Fische (Salzwasser)

Blauer Neon-Grundel (Elacatinus oceanops)

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Blauer Neon-Grundel (Elacatinus oceanops)

Bildquelle: Stubblefield Photography / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Blaue Neon-Grundel ist ein winziger Putzerfisch aus der Karibik, der mit seinem leuchtend blauen Streifen auf schwarzem Körper sofort ins Auge fällt. Als einer der ersten erfolgreich nachgezüchteten Meerwasserfische ist sie ein Meilenstein der Meerwasseraquaristik.

Die Blaue Neon-Grundel ist ein winziger Putzerfisch aus der Karibik, der mit seinem leuchtend blauen Streifen auf schwarzem Körper sofort ins Auge fällt. Als einer der ersten erfolgreich nachgezüchteten Meerwasserfische ist sie ein Meilenstein der Meerwasseraquaristik.

Steckbrief: Blauer Neon-Grundel (Elacatinus oceanops)
Wissenschaftlicher NameElacatinus oceanops
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungElacatinus
Größe3–5 cm
Lebenserwartung2–3 Jahre
VerbreitungKaribik und westlicher Atlantik
LebensraumKorallenriffe, Putzerstationen auf Korallenköpfen
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Blaue Neon-Grundel ist mit einer Körperlänge von nur 3–5 cm ein echtes Zwergfisch. Der schlanke Körper ist tiefschwarz bis dunkelblau gefärbt, durchzogen von einem leuchtend neonblauen Längsstreifen, der vom Kopf bis zur Schwanzflosse reicht. Dieser Streifen erstrahlt unter der Aquarienbeleuchtung besonders intensiv.

Der Kopf ist leicht abgeflacht und das Maul ist klein. Die Augen sind groß und dunkel. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verschmolzen, mit der sich die Grundel an Oberflächen festhalten kann. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden, wobei Weibchen beim Tragen von Eiern einen etwas rundlicheren Bauch zeigen.

Verbreitung & Lebensraum

Die Blaue Neon-Grundel ist in der Karibik und dem westlichen Atlantik von Südflorida über die Bahamas bis nach Honduras und Belize verbreitet. Sie bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 1–40 Metern, wo sie auf Korallenköpfen sogenannte „Putzerstationen" betreibt.

An diesen Stationen warten die Grundeln auf größere Fische, die zur Parasitenentfernung vorbeikommen. Die Putzerstationen sind feste Orte im Riff und werden über lange Zeit aufrechterhalten. Die Grundeln teilen sich ihre Station oft mit einem Partner oder in kleinen Gruppen.

Lebensweise & Verhalten

Das faszinierende Putzverhalten ist das Highlight dieser Art. Die Blaue Neon-Grundel reinigt größere Fische von Parasiten, abgestorbener Haut und Schleimresten. Die „Kunden" stellen sich an der Putzerstation an und verharren ruhig, während die winzige Grundel über ihren Körper, in die Kiemen und sogar ins Maul wandert.

Dieses Verhalten ist eine echte Symbiose: Der Putzerfisch erhält Nahrung, und der Kunde wird von lästigen Parasiten befreit. Selbst potenzielle Raubfische halten bei der Reinigung still und fressen die Grundel nicht. Im Aquarium zeigen Neon-Grundeln dieses Putzverhalten auch gegenüber ihren Mitbewohnern.

Die Tiere sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages auf oder in der Nähe ihrer bevorzugten Koralle oder eines festen Sitzplatzes. Sie sind friedlich und auch gegenüber Artgenossen verträglich.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Blaue Neon-Grundel hauptsächlich von Ektoparasiten (Isopoden, Copepoden) und Schleimresten, die sie von den Körperoberflächen größerer Fische entfernt. Ergänzend nimmt sie Zooplankton und kleine Krebstiere auf.

Im Aquarium akzeptiert sie feines Frostfutter wie Artemia, Cyclops und Mysis sowie feines Granulat und Flockenfutter. Die Fütterung ist unkompliziert, und die Tiere nehmen nach kurzer Eingewöhnung die meisten angebotenen Futtermittel an. Füttere mehrmals täglich kleine Mengen, um den kleinen Grundeln ausreichend Nahrung zu bieten.

Fortpflanzung

Die Blaue Neon-Grundel war einer der ersten Meerwasserfische, der erfolgreich in Gefangenschaft nachgezüchtet wurde. Das Paar legt seine Eier in kleinen Höhlen oder Röhren ab, wo das Männchen sie bis zum Schlupf bewacht. Die Eier kleben an der Höhlendecke und werden vom Männchen belüftet.

Die Larven schlüpfen nach etwa 7–10 Tagen und können mit Rädertierchen und später Artemia-Nauplien aufgezogen werden. Die Nachzucht ist im Vergleich zu vielen anderen Meerwasserfischen relativ einfach und wird von vielen Hobbyisten erfolgreich durchgeführt. Nachzuchten sind im Handel gut verfügbar und sollten Wildfängen vorgezogen werden.

Haltung im Aquarium

Die Blaue Neon-Grundel ist ein idealer Bewohner für kleine Riffaquarien ab 60 Litern. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an die Einrichtung, schätzt aber einen festen Sitzplatz in Form eines Korallenastes, einer Muschel oder eines Steins, von dem aus sie das Treiben im Becken beobachten kann.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Der Fisch ist absolut riffkompatibel und stellt keine Gefahr für Korallen oder Wirbellose dar. Er ist friedlich und kann problemlos mit anderen kleinen, friedlichen Riffbewohnern vergesellschaftet werden.

Du kannst die Blaue Neon-Grundel einzeln, paarweise oder in einer kleinen Gruppe halten. In Gruppen bilden sich Paare, die gemeinsam eine Putzerstation betreiben. Das Putzverhalten im Aquarium ist ein faszinierendes Schauspiel, das die natürliche Symbiose im Riff veranschaulicht.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Blaue Neon-Grundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in der Karibik häufig und die Bestände sind stabil. Durch die erfolgreiche Nachzucht in Aquakulturen wird der Fangdruck auf die Wildpopulationen zusätzlich reduziert.

Kaufe bevorzugt Nachzuchten, die nicht nur robuster und besser an das Aquarienleben angepasst sind, sondern auch den Schutz der Wildbestände unterstützen. Die Blaue Neon-Grundel gilt als Vorbild für die nachhaltige Meerwasseraquaristik.

Quellen

  1. FishBase: Elacatinus oceanopsfishbase.se
  2. IUCN Red List: Elacatinus oceanopsiucnredlist.org
  3. Hoff, F. H. (1996): Conditioning, Spawning and Rearing of Fish with Emphasis on Marine Clownfish. Aquaculture Consultants Inc.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  5. Colin, P. L. (2010): Fishes as living parasitology. Coral Reefs, 29, 1–14.

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