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Blaupunktbuntbarsch (Andinoacara pulcher)

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Blaupunktbuntbarsch (Andinoacara pulcher)

Bildquelle: NERYXCOM / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Blaupunktbuntbarsch, auch als Electric Blue Acara bekannt, ist ein mittelgroßer, vergleichsweise friedlicher Buntbarsch aus Südamerika. Seine schimmernden blauen Punkte und Linien auf olivgrünem Grund machen ihn zu einem attraktiven Aquarienbewohner, der auch für fortgeschrittene Anfänger geeignet ist.

Der Blaupunktbuntbarsch, auch als Electric Blue Acara bekannt, ist ein mittelgroßer, vergleichsweise friedlicher Buntbarsch aus Südamerika. Seine schimmernden blauen Punkte und Linien auf olivgrünem Grund machen ihn zu einem attraktiven Aquarienbewohner, der auch für fortgeschrittene Anfänger geeignet ist.

Steckbrief: Blaupunktbuntbarsch (Andinoacara pulcher)
Wissenschaftlicher NameAndinoacara pulcher
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungAndinoacara
Größe12–16 cm
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Venezuela, Trinidad und Tobago, Kolumbien)
LebensraumLangsam fließende Flüsse, Bäche, stehende Gewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 150 Liter
Temperatur22–28 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Blaupunktbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 12–16 cm und besitzt einen gedrungenen, hochrückigen Körper. Die Grundfärbung ist olivgrün bis graubraun, übersät mit leuchtend blaugrünen Glanzpunkten und kurzen Linien, die sich über Kopf, Flanken und Flossen erstrecken. Ein dunkler Fleck in der Körpermitte und mehrere undeutliche Querstreifen sind typisch.

Die Flossen sind groß und zeigen ebenfalls blaue Glanzpunkte und orange-rote Ränder. Männchen werden etwas größer als Weibchen und haben stärker ausgezogene Rücken- und Afterflossen. In der Aquaristik ist die Zuchtform „Electric Blue" besonders beliebt – eine durch selektive Zucht entstandene Variante mit intensiv blauer Ganzkörperfärbung.

Verbreitung & Lebensraum

Der Blaupunktbuntbarsch stammt aus dem nördlichen Südamerika und kommt in Venezuela, Trinidad und Tobago sowie im Norden Kolumbiens vor. Er bewohnt langsam fließende Flüsse, Bäche, Gräben und stehende Gewässer im Tiefland und in den unteren Bergregionen.

Die Heimatgewässer sind oft trüb mit mittelhartem Wasser und einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert. Der Bodengrund besteht aus Sand, Schlamm und Kies mit reichlich Totholz und Steinen. Die Tiere halten sich bevorzugt in der Nähe von Unterständen auf, die ihnen als Rückzugsmöglichkeit und Brutplatz dienen.

Lebensweise & Verhalten

Der Blaupunktbuntbarsch gilt als einer der friedlichsten mittelgroßen Buntbarsche und eignet sich daher gut für Gesellschaftsaquarien. Er bildet Reviere, verteidigt diese aber weniger aggressiv als viele andere Cichliden. Nur während der Brutpflege können die Elternfische andere Aquarienbewohner energischer vertreiben.

Die Tiere sind tagaktiv und erkunden neugierig ihr Revier. Sie gründeln im Sand nach Nahrung und zeigen ein interessantes Sozialverhalten mit Farbwechseln und Körpersprache. Im Vergleich zu vielen anderen Buntbarschen sind sie relativ grababstinent und zerstören die Bepflanzung weniger. Ein harmonierendes Paar zeigt eine enge Bindung und kümmert sich gemeinsam um den Nachwuchs.

Ernährung

Der Blaupunktbuntbarsch ist ein Allesfresser, der sich in der Natur von Insektenlarven, kleinen Krebstieren, Würmern und pflanzlichem Material ernährt. Er gründelt im Sand und sucht systematisch nach Nahrungspartikeln.

Im Aquarium nimmt er eine breite Palette an Futterarten an: Cichliden-Pellets, Flockenfutter, Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis) und gelegentlich Lebendfutter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem pflanzlichen Anteil (Spirulina, überbrühtes Gemüse) fördert die Farbentwicklung und hält die Tiere gesund. Füttere zwei- bis dreimal täglich in angemessenen Portionen.

Fortpflanzung

Der Blaupunktbuntbarsch ist ein Offenbrüter und Substratlaicher. Ein harmonierendes Paar reinigt einen flachen Stein oder eine ähnliche glatte Oberfläche und legt dort 200–500 Eier ab. Beide Elternteile bewachen das Gelege, belüften die Eier und verteidigen den Laichplatz gegen andere Fische.

Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Mulden umgebettet. Nach dem Freischwimmen (Tag 5–7) führen beide Eltern die Jungfische durch das Revier. Die Zucht gelingt im Aquarium relativ leicht, besonders in einem separaten Zuchtbecken. Die Jungfische werden mit Artemia-Nauplien und feinem Staubfutter aufgezogen.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar Blaupunktbuntbarsche empfiehlt sich ein Aquarium ab 150 Litern mit sandigem Bodengrund, Wurzeln, Steinen und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Eine dichte Bepflanzung wird toleriert und sogar geschätzt, solange genügend freier Schwimmraum bleibt. Robuste Pflanzenarten wie Anubias, Javafarn und Echinodorus eignen sich am besten.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 bei mittlerer Wasserhärte. Die Vergesellschaftung gelingt mit anderen robusten, nicht zu kleinen Fischen wie größeren Salmlern, Schwertträgern, Welsen und anderen mittelgroßen Buntbarschen. Vermeide sehr kleine Beifische, die gefressen werden könnten.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Blaupunktbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Venezuela und Trinidad verbreitet und anpassungsfähig. Lokale Bedrohungen durch Gewässerverschmutzung und Habitatverlust bestehen, beeinträchtigen die Gesamtpopulation aber nicht wesentlich.

In der Aquaristik sind überwiegend Nachzuchten erhältlich, insbesondere die beliebte „Electric Blue"-Zuchtform. Die Wildform wird seltener angeboten. Die Art vermehrt sich problemlos in Gefangenschaft.

Quellen

  1. FishBase: Andinoacara pulcherfishbase.se
  2. IUCN Red List: Andinoacara pulcheriucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Andinoacara pulcherseriouslyfish.com
  4. Stawikowski, R. & Werner, U. (1998): Die Buntbarsche Amerikas, Band 1. Eugen Ulmer Verlag.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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