Der Blutsalmler, auch Serpae-Salmler genannt, ist ein lebhafter, intensiv rotgefärbter Schwarmfisch aus Südamerika. Seine leuchtende Färbung und seine Aktivität machen ihn zu einem beliebten Aquarienfisch – allerdings kann er in zu kleinen Gruppen zu einem hartnäckigen Flossenknapper werden.
| Wissenschaftlicher Name | Hyphessobrycon eques |
| Ordnung | Salmlerartige (Characiformes) |
| Familie | Echte Salmler (Characidae) |
| Gattung | Hyphessobrycon |
| Größe | 3–4 cm |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Südamerika (Amazonas-, Paraguay- und Paraná-Becken) |
| Lebensraum | Langsam fließende Gewässer, überschwemmte Wiesen, Altarme |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 80 Liter |
| Temperatur | 22–26 °C |
| pH-Wert | 5.5–7.5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Blutsalmler erreicht eine Körperlänge von 3–4 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die namensgebende Grundfärbung ist ein leuchtendes Blutrot bis Orangerot, das den gesamten Körper bedeckt. Hinter dem Kiemendeckel befindet sich ein markanter, kommaförmiger schwarzer Schulterfleck. Die Rückenflosse ist überwiegend schwarz mit einem hellen Rand.
Die After- und Bauchflossen zeigen schwarze Spitzen mit weißen Rändern. Weibchen sind etwas rundlicher und oft etwas blasser gefärbt als Männchen. Durch selektive Zucht sind verschiedene Varianten entstanden, darunter der „Long Fin Serpae" mit verlängerten Flossen. Gut gehaltene Tiere in artgerechter Umgebung zeigen eine intensiv rote Färbung, die im Schwarm ein eindrucksvolles Bild ergibt.
Verbreitung & Lebensraum
Der Blutsalmler ist in Südamerika weit verbreitet und kommt im Amazonas-, Paraguay- und Paraná-Becken in Brasilien, Paraguay, Argentinien und Bolivien vor. Die genaue taxonomische Zuordnung der verschiedenen Populationen ist komplex – möglicherweise verbergen sich hinter dem Namen mehrere eng verwandte Arten.
In der Natur bewohnt er langsam fließende Gewässer, überschwemmte Wiesen, Altarme und dicht bewachsene Randbereiche von Flüssen. Das Wasser ist oft leicht sauer und weich mit einem sandigen oder schlammigen Bodengrund, bedeckt von Falllaub und Pflanzenmaterial. Die dichte Vegetation bietet Schutz und ein reiches Nahrungsangebot.
Lebensweise & Verhalten
Blutsalmler sind aktive, tagaktive Schwarmfische, die den mittleren Wasserbereich bewohnen. Innerhalb des Schwarms herrscht eine ausgeprägte Hackordnung, und die Tiere zeigen ein lebhaftes Rivalitätsverhalten mit Imponieren und gelegentlichem Zwicken an den Flossen der Artgenossen.
In zu kleinen Gruppen (weniger als 8 Tiere) kann sich dieses Verhalten auf andere Fischarten ausweiten – Blutsalmler sind dann als hartnäckige Flossenknapper bekannt, die besonders langflossige Arten wie Skalare, Kampffische oder Guppys belästigen. In ausreichend großen Schwärmen von 10 und mehr Tieren richtet sich die Aufmerksamkeit dagegen auf die Artgenossen, und die Tiere zeigen ihr natürliches Schwarmverhalten. Ein ausreichend großer Schwarm ist also der Schlüssel zu einer problemlosen Haltung.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Blutsalmler von kleinen Insekten, Insektenlarven, Würmern, Kleinkrebsen und pflanzlichem Material. Er ist ein opportunistischer Allesfresser, der nahezu alles frisst, was in sein Maul passt.
Im Aquarium nimmt er problemlos alle gängigen Futterarten an: Flockenfutter, feines Granulat, Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Daphnien) und Lebendfutter. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem gelegentlichen pflanzlichen Anteil fördert die Farbintensität. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind ideal.
Fortpflanzung
Die Zucht des Blutsalmlers gelingt im Aquarium relativ leicht. Die Tiere sind Freilaicher und verstreuen ihre Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen. Die Eltern betreiben keine Brutpflege und neigen zum Laichräubertum – ein separates Zuchtbecken mit Laichrost oder dichtem Javamoos ist daher empfehlenswert.
Weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,5) und eine erhöhte Temperatur (26–28 °C) fördern die Laichbereitschaft. Die Eier sind lichtempfindlich und sollten dunkel gehalten werden. Die Larven schlüpfen nach 1–2 Tagen und werden nach dem Aufzehren des Dottersacks mit Infusorien und später Artemia-Nauplien aufgezogen.
Haltung im Aquarium
Blutsalmler eignen sich für Aquarien ab 80 Litern und sollten in einem Schwarm von mindestens 10 Tieren, besser 15 oder mehr, gehalten werden. Je größer der Schwarm, desto geringer die Wahrscheinlichkeit von Flossenzwicken bei Beifischen. Das Becken sollte gut bepflanzt sein und freien Schwimmraum bieten.
Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Blutsalmler sind anpassungsfähig und tolerieren eine breite Spanne an Wasserwerten. Vermeide die Vergesellschaftung mit langflossigen oder sehr scheuen Arten. Ideale Beifische sind andere robuste Salmler, Bärblinge, Panzerwelse und Harnischwelse. Schwimmpflanzen und ein dunkler Bodengrund lassen die rote Färbung besonders intensiv leuchten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Blutsalmler wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Südamerika weit verbreitet und häufig. Lokale Bedrohungen durch Lebensraumverlust bestehen, beeinträchtigen die Gesamtpopulation aber nicht wesentlich.
In der Aquaristik stammen nahezu alle erhältlichen Blutsalmler aus Nachzuchten, überwiegend aus asiatischen Zuchtanlagen. Wildfänge sind extrem selten im Handel. Die Art vermehrt sich problemlos in Gefangenschaft.
Quellen
- FishBase: Hyphessobrycon eques – fishbase.se
- IUCN Red List: Hyphessobrycon eques – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Hyphessobrycon eques – seriouslyfish.com
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
