Kröten

Amerikanische Kröte (Anaxyrus americanus)

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Blaupunkt-Kröte (Anaxyrus americanus)

Bildquelle: Fotoz by David G / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Amerikanische Kröte ist eine der häufigsten Amphibienarten im östlichen Nordamerika. Sie ist anpassungsfähig, nachtaktiv und ein wichtiger Insektenvertilger. Ihre Haut variiert von braun über grau bis olivgrün und ist mit typischen Warzen und markanten Parotiden besetzt.

📚 Steckbrief – Amerikanische Kröte (Anaxyrus americanus)
Wissenschaftlicher NameAnaxyrus americanus
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieKröten (Bufonidae)
GattungAnaxyrus
Größe5–10 cm
Gewicht15–55 g
Lebenserwartung5–10 Jahre (in Gefangenschaft bis 15 Jahre)
VerbreitungÖstliches Nordamerika (Kanada bis Mexiko)
LebensraumWälder, Gärten, Wiesen, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Die Amerikanische Kröte erreicht eine Körperlänge von 5–10 cm, wobei Weibchen generell etwas größer werden als Männchen. Die Hautfarbe variiert stark – von braun, grau und olivgrün bis hin zu rötlichen Tönen. Die gesamte Oberseite ist mit Warzen besetzt, die jeweils ein oder zwei rötliche bis bräunliche Drüsen enthalten.

Charakteristisch sind die großen, nierenförmigen Parotiden hinter den Augen, die durch knochige Leisten (Cranialcristen) mit diesen verbunden sind. Die Bauchseite ist cremefarben bis weißlich, meist mit dunklen Flecken. Die Pupillen sind horizontal, die Iris goldfarben. Männchen sind während der Paarungszeit an ihren dunklen Kehlen und Brunftschwielen an den Daumen erkennbar.

Verbreitung & Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Amerikanischen Kröte erstreckt sich über weite Teile des östlichen Nordamerikas – von den Maritimen Provinzen Kanadas im Norden über die US-Bundesstaaten östlich der Great Plains bis in den Norden Mexikos. Die Art kommt in Höhenlagen vom Meeresniveau bis etwa 2.000 m vor.

Als Lebensraum bevorzugt die Amerikanische Kröte feuchte Laubwälder, Gärten, Wiesen und Feuchtgebiete. Sie ist sehr anpassungsfähig und kommt auch in städtischen und vorstädtischen Gebieten häufig vor. Zur Fortpflanzung werden flache, stehende oder langsam fließende Gewässer aufgesucht – von Pfützen über Gräben bis hin zu Teichufern.

Lebensweise & Verhalten

Die Amerikanische Kröte ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in selbst gegrabenen flachen Erdmulden oder unter Steinen, Brettern und anderem Schutz. Sie ist bodenbewohnend und bewegt sich eher laufend als springend fort.

In den nördlichen Teilen ihres Verbreitungsgebiets hält die Art eine Winterruhe von Oktober bis März, die sie in frostfreien Erdlöchern oder unter Baumstümpfen verbringt. Die Tiere graben sich dabei teilweise bis zu 50 cm tief ein. Im Frühjahr wandern sie zu den Laichgewässern, wobei die Männchen charakteristische, langgezogene Trillertöne als Paarungsrufe ausstoßen, die bis zu 30 Sekunden andauern können.

Ernährung

Die Amerikanische Kröte ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere. Zu ihrer Hauptnahrung zählen Käfer, Ameisen, Schnecken, Regenwürmer, Tausendfüßler und Spinnen. Eine einzelne Kröte kann in einer einzigen Nacht hunderte von Insekten fressen und vertilgt in einem Sommer schätzungsweise bis zu 10.000 Insekten.

Die Beute wird mit der klebrigen Zunge gefangen, die blitzschnell herausgeschleudert wird. Kaulquappen ernähren sich filtrierend von Algen, Detritus und Biofilmen auf Steinen und Pflanzen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, typischerweise von März bis Juni, sobald die Wassertemperaturen 10–15 °C erreichen. Die Männchen versammeln sich an flachen Gewässern und locken Weibchen mit einem melodischen, trillernden Ruf an, der an ein hohes Summen erinnert.

Das Weibchen legt 4.000–8.000 Eier in langen, doppelreihigen Laichschnüren ab. Die schwarzen Eier sind in eine gallertartige Hülle eingebettet und werden um Wasserpflanzen gewickelt. Die Kaulquappen schlüpfen nach 3–12 Tagen und durchlaufen die Metamorphose in etwa 50–65 Tagen. Die winzigen Jungkröten (ca. 1 cm) verlassen dann das Wasser und erreichen die Geschlechtsreife nach 2–3 Jahren.

Haltung im Terrarium

Die Amerikanische Kröte eignet sich grundsätzlich für die Terrarienhaltung. Ein Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm mit einer dicken Schicht lockerer Erde oder Kokoshumus, Verstecken aus Korkrinde und einem flachen Wasserbecken ist empfehlenswert. Die Temperatur sollte tagsüber bei 20–24 °C liegen, nachts etwas kühler. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate ist für das Wohlbefinden wichtig.

Gefüttert wird mit Grillen, Heimchen, kleinen Regenwürmern und Asseln. Eine regelmäßige Vitamin- und Mineralstoffergänzung (Kalzium + Vitamin D3) ist empfehlenswert. Die Art ist in Europa im Fachhandel als Nachzucht gelegentlich erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Amerikanische Kröte wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Populationen sind insgesamt stabil, lokal gehen die Bestände jedoch durch Lebensraumverlust, Pestizide und Straßenverkehr zurück. Auch der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) stellt eine potenzielle Bedrohung dar, obwohl die Art als relativ widerstandsfähig gilt.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Anaxyrus americanus – amphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Anaxyrus americanus – www.iucnredlist.org
  3. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  4. National Wildlife Federation: American Toad – www.nwf.org

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