Fische (Salzwasser)

Blaustreifen-Meergrundel (Valenciennea strigata)

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Blaustreifen-Meergrundel (Valenciennea strigata)

Bildquelle: Vladimir Wrangel / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Blaustreifen-Meergrundel ist ein beliebter Sandgräber im Meerwasseraquarium, der mit seinem hellen Körper und dem leuchtend gelben Kopf mit blauem Streifen unter dem Auge sofort auffällt. Als fleißiger Sandsieber hält sie den Bodengrund sauber und gut durchlüftet.

Die Blaustreifen-Meergrundel ist ein beliebter Sandgräber im Meerwasseraquarium, der mit seinem hellen Körper und dem leuchtend gelben Kopf mit blauem Streifen unter dem Auge sofort auffällt. Als fleißiger Sandsieber hält sie den Bodengrund sauber und gut durchlüftet.

Steckbrief: Blaustreifen-Meergrundel (Valenciennea strigata)
Wissenschaftlicher NameValenciennea strigata
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieGrundeln (Gobiidae)
GattungValenciennea
Größe10–15 cm
Lebenserwartung3–6 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik)
LebensraumSandige Bereiche in Korallenriffen und Lagunen, 1–25 m Tiefe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 300 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Blaustreifen-Meergrundel wird 10–15 cm lang und besitzt einen langgestreckten, zylindrischen Körper. Die Grundfärbung ist weißlich bis hellgrau. Der Kopf ist leuchtend gelb und trägt einen markanten, leuchtend blauen Streifen unterhalb des Auges, der sich bis zum Kiemendeckel erstreckt – das namensgebende Merkmal dieser Art.

Die Rücken- und Schwanzflossen sind transparent bis leicht gelblich. Die erste Rückenflosse zeigt gelegentlich einen dunklen Fleck. Das Maul ist relativ groß und nach unten gerichtet – perfekt angepasst für die Aufnahme von Sand. Die Augen sind groß und hoch am Kopf positioniert, was dem Tier gute Übersicht bietet, während es im Sand gräbt.

Verbreitung & Lebensraum

Die Blaustreifen-Meergrundel ist im Indopazifik weit verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik, einschließlich Japan, Australien und der Pazifikinseln. Sie bewohnt sandige und schlammige Bereiche in Korallenriffen und Lagunen in Tiefen von 1–25 Metern.

Die Tiere leben paarweise und graben eine tiefe Höhle im Sand, die als Schlafplatz und Laichstelle dient. Sie bevorzugen Bereiche mit feinem Sand in der Nähe von Korallenformationen, die bei Gefahr als Fluchtmöglichkeit dienen.

Lebensweise & Verhalten

Die Blaustreifen-Meergrundel ist ein unermüdlicher Sandsieber. Den ganzen Tag nimmt sie große Maulvoll Sand auf, siebt diesen nach fressbaren Partikeln durch und lässt den gereinigten Sand durch die Kiemen rieseln. Dieses Verhalten ist nicht nur faszinierend zu beobachten, sondern hält auch den Bodengrund im Aquarium sauber und verhindert die Ansammlung von Detritus.

Die Tiere leben strikt paarweise und zeigen eine starke Paarbindung. Der Partner wird nur selten aus den Augen gelassen, und beide Tiere kehren abends gemeinsam in ihre Höhle zurück. Gegenüber anderen Bodenbewohnern können sie territorial sein, gegenüber Fischen, die in anderen Wasserschichten leben, sind sie friedlich.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Blaustreifen-Meergrundel von kleinen Wirbellosen, Würmern und organischen Partikeln, die sie aus dem Sand filtert. Der Sand wird dabei kontinuierlich durchgesiebt und die Nahrungspartikel werden mit den Kiemenreusen zurückgehalten.

Im Aquarium benötigt die Art eine regelmäßige Zufütterung, da der Bodengrund allein nicht ausreichend Nahrung bietet. Feines Frostfutter (Artemia, Mysis, Cyclops), das auf den Sand gestreut wird, eignet sich hervorragend. Auch feines Granulat und gefrorene Spezialpräparate werden nach der Eingewöhnung akzeptiert. Füttere mehrmals täglich, um eine kontinuierliche Nahrungsversorgung sicherzustellen.

Fortpflanzung

Die Blaustreifen-Meergrundel laicht in ihrer Sandhöhle ab. Die Eier werden an der Höhlendecke befestigt und vom Männchen bewacht und belüftet. Die Brutpflege dauert etwa eine Woche, bis die Larven schlüpfen.

Die pelagischen Larven treiben nach dem Schlupf im freien Wasser und ernähren sich von Plankton. Die Aufzucht im Aquarium ist schwierig, aber bei gut harmonierenden Paaren kommt es regelmäßig zu Laichvorgängen. Die Zucht dieser Art wird von engagierten Hobbyisten gelegentlich versucht, bleibt aber eine Herausforderung.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung der Blaustreifen-Meergrundel empfiehlt sich ein Aquarium ab 300 Litern mit einer hohen Sandschicht von mindestens 5–8 cm feinem Sand (0,5–2 mm Körnung). Das ständige Graben ist das natürliche Verhalten dieser Art und sollte nicht unterbunden werden.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Die Blaustreifen-Meergrundel ist riffkompatibel und friedlich gegenüber den meisten Mitbewohnern. Beachte jedoch, dass das ständige Sandschaufeln Korallen im Bodenbereich zuschütten kann – platziere empfindliche Korallen daher erhöht.

Halte die Art idealerweise paarweise. Eine gut schließende Abdeckung ist ratsam, da die Tiere gelegentlich springen können. Das Grabverhalten kann anfangs den Bodengrund stark verändern, stabilisiert sich aber mit der Zeit.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Blaustreifen-Meergrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sie ist im gesamten Indopazifik weit verbreitet und häufig. Die Bestände gelten als stabil und die Art kommt in vielen Meeresschutzgebieten vor.

Für die Aquaristik werden die Tiere als Wildfänge importiert. Achte beim Kauf auf kräftige Tiere mit rundem Bauch und aktivem Grabverhalten. Abgemagerte Exemplare haben oft Schwierigkeiten, sich zu erholen. Nachzuchten sind leider selten im Handel verfügbar.

Quellen

  1. FishBase: Valenciennea strigatafishbase.se
  2. IUCN Red List: Valenciennea strigataiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Fossa, S. A. & Nilsen, A. J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.

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