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Blauer Neon (Paracheirodon simulans)

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Blauer Neon (Paracheirodon simulans)

Bildquelle: boban_nz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Blaue Neon ist der kleinste Vertreter der Neon-Salmler und ein Juwel für Nano- und Schwarzwasseraquarien. Sein leuchtend blaugrüner Streifen erstreckt sich über die gesamte Körperlänge und leuchtet im Schwarm wie ein Band aus flüssigem Neon. Er ist der zarteste, aber auch einer der natürlichsten Neon-Vertreter.

Der Blaue Neon ist der kleinste Vertreter der Neon-Salmler und ein Juwel für Nano- und Schwarzwasseraquarien. Sein leuchtend blaugrüner Streifen erstreckt sich über die gesamte Körperlänge und leuchtet im Schwarm wie ein Band aus flüssigem Neon. Er ist der zarteste, aber auch einer der natürlichsten Neon-Vertreter.

Steckbrief: Blauer Neon (Paracheirodon simulans)
Wissenschaftlicher NameParacheirodon simulans
OrdnungSalmlerartige (Characiformes)
FamilieEchte Salmler (Characidae)
GattungParacheirodon
Größe2–3 cm
Lebenserwartung2–4 Jahre
VerbreitungOberer Rio Negro und Orinoco (Brasilien, Venezuela, Kolumbien)
LebensraumSchwarzwasserbäche, überschwemmte Waldgebiete (Igapó)
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert4.5–6.5
Wasserhärte1–5 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Blaue Neon ist mit nur 2–3 cm der kleinste Vertreter der Gattung Paracheirodon. Sein schlanker, leicht durchscheinender Körper wird von einem leuchtend blaugrünen Irideszenzstreifen dominiert, der von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel reicht – länger als bei Neon und Rotem Neon. Das Rot unterhalb des blauen Streifens ist dezenter als beim Roten Neon und beschränkt sich auf einen kleinen Bereich am Schwanzstiel.

Die Grundfärbung ist silbrig-transparent, die Flossen sind farblos und durchsichtig. Männchen und Weibchen sind schwer zu unterscheiden, wobei Weibchen etwas fülliger sind. Im Schwarm erzeugen die leuchtenden Blaustreifen einen faszinierenden optischen Effekt, der an tanzende Lichtpunkte erinnert.

Verbreitung & Lebensraum

Der Blaue Neon kommt im oberen Rio Negro und im Orinoco-Becken in Brasilien, Venezuela und Kolumbien vor. Er lebt in typischen Schwarzwassergewässern – langsam fließende Waldbäche und überschwemmte Wälder (Igapó) mit extrem weichem, saurem Wasser, das durch Huminstoffe dunkelbraun gefärbt ist.

In seinen Heimatgewässern ist der pH-Wert oft unter 5,0, die Wasserhärte nahezu null und die Leitfähigkeit extrem niedrig. Das Wasser enthält kaum Mineralien, dafür aber hohe Konzentrationen von Tanninen und Huminsäuren aus dem Falllaub und den Wurzeln des Regenwaldes. Unter diesen Bedingungen leben nur wenige spezialisierte Fischarten.

Lebensweise & Verhalten

Blaue Neons leben in großen Schwärmen von hunderten bis tausenden Tieren in der Natur. Im Schwarm bieten sie weniger Angriffsfläche für Fressfeinde und der leuchtende Blaustreifen dient als optisches Signal zur Schwarmkoordination. Die Tiere sind tagaktiv und halten sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf.

Im Aquarium solltest du sie in möglichst großen Schwärmen (mindestens 10, besser 20 oder mehr Tiere) halten. Nur in der Gruppe zeigen sie ihr natürliches Schwarmverhalten und die Fische fühlen sich sicher. Einzelne oder in kleinen Gruppen gehaltene Tiere sind ständig gestresst und krankheitsanfällig. In gut eingerichteten Schwarzwasseraquarien leuchten die blauen Streifen besonders intensiv.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Blaue Neon von winzigen Wirbellosen, Mikroorganismen und organischen Partikeln im Schwarzwasser. Sein kleines Maul ist an die Aufnahme von Kleinstfutter angepasst.

Im Aquarium nimmt er feines Flockenfutter, Mikrogranulat und besonders gerne feines Frostfutter (Artemia, Cyclops, Daphnien) an. Lebendfutter wie Artemia-Nauplien und Mikrowürmer werden begeistert gefressen. Achte auf maulgerechte Futterpartikel – zu großes Futter wird ignoriert. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag entsprechen dem natürlichen Fressverhalten besser als eine einzelne Großfütterung.

Fortpflanzung

Die Zucht des Blauen Neons ist anspruchsvoll und gelingt nur in sehr weichem, saurem Wasser (pH unter 5,5, Härte unter 2 °dGH). Die Tiere sind Freilaicher und verstreuen ihre winzigen, lichtempfindlichen Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder Wollmops. Die Eier sind nicht klebrig und sinken zu Boden.

Das Zuchtbecken muss abgedunkelt werden, da die Eier lichtempfindlich sind. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und sind extrem klein. Die Aufzucht erfordert Infusorien als Erstfutter, später feinste Artemia-Nauplien. Die meisten im Handel erhältlichen Blauen Neons sind Wildfänge aus dem oberen Rio Negro, Nachzuchten sind selten.

Haltung im Aquarium

Der Blaue Neon eignet sich für Nano-Aquarien ab 40 Litern und sollte in einem Schwarm von mindestens 10–15 Tieren gehalten werden, besser mehr. Ein Schwarzwasseraquarium mit dunklem Bodengrund, Wurzeln, Falllaub (Seemandelbaumblätter, Eichenlaub) und gedämpftem Licht durch Schwimmpflanzen ist die ideale Umgebung.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen. Der entscheidende Faktor ist die Wasserchemie: Sehr weiches (1–5 °dGH), saures Wasser (pH 4,5–6,5) ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit dieser Art essentiell. Torffilterung oder Schwarzwasserextrakt helfen, die gewünschten Werte zu erreichen. Vergesellschafe den Blauen Neon nur mit anderen Schwarzwasserbewohnern wie Roten Neons, Panzerwelsen und Zwergbuntbarschen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Blaue Neon wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im Einzugsgebiet des oberen Rio Negro und Orinoco verbreitet und lokal häufig. Potenzielle Bedrohungen bestehen durch Habitatverlust durch Abholzung, Bergbau und Gewässerverschmutzung.

Die meisten im Aquarienhandel erhältlichen Blauen Neons sind Wildfänge. Die Sammlung für den Export bildet eine wichtige Einnahmequelle für lokale Gemeinden am Rio Negro (Projekt Piaba). Ein nachhaltiger Fang, der die Wildpopulationen nicht gefährdet, wird durch verschiedene Schutzprogramme gefördert.

Quellen

  1. FishBase: Paracheirodon simulansfishbase.se
  2. IUCN Red List: Paracheirodon simulansiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Paracheirodon simulansseriouslyfish.com
  4. Chao, N. L. et al. (2001): Project Piaba – Sustainable ornamental fisheries of the Rio Negro. Biological Conservation, 97(1), 43–49.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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