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Brachsenwels (Brochis splendens)

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Brachsenwels (Brochis splendens)

Bildquelle: JuanCarlosPalauDiaz / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Brachsenwels, auch Smaragd-Panzerwels genannt, ist ein attraktiver, friedlicher Bodenbewohner mit einem auffällig metallisch-grünen Schimmer. Er ist größer und hochrückiger als die meisten Corydoras-Arten und fällt durch seinen smaragdgrünen Glanz im Aquarium sofort auf.

Der Brachsenwels, auch Smaragd-Panzerwels genannt, ist ein attraktiver, friedlicher Bodenbewohner mit einem auffällig metallisch-grünen Schimmer. Er ist größer und hochrückiger als die meisten Corydoras-Arten und fällt durch seinen smaragdgrünen Glanz im Aquarium sofort auf.

Steckbrief: Brachsenwels (Brochis splendens)
Wissenschaftlicher NameCorydoras splendens
OrdnungWelsartige (Siluriformes)
FamiliePanzer- und Schwielenwelse (Callichthyidae)
GattungCorydoras
Größe6–8 cm
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungSüdamerika (Amazonas-Becken: Brasilien, Peru, Ecuador)
LebensraumLangsam fließende Gewässer, Altarme, überschwemmte Wälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur22–26 °C
pH-Wert6.0–7.5
Wasserhärte2–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Brachsenwels erreicht eine Körperlänge von 6–8 cm und ist damit deutlich größer als die meisten Corydoras-Arten. Sein Körper ist hochrückig und seitlich mäßig abgeflacht – die Form erinnert an eine kleine Brasse, was ihm seinen deutschen Namen gab. Die Gattung Brochis wurde inzwischen mit Corydoras synonymisiert, der aktuelle wissenschaftliche Name lautet daher Corydoras splendens.

Das auffälligste Merkmal ist der metallisch-smaragdgrüne Schimmer der Flanken und des Rückens, der im Licht besonders schön zur Geltung kommt. Die Unterseite ist cremefarben bis weißlich. Der Kopf ist relativ groß mit zwei Paar Barteln am Maul, die der Nahrungssuche im Bodengrund dienen. Der Körper ist wie bei allen Panzerwelsen mit zwei Reihen überlappender Knochenplatten geschützt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Brachsenwels ist im westlichen Amazonas-Becken verbreitet und kommt in Brasilien, Peru und Ecuador vor. Er bewohnt langsam fließende Flüsse, Altarme und überschwemmte Waldgebiete (Várzea) mit schlammigem oder sandigem Bodengrund.

Die Heimatgewässer sind typischerweise warm, weich und leicht sauer mit einem Bodengrund aus Sand, Schlamm und Falllaub. Die Tiere leben in Gruppen am Boden und durchsuchen systematisch das Substrat nach Nahrung. In der Natur kommen sie oft vergesellschaftet mit anderen Panzerwelsarten und kleinen Salmlern vor.

Lebensweise & Verhalten

Brachsenwelse sind friedliche, gesellige Bodenbewohner, die in Gruppen leben und gemeinsam den Bodengrund nach Nahrung durchsuchen. Sie sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigen sich im Aquarium aber auch tagsüber, besonders zur Fütterungszeit. Wie alle Panzerwelse können sie Darmatmung betreiben – sie steigen regelmäßig zur Wasseroberfläche auf, schlucken Luft und nehmen über den Darm Sauerstoff auf.

Die Tiere sind ausgesprochen friedlich und eignen sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien. Sie sollten in Gruppen von mindestens 5–6 Tieren gehalten werden, fühlen sich aber in noch größeren Gruppen sichtlich wohler. In der Gruppe zeigen sie ein lebhaftes Sozialverhalten und durchstreifen gemeinsam den Bodengrund.

Ernährung

In der Natur ernährt sich der Brachsenwels von Insektenlarven, Würmern, kleinen Krebstieren und organischem Material, das er im Bodengrund findet. Er durchsucht den Sand systematisch mit seinen empfindlichen Barteln und nimmt Nahrungspartikel auf.

Im Aquarium nimmt er alle gängigen Futterarten an, die bis zum Boden sinken. Welstabletten, sinkende Granulate, Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Tubifex) und gelegentlich Lebendfutter bilden eine ausgewogene Ernährung. Achte darauf, dass ausreichend Futter den Boden erreicht und nicht von oberflächenorientierten Beifischen abgefangen wird. Füttere abends, wenn die Welse aktiver werden.

Fortpflanzung

Die Zucht des Brachsenwelses ähnelt der anderer Corydoras-Arten, ist aber etwas anspruchsvoller. Ein Temperaturabfall (Simulation der Regenzeit) und großzügige Wasserwechsel mit kühlerem Wasser können die Laichbereitschaft auslösen. Die Paarung erfolgt in der typischen T-Stellung der Panzerwelse.

Das Weibchen klebt die großen, grünlichen Eier an die Aquarienscheibe, Pflanzenblätter oder andere glatte Oberflächen. Pro Laichvorgang werden 50–100 Eier abgelegt. Die Eier schlüpfen nach 3–5 Tagen. Die relativ großen Larven können von Anfang an mit Artemia-Nauplien gefüttert werden. Die Aufzucht ist unkompliziert, wenn sauberes Wasser gewährleistet ist.

Haltung im Aquarium

Der Brachsenwels eignet sich für Aquarien ab 100 Litern und sollte in einer Gruppe von mindestens 5–6 Tieren gehalten werden. Der Bodengrund muss fein und abgerundet sein (feiner Sand ideal), da scharfkantige Substrate die empfindlichen Barteln verletzen können. Verstecke aus Wurzeln, Steinen und Pflanzen bieten Rückzugsmöglichkeiten.

Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Die Art ist anpassungsfähig und toleriert eine breite Spanne an Wasserwerten. Die Vergesellschaftung gelingt mit nahezu allen friedlichen Süßwasserfischen. Ideal sind Salmler, Bärblinge, kleine Buntbarsche und andere Welse. Der Brachsenwels ist ein hervorragender „Aufräumer", der Futterreste vom Boden sammelt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Brachsenwels wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im westlichen Amazonas-Becken verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Lokale Bedrohungen durch Habitatverlust und Gewässerverschmutzung bestehen, sind aber nicht kritisch für die Gesamtpopulation.

In der Aquaristik sind sowohl Wildfänge als auch Nachzuchten erhältlich. Die Art vermehrt sich in Gefangenschaft, wenn die Bedingungen stimmen, ist aber nicht so produktiv wie kleinere Corydoras-Arten. Nachzuchten sind die nachhaltigere Wahl.

Quellen

  1. FishBase: Corydoras splendensfishbase.se
  2. Seriously Fish: Corydoras splendensseriouslyfish.com
  3. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
  4. Fuller, I. A. M. & Evers, H.-G. (2005): Identifying Corydoradinae Catfish. Ian Fuller Enterprises.

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