und Moos. Pro Laichvorgang werden 100–300 Eier abgegeben.

Ein weiches, leicht saures Zuchtbecken mit feinfiedrigen Pflanzen oder Wollmops und einer Temperatur von 26–28 °C bietet die besten Erfolgsaussichten. Die Eltern neigen zum Laichräubertum und sollten nach dem Ablaichen entfernt werden. Die Larven schlüpfen nach 5–6 Tagen und werden mit Infusorien und später Artemia-Nauplien aufgezogen.

Haltung im Aquarium

Der Blaue Kongosalmler benötigt ein Aquarium ab 120 Litern und sollte in einem Schwarm von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden. Das Becken sollte gut bepflanzt sein, aber auch ausreichend freien Schwimmraum bieten. Ein dunkler Bodengrund und Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht lassen die iridisierenden Farben optimal zur Geltung kommen.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 bei weichem bis mittelhartem Wasser. Die Vergesellschaftung gelingt mit anderen friedlichen Arten ähnlicher Größe, wobei zu kleine Beifische gemieden werden sollten. Ideale Partner sind andere afrikanische Arten, Bärblinge und friedliche Bodenbewohner wie Panzerwelse.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Blaue Kongosalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Im Kongo-Becken ist er verbreitet und lokal häufig. Die größten Bedrohungen für seinen Lebensraum sind Abholzung und Gewässerverschmutzung, die aber seine Gesamtpopulation bisher nicht wesentlich beeinträchtigt haben.

In der Aquaristik sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Nachzuchten aus Asien dominieren den Markt und sind in der Regel robuster und anpassungsfähiger. Wildfänge aus dem Kongo zeigen oft intensivere Farben, sind aber empfindlicher bei der Eingewöhnung.

Quellen

  1. FishBase: Phenacogrammus interruptusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Phenacogrammus interruptusiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Phenacogrammus interruptusseriouslyfish.com
  4. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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