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Borneo-Flugfrosch (Rhacophorus pardalis)

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Borneo-Flugfrosch (Rhacophorus pardalis)

Bildquelle: zdenek_macat / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Borneo-Flugfrosch ist ein farbenprächtiger Ruderfrosch aus den tropischen Regenwäldern Südostasiens. Mit seinen ausgedehnten Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen kann er über 15 Meter weit von Baum zu Baum gleiten. Sein buntes Fleckenmuster aus Orange, Braun und Weiß macht ihn zu einem der attraktivsten Flugfrösche.

Der Borneo-Flugfrosch ist ein farbenprächtiger Ruderfrosch aus den tropischen Regenwäldern Südostasiens. Mit seinen ausgedehnten Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen kann er über 15 Meter weit von Baum zu Baum gleiten. Sein buntes Fleckenmuster aus Orange, Braun und Weiß macht ihn zu einem der attraktivsten Flugfrösche.

Steckbrief: Borneo-Flugfrosch (Rhacophorus pardalis)
Wissenschaftlicher NameRhacophorus pardalis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieRuderfrösche (Rhacophoridae)
GattungRhacophorus
Größe5–8 cm
Gewicht10–20 g
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Borneo, Sumatra, Malaiische Halbinsel, Thailand)
LebensraumTropischer Regenwald, Baumkronen und mittleres Stockwerk
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Borneo-Flugfrosch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und besitzt einen schlanken, leicht abgeflachten Körperbau, der für das Gleiten optimiert ist. Die Oberseite ist grün bis olivgrün mit einem auffälligen Muster aus braunen oder rotbraunen Flecken – daher der wissenschaftliche Name „pardalis" (pantherartig). Die Flanken und Innenseiten der Beine zeigen leuchtend orangefarbene bis rote Flecken.

Das markanteste Merkmal sind die extrem großen Schwimmhäute zwischen den langen Fingern und Zehen, die im Flug als Tragflächen dienen und dem Frosch Gleitflüge von über 15 Metern ermöglichen. Zusätzliche Hautlappen an den Armen und den Fersen vergrößern die Gleitfläche. Die Haftscheiben an den Zehenspitzen sind groß und leistungsfähig. Die Augen sind groß mit horizontaler Pupille.

Verbreitung & Lebensraum

Der Borneo-Flugfrosch ist in Südostasien weit verbreitet und kommt auf Borneo, Sumatra, der Malaiischen Halbinsel und in Teilen Thailands vor. Er bewohnt primäre und gut erhaltene sekundäre tropische Tieflandregenwälder, vom Meeresniveau bis etwa 1.200 m Höhe.

Sein Lebensraum sind die Baumkronen und das mittlere Stockwerk des Regenwaldes, bevorzugt in der Nähe von Gewässern. Er benötigt hohe Bäume, von denen er zu niedrigeren Zielen gleiten kann. Die Art kommt auch in selektiv abgeholzten Wäldern vor, ist aber auf eine gewisse Baumhöhe und Walddichte angewiesen.

Lebensweise & Verhalten

Der Borneo-Flugfrosch ist nachtaktiv und ein ausgezeichneter Kletterer und Gleiter. Tagsüber ruht er auf großen Blättern oder an Baumstämmen hoch oben im Kronendach. Nachts wird er aktiv und nutzt seine Gleitfähigkeit, um sich effizient zwischen Bäumen zu bewegen – auf der Suche nach Nahrung oder Paarungspartnern.

Beim Gleiten spreizt er alle vier Extremitäten und entfaltet die Schwimmhäute sowie die Hautlappen an Armen und Fersen. Durch Verändern der Körperhaltung kann er die Flugrichtung steuern und gezielt auf einem Ast oder Baumstamm landen. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihm, schnell Höhenverluste auszugleichen und Fressfeinden zu entkommen.

Ernährung

Der Borneo-Flugfrosch ernährt sich von Insekten und kleinen Gliedertieren, die er nachts im Geäst erbeutet. Zur Beute gehören Motten, Käfer, Fliegen, Ameisen und Spinnen. Die Jagd erfolgt durch Ansitzen und gezieltes Zupacken mit der klebrigen Zunge.

Im Terrarium fütterst du ihn mit Grillen, Heimchen, Wachsmottenlarven und Fruchtfliegen. Die Futtertiere sollten der Körpergröße des Frosches angepasst und regelmäßig mit Kalzium und Vitaminen bestäubt werden. Füttere 3–4 Mal pro Woche.

Fortpflanzung

Wie die meisten Ruderfrösche baut der Borneo-Flugfrosch Schaumnester für seine Eier. Das Paar versammelt sich über einem Gewässer, und das Weibchen schlägt ein Körpersekret mit den Hinterbeinen zu einem schaumigen Nest auf, in das die Eier (100–300) abgelegt werden. Das Schaumnest wird an einem Blatt oder Ast über dem Wasser befestigt.

Der Schaum schützt die Eier vor Austrocknung und Fressfeinden. Nach dem Schlüpfen (7–10 Tage) fallen die Kaulquappen in das darunterliegende Gewässer und entwickeln sich dort über 6–8 Wochen zu kleinen Fröschen. Die Metamorphose ist abgeschlossen, wenn die Jungfrösche etwa 2 cm groß sind.

Haltung im Terrarium

Für die Haltung des Borneo-Flugfroschs benötigst du ein hohes Regenwaldterrarium von mindestens 60 × 50 × 80 cm mit vielen Kletterästen auf verschiedenen Höhen, großblättrigen Pflanzen und einem Wasserbecken am Boden. Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts 20–22 °C.

Die Luftfeuchtigkeit muss konstant bei 70–90 % gehalten werden. Da die Art gerne gleitet, sollte das Terrarium ausreichend hoch und mit Ästen in verschiedenen Höhen eingerichtet sein. Der Borneo-Flugfrosch ist in der Terraristik gelegentlich als Nachzucht erhältlich und eignet sich für Halter mit Erfahrung in der Pflege tropischer Laubfrösche.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Borneo-Flugfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet häufig und kommt auch in gestörten Wäldern vor. Die Hauptbedrohung ist jedoch die großflächige Abholzung der tropischen Regenwälder Südostasiens für Ölpalmplantagen und andere landwirtschaftliche Nutzung.

Besonders auf Borneo und Sumatra gehen die Waldbestände dramatisch zurück. Der Schutz der verbleibenden Tieflandregenwälder ist entscheidend für das langfristige Überleben dieser und vieler anderer Regenwaldarten. In Schutzgebieten wie dem Danum Valley in Sabah oder dem Gunung Mulu Nationalpark in Sarawak sind die Populationen stabil.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Rhacophorus pardalisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Rhacophorus pardalisiucnredlist.org
  3. Inger, R. F. & Stuebing, R. B. (2005): A Field Guide to the Frogs of Borneo. 2nd Edition. Natural History Publications (Borneo).
  4. Das, I. (2010): A Field Guide to the Reptiles of South-East Asia. New Holland Publishers.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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