Die Blaupunkt-Grundel ist ein einzigartiger kleiner Sandbewohner, dessen riesige augenähnliche Flecken auf den Rückenflossen an die Augen eines großen Raubfisches erinnern. Dieses clevere Täuschungsmanöver schützt den kleinen Fisch vor Fressfeinden.
| Wissenschaftlicher Name | Signigobius biocellatus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Grundeln (Gobiidae) |
| Gattung | Signigobius |
| Größe | 5–7 cm |
| Lebenserwartung | 2–4 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Philippinen bis Great Barrier Reef) |
| Lebensraum | Sandige Flachwasserbereiche nahe Korallenriffen, 2–30 m Tiefe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 150 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Die Blaupunkt-Grundel erreicht nur 5–7 cm Körperlänge und besitzt einen kompakten, leicht hochrückigen Körper. Die Grundfärbung ist weißlich bis sandfarben mit braunen Flecken und Streifen. Das auffälligste Merkmal sind die zwei großen, dunklen Augenflecken (Ocellen) auf den Rückenflossen, die von einem hellen Ring umgeben sind.
Wenn die Grundel ihre Rückenflossen aufstellt, wirken diese Augenflecken wie die Augen eines deutlich größeren Fisches – ein bemerkenswertes Beispiel für Mimikry im Tierreich. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verschmolzen. Die Augen des Fisches selbst sind groß und hoch am Kopf positioniert.
Verbreitung & Lebensraum
Die Blaupunkt-Grundel kommt im westlichen Pazifik vor, von den Philippinen über Indonesien und Papua-Neuguinea bis zum Great Barrier Reef und den Salomonen. Sie bewohnt sandige und schlammige Flachwasserbereiche in der Nähe von Korallenriffen in Tiefen von 2–30 Metern.
Die Tiere leben paarweise und graben sich eine Höhle im Sand, die sie als Rückzugsort und Laichplatz nutzen. Sie bevorzugen geschützte Bereiche mit feinem Sand und der Nähe zu Riffstrukturen, die bei Gefahr als zusätzlicher Schutz dienen.
Lebensweise & Verhalten
Das auffälligste Verhalten der Blaupunkt-Grundel ist ihre einzigartige Abschreckstrategie. Bei Bedrohung stellt sie ihre Rückenflossen weit auf und spreizt gleichzeitig die Bauchflossen ab, wodurch die großen Augenflecken deutlich sichtbar werden. Gleichzeitig bewegt sie sich ruckartig und hüpfend über den Sand – das Gesamtbild erinnert an einen deutlich größeren Fisch und schreckt viele Räuber ab.
Die Tiere leben paarweise und durchsuchen gemeinsam den Sand nach Nahrung. Dabei nehmen sie Maulvoll Sand auf und sieben ihn nach fressbaren Partikeln durch. Ihr Grabverhalten hilft, den Bodengrund im Aquarium sauber zu halten.
Im Aquarium sind sie friedliche, aber scheue Bewohner, die sich erst nach einer Eingewöhnungszeit offen zeigen. Ein harmonierendes Paar zeigt ein faszinierendes Sozialverhalten und ist ständig gemeinsam unterwegs.
Ernährung
In der Natur durchsiebt die Blaupunkt-Grundel den Sand nach kleinen Krebstieren, Würmern und organischen Partikeln. Sie ist ein spezialisierter Sandbewohner, der den Großteil seiner Nahrung im Substrat findet.
Im Aquarium kann die Fütterung anfangs eine Herausforderung sein, da die Tiere bevorzugt Futter vom Boden aufnehmen. Feines Frostfutter (Artemia, Cyclops, Mysis), das direkt auf den Sand gegeben wird, wird am besten angenommen. Mit der Zeit akzeptieren viele Exemplare auch feines Granulat. Füttere mehrmals täglich in kleinen Mengen.
Fortpflanzung
Die Blaupunkt-Grundel laicht in ihrer Sandhöhle ab. Die Eier werden an der Höhlendecke befestigt und von beiden Eltern bewacht. Die Brutpflege ist bei dieser Art besonders ausgeprägt, da beide Partner abwechselnd das Gelege fächeln und verteidigen.
Die Larven sind pelagisch und treiben nach dem Schlupf im freien Wasser. Die Aufzucht im Aquarium ist schwierig, da die Larven sehr klein sind und spezielles Lebendfutter benötigen. Dennoch kommt es bei gut eingewöhnten Paaren regelmäßig zu Laichvorgängen.
Haltung im Aquarium
Die Blaupunkt-Grundel eignet sich für Riffaquarien ab 200 Litern mit einer Sandschicht von mindestens 5 cm feinem Sand. Das Becken sollte ruhige Bereiche mit wenig Strömung bieten, in denen die Grundel ungestört graben und fressen kann.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Der Fisch ist riffkompatibel und belästigt keine Korallen. Halte ihn idealerweise paarweise und vermeide die Vergesellschaftung mit aggressiven oder sehr aktiven Fischen, die den scheuen Grundeln den Zugang zum Futter streitig machen könnten.
Eine Eingewöhnungsphase von mehreren Wochen ist normal, in der sich die Tiere zunächst verstecken und nur zaghaft zeigen. Mit Geduld und regelmäßiger Fütterung werden sie zunehmend zutraulicher.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Blaupunkt-Grundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sie kommt im westlichen Pazifik verbreitet vor und die Bestände gelten als stabil.
Für die Aquaristik werden die Tiere als Wildfänge importiert. Achte beim Kauf auf Tiere mit rundem Bauch und aktivem Verhalten. Abgemagerte Exemplare sind oft schwer aufzupäppeln. Nachzuchten sind im Handel leider kaum verfügbar.
Quellen
- FishBase: Signigobius biocellatus – fishbase.se
- IUCN Red List: Signigobius biocellatus – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Michael, S. W. (2001): Marine Fishes: 500+ Essential-to-Know Aquarium Species. TFH Publications.
