Der Braune Baumsteiger ist ein kleiner, aber auffällig gefärbter Pfeilgiftfrosch aus Mittelamerika und dem nordwestlichen Südamerika. Trotz seines deutschen Namens zeigt er eine enorme Farbvielfalt von grün-schwarz über blau-schwarz bis bronze-schwarz. Seine Haut enthält Giftstoffe, die in der Natur als Schutz vor Fressfeinden dienen.
| Wissenschaftlicher Name | Dendrobates auratus |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Pfeilgiftfrösche (Dendrobatidae) |
| Gattung | Dendrobates |
| Größe | 2,5–4,2 cm |
| Gewicht | 2–5 g |
| Lebenserwartung | 8–12 Jahre (in Gefangenschaft bis 20 Jahre) |
| Verbreitung | Mittelamerika und nordwestliches Südamerika (Nicaragua bis Kolumbien) |
| Lebensraum | Tropische Regenwälder, feuchte Tiefland- und Bergwälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Braune Baumsteiger erreicht eine Körperlänge von 2,5–4,2 cm und gehört damit zu den mittelgroßen Pfeilgiftfröschen. Trotz seines deutschen Namens ist er äußerst variabel gefärbt: Die häufigste Farbform zeigt ein Muster aus metallisch grünen oder bronze-farbenen Flecken und Bändern auf schwarzem Grund. Es existieren jedoch zahlreiche Farbmorphen – von blau-schwarz über türkis bis hin zu rein bronze oder braun.
Der Körperbau ist typisch für Pfeilgiftfrösche: gedrungen mit relativ langen Hinterbeinen und auffällig verbreiterten Zehenspitzen (Haftscheiben), die das Klettern auf glatten Blättern ermöglichen. Die Haut ist glatt und leicht glänzend. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und haben breitere Fingerscheiben. Die auffällige Färbung dient als Warnsignal (Aposematismus) und signalisiert Fressfeinden die Giftigkeit der Haut.
Verbreitung & Lebensraum
Der Braune Baumsteiger kommt von Südost-Nicaragua über Costa Rica und Panama bis in das nordwestliche Kolumbien vor. Er wurde außerdem auf Hawaii (Oahu) eingeführt, wo er eine stabile Population aufgebaut hat. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 1.000 m.
Als Lebensraum bevorzugt er feuchte tropische Regenwälder mit dichter Vegetation und reichlich Laubstreu am Boden. Du findest ihn sowohl in Primärwäldern als auch in gestörten Sekundärwäldern, Kakao- und Bananenplantagen. Er hält sich bevorzugt am Boden und in der unteren Vegetationsschicht auf, klettert aber auch auf niedrige Pflanzen und Baumstämme.
Lebensweise & Verhalten
Im Gegensatz zu vielen anderen Fröschen ist der Braune Baumsteiger tagaktiv – ein Verhalten, das durch seine Giftigkeit ermöglicht wird, da er keine nachtaktiven Fressfeinde fürchten muss. Er ist lebhaft und neugierig und kann häufig auf dem Waldboden und an Baumstämmen beobachtet werden.
Die Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere durch laute Rufe – ein summend-trillerndes Zirpen. Bei Revierkämpfen ringen die Männchen miteinander, indem sie sich gegenseitig umklammern und zu Boden drücken. Die Hautgifte (Batrachotoxine und Pumiliotoxine) werden über die Nahrung (bestimmte Ameisen und Milben) aufgenommen und in der Haut eingelagert. In Gefangenschaft gehaltene Tiere verlieren ihre Giftigkeit, da ihnen die entsprechende Nahrung fehlt.
Ernährung
Der Braune Baumsteiger ernährt sich in der Natur hauptsächlich von kleinen Ameisen, Milben, Springschwänzen und anderen winzigen Wirbellosen der Laubstreu. Die Nahrung wird visuell erfasst und mit der klebrigen Zunge aufgenommen. Ein einzelnes Tier kann täglich hunderte von Ameisen fressen.
In der Terrarienhaltung werden kleine Fruchtfliegen (Drosophila), Springschwänze, Blattläuse und kleine Wachsmottenlarven verfüttert. Das Futter sollte regelmäßig mit Kalzium- und Vitaminpräparaten bestäubt werden, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung des Braunen Baumsteigers ist faszinierend und zeigt ausgeprägte Brutpflege. Das Männchen lockt das Weibchen durch Rufe zu einem geeigneten Laichplatz – meist eine glatte Blattoberfläche oder eine feuchte Stelle am Boden. Das Weibchen legt 3–13 Eier ab, die vom Männchen befruchtet und anschließend bewacht werden.
Nach dem Schlüpfen (10–14 Tage) transportiert das Männchen die Kaulquappen einzeln auf seinem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen – etwa in Bromelienblättern, Baumhöhlen oder Pfützen. Dort entwickeln sich die Kaulquappen über 6–8 Wochen zu fertigen Fröschen. Die Geschlechtsreife wird nach 12–18 Monaten erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Braune Baumsteiger ist einer der beliebtesten Pfeilgiftfrösche in der Terraristik und für Einsteiger gut geeignet. Ein Regenwaldterrarium ab 60 × 30 × 40 cm (L × B × H) für ein Paar ist empfehlenswert. Die Einrichtung sollte tropische Pflanzen, Bromelien, Moos, eine Drainageschicht und einen kleinen Wasserteil umfassen.
Die Temperatur sollte tagsüber 24–28 °C betragen, nachts um 20–22 °C. Die Luftfeuchtigkeit muss bei 80–100 % liegen, was durch regelmäßiges Sprühen oder eine Beregnungsanlage erreicht wird. Gefüttert wird mit kleinen Fruchtfliegen, Springschwänzen und Ofenfischchen. In Gefangenschaft verlieren die Tiere ihre Giftigkeit, sodass die Handhabung unbedenklich ist. Nachzuchten sind im Fachhandel regelmäßig verfügbar.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Braune Baumsteiger wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet noch relativ häufig und zeigt eine gewisse Toleranz gegenüber Lebensraumveränderungen. Dennoch gehen lokale Populationen durch Abholzung des Regenwaldes und Habitatfragmentierung zurück.
Die Art ist im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES, Anhang II) gelistet, was den internationalen Handel reguliert. Der Schutz der tropischen Regenwälder in Mittelamerika und Kolumbien ist für den langfristigen Erhalt dieser farbenprächtigen Art entscheidend. In der Terraristik werden fast ausschließlich Nachzuchten gehandelt.
Quellen
- AmphibiaWeb: Dendrobates auratus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Dendrobates auratus – iucnredlist.org
- Lötters, S. et al. (2007): Poison Frogs – Biology, Species & Captive Husbandry. Edition Chimaira, Frankfurt.
- Savage, J. M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. University of Chicago Press.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
