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Brauner Kugelfisch (Tetraodon schoutedeni)

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Brauner Kugelfisch (Tetraodon schoutedeni)

Bildquelle: Henner Damke / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Braune Kugelfisch ist einer der wenigen reinen Süßwasser-Kugelfische und stammt aus dem Kongobecken in Zentralafrika. Mit seinen auffälligen dunklen Flecken auf goldbraunem Grund und seinem neugierigen Wesen ist er ein faszinierender Aquarienbewohner, der allerdings eine artgerechte Einzelhaltung oder Pflege in kleinen Gruppen erfordert.

Der Braune Kugelfisch ist einer der wenigen reinen Süßwasser-Kugelfische und stammt aus dem Kongobecken in Zentralafrika. Mit seinen auffälligen dunklen Flecken auf goldbraunem Grund und seinem neugierigen Wesen ist er ein faszinierender Aquarienbewohner, der allerdings eine artgerechte Einzelhaltung oder Pflege in kleinen Gruppen erfordert.

Steckbrief: Brauner Kugelfisch (Tetraodon schoutedeni)
Wissenschaftlicher NameTetraodon schoutedeni
OrdnungKugelfischartige (Tetraodontiformes)
FamilieKugelfische (Tetraodontidae)
GattungTetraodon
Größe8–10 cm
Gewicht15–30 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungZentralafrika (Kongobecken)
LebensraumSüßwasser – Flüsse und Bäche im Kongobecken
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 100 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert6.5–7.5
Wasserhärte5–15 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Der Braune Kugelfisch erreicht eine Körperlänge von 8–10 cm und hat den typischen rundlichen, gedrungenen Körperbau der Kugelfische. Die Grundfarbe ist goldbraun bis olivbraun, übersät mit zahlreichen dunkelbraunen bis schwarzen Flecken, die ihm auch den englischen Namen „Spotted Congo Puffer" einbrachten. Die Bauchseite ist heller, meist weißlich bis cremfarben.

Wie alle Kugelfische kann er sich bei Gefahr aufblasen, indem er Wasser oder Luft schluckt. Seine großen, ausdrucksvollen Augen können unabhängig voneinander bewegt werden, was ihm ein besonders neugieriges Aussehen verleiht. Die Zähne sind zu einem kräftigen Schnabel verschmolzen, mit dem er hartschalige Nahrung knacken kann. Die Flossen sind relativ klein und transparent.

Verbreitung & Lebensraum

Der Braune Kugelfisch stammt aus dem Kongobecken in der Demokratischen Republik Kongo. Er bewohnt dort langsam fließende Flussabschnitte und Nebenflüsse mit dichter Ufervegetation und schlammigem bis sandigem Grund.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kugelfischarten ist Tetraodon schoutedeni ein reiner Süßwasserbewohner, der kein Brackwasser benötigt. Sein natürlicher Lebensraum zeichnet sich durch weiches, leicht saures Wasser mit viel Pflanzenwuchs und Versteckmöglichkeiten aus. Die Wassertemperaturen in seinem Verbreitungsgebiet liegen ganzjährig zwischen 24 und 28 °C.

Lebensweise & Verhalten

Der Braune Kugelfisch ist ein neugieriger und intelligenter Fisch, der seine Umgebung aufmerksam beobachtet und schnell seinen Pfleger erkennt. Er zeigt ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten und durchsucht sein Revier systematisch nach Nahrung. Im Vergleich zu vielen anderen Kugelfischarten gilt er als relativ friedlich.

Dennoch kann er gegenüber Artgenossen und anderen Fischen territorial werden, besonders in zu kleinen Becken. Er ist ein geschickter Jäger, der Schnecken mit seinem kräftigen Schnabel aufknackt. Tagsüber ist er aktiv und schwimmt gemächlich durch sein Revier, wobei er Pflanzen und Einrichtungsgegenstände eingehend inspiziert.

Ernährung

Die Ernährung des Braunen Kugelfisches sollte abwechslungsreich und proteinreich gestaltet werden. Schnecken (Blasen-, Posthornschnecken) sind ein wichtiger Bestandteil der Nahrung, da das Knacken der Schalen notwendig ist, um das ständige Wachstum der Zähne abzunutzen. Ohne hartschalige Nahrung können die Zähne übermäßig wachsen und Probleme verursachen.

Ergänzend nimmst du Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Muschelfleisch in den Speiseplan auf. Auch Lebendfutter wie kleine Garnelen und Würmer wird gerne angenommen. Trockenfutter wird meist verschmäht. Füttere täglich kleine Portionen und biete regelmäßig Schnecken an, um die Zahngesundheit zu gewährleisten.

Fortpflanzung

Die Zucht des Braunen Kugelfisches im Aquarium ist möglich, aber anspruchsvoll. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden – Weibchen sind in der Regel etwas fülliger. Zur Stimulation der Fortpflanzung empfiehlt sich eine Phase mit kühleren Temperaturen und anschließender Erwärmung, die die Regenzeit simuliert.

Das Weibchen legt 100–200 Eier auf einem flachen Substrat ab, die vom Männchen bewacht werden. Die Larven schlüpfen nach 5–7 Tagen und müssen mit feinstem Lebendfutter wie Infusorien und später Artemia-Nauplien aufgezogen werden. Die Aufzucht erfordert viel Geduld und Erfahrung, da die Jungfische sehr klein und empfindlich sind.

Haltung im Aquarium

Für den Braunen Kugelfisch empfiehlt sich ein Aquarium ab 100 Litern, das dicht bepflanzt ist und zahlreiche Verstecke aus Wurzeln und Steinen bietet. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, da der Fisch gerne darin gründelt. Eine moderate Strömung wird toleriert, starke Strömung solltest du vermeiden.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 bei weichem bis mittelhartem Wasser. Die Vergesellschaftung ist eingeschränkt möglich – schnelle, robuste Beifische wie größere Salmler oder Bärblinge eignen sich, langsame oder langflossige Fische werden dagegen oft angezwickt. Am besten hältst du ihn einzeln oder in einer kleinen Gruppe von 3–5 Tieren in einem entsprechend großen Becken.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Braune Kugelfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Allerdings sind die Exportzahlen aus dem Kongobecken rückläufig, was sowohl auf politische Instabilität in der Region als auch auf Lebensraumveränderungen zurückzuführen ist.

In der Aquaristik sind die Tiere regelmäßig als Wildfänge erhältlich, Nachzuchten sind seltener. Aufgrund der unsicheren Exportsituation schwanken Verfügbarkeit und Preis erheblich. Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium trägt zum Erhalt dieser faszinierenden Art in der Aquaristik bei.

Quellen

  1. FishBase: Tetraodon schoutedenifishbase.se
  2. Seriously Fish: Tetraodon schoutedeniseriouslyfish.com
  3. Ebert, K. (2001): The Puffers of Fresh and Brackish Waters. Aqualog Verlag.
  4. IUCN Red List: Tetraodon schoutedeniiucnredlist.org
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

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