Fische

Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus altispinosus)

4 Min. Lesezeit
Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus altispinosus)

Bildquelle: chonlasub woravichan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch ist der robustere und pflegeleichtere Verwandte des bekannteren Schmetterlingsbuntbarsches (M. ramirezi). Mit seinen leuchtend roten Flossenrändern, dem schillernden Körperglanz und seinem friedlichen Wesen ist er der ideale Einstieg in die Welt der Zwergbuntbarsche.

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch ist der robustere und pflegeleichtere Verwandte des bekannteren Schmetterlingsbuntbarsches (M. ramirezi). Mit seinen leuchtend roten Flossenrändern, dem schillernden Körperglanz und seinem friedlichen Wesen ist er der ideale Einstieg in die Welt der Zwergbuntbarsche.

Steckbrief: Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus altispinosus)
Wissenschaftlicher NameMikrogeophagus altispinosus
OrdnungBuntbarschartige (Cichliformes)
FamilieBuntbarsche (Cichlidae)
GattungMikrogeophagus
Größe6–8 cm
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungBolivien und Brasilien (Oberes Madeira-Becken)
LebensraumSandige Uferbereiche, langsam fließende Bäche
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 80 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und ist damit etwas größer als sein Verwandter M. ramirezi. Die Grundfärbung ist silbrig-gelb bis olivbraun mit einem iridisierenden Schimmer. Ein markanter schwarzer Fleck sitzt in der Körpermitte, und ein dunkler Vertikalstreifen verläuft durch das Auge.

Die Flossen sind das Highlight: Die Rücken-, After- und Bauchflossen zeigen leuchtend rote bis orangefarbene Ränder, die besonders bei guter Stimmung und während der Balz intensiv leuchten. Die Rückenflosse besitzt verlängerte, fadenförmige vordere Strahlen. Männchen werden etwas größer als Weibchen und haben stärker ausgezogene Flossen. Weibchen zeigen während der Laichzeit eine intensivere Bauchfärbung.

Verbreitung & Lebensraum

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch kommt in Bolivien und dem angrenzenden westlichen Brasilien vor, im Einzugsgebiet des oberen Rio Madeira und seiner Nebenflüsse (Rio Mamoré, Rio Guaporé). Sein Verbreitungsgebiet liegt südwestlicher und in etwas höherer Lage als das des Verwandten M. ramirezi.

In der Natur bewohnt er sandige Uferbereiche langsam fließender Bäche und Flüsse mit klarem bis leicht trübem Wasser. Der Bodengrund besteht aus Sand mit Falllaub, Ästen und vereinzelten Steinen. Die Wassertemperatur liegt in seinem Verbreitungsgebiet etwas niedriger als in den Llanos Venezuelas, was seine bessere Kältetoleranz erklärt.

Lebensweise & Verhalten

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein friedlicher, für Buntbarsche vergleichsweise zurückhaltender Zwergcichlide. Er bildet Reviere, verteidigt diese aber wenig aggressiv. Nur während der Brutpflege können die Elterntiere andere Fische energischer vertreiben, aber auch dann bleibt die Aggression moderat.

Die Tiere gründeln gerne im Sand und durchsuchen den Bodengrund systematisch nach Nahrung, wobei sie Sand aufnehmen, durchkauen und durch die Kiemen wieder ausstoßen. Dieses Verhalten ist faszinierend zu beobachten und verlangt nach einem feinsandigen Bodengrund. Im Vergleich zu M. ramirezi ist der Bolivianer robuster, weniger stressanfällig und toleriert kühlere Temperaturen und härteres Wasser.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven, Würmern und organischem Material, das er beim Gründeln im Sand findet. Er ist ein omnivorer Mikropredator.

Im Aquarium nimmt er eine breite Palette an Futterarten an. Feines Frostfutter (Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien, Cyclops) wird bevorzugt, ebenso Lebendfutter wie Artemia-Nauplien und Mikrowürmer. Hochwertiges Granulat und Flockenfutter werden ebenfalls gefressen. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen für optimale Ergebnisse.

Fortpflanzung

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch ist ein Offenbrüter und Substratlaicher. Ein Paar reinigt einen flachen Stein oder gräbt eine flache Mulde im Sand als Laichplatz. Das Weibchen legt dort 100–200 Eier ab, die von beiden Eltern bewacht und belüftet werden.

Die Larven schlüpfen nach 2–3 Tagen und werden von den Eltern in vorbereitete Sandmulden umgebettet. Nach dem Freischwimmen führen beide Eltern die Jungfische durch das Revier. Die Zucht gelingt im Aquarium relativ gut, besonders in einem separaten Zuchtbecken. Die Aufzucht der Jungfische erfolgt mit Artemia-Nauplien. Im Vergleich zu M. ramirezi ist die Zucht unkomplizierter, da die Tiere robuster und weniger anfällig für Brutausfälle sind.

Haltung im Aquarium

Für ein Paar Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsche eignet sich ein Aquarium ab 80 Litern. Das Becken sollte einen feinsandigen Bodengrund haben, der für das artgerechte Gründelverhalten unerlässlich ist. Dichte Bepflanzung, Wurzeln, flache Steine und Versteckmöglichkeiten vervollständigen die Einrichtung.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen – deutlich kühler als bei M. ramirezi, was die Vergesellschaftung mit vielen gängigen Gesellschaftsfischen erleichtert. Der pH-Wert sollte zwischen 6,0 und 7,5 liegen. Die Art toleriert eine breitere Spanne an Wasserwerten als ihr Verwandter und ist daher der bessere Einstieg für Anfänger in die Zwergbuntbarschhaltung. Ideale Beifische sind kleine Salmler, Bärblinge und Panzerwelse.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Bolivianische Schmetterlingsbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet in Bolivien und Brasilien verbreitet und lokal häufig. Potenzielle Bedrohungen durch Habitatverlust und Umweltverschmutzung bestehen, sind aber derzeit nicht kritisch.

In der Aquaristik sind überwiegend Nachzuchten erhältlich. Die Art vermehrt sich zuverlässig in Gefangenschaft. Wildfänge sind seltener im Handel und werden gelegentlich für die Auffrischung der Zuchtlinien importiert.

Quellen

  1. FishBase: Mikrogeophagus altispinosusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Mikrogeophagus altispinosusiucnredlist.org
  3. Seriously Fish: Mikrogeophagus altispinosusseriouslyfish.com
  4. Stawikowski, R. & Werner, U. (1998): Die Buntbarsche Amerikas, Band 1. Eugen Ulmer Verlag.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken