Der California-Schwarzsalamander ist ein robuster, lungenloser Salamander aus den feuchten Wäldern Kaliforniens und Oregons. Er ist für seine dunkle, oft schwarz gesprenkelte Färbung bekannt und besitzt als Vertreter der Klettersalamander kräftige Beine und teilweise verwachsene Zehen, die ihn zu einem geschickten Kletterer machen.
| Wissenschaftlicher Name | Aneides flavipunctatus |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Aneides |
| Größe | 8–13 cm |
| Gewicht | 5–12 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Westliches Nordamerika (Kalifornien, Südwest-Oregon) |
| Lebensraum | Feuchte Wälder, Talus-Hänge, unter Rinde und Steinen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der California-Schwarzsalamander erreicht eine Gesamtlänge von 8–13 cm und ist kräftig gebaut mit einem breiten, abgeflachten Kopf und starken Kiefern. Die Grundfarbe ist glänzend schwarz, übersät mit zahlreichen kleinen gelben bis weißen Punkten oder Flecken – besonders auf dem Rücken und den Flanken. Bei einigen Populationen können die Flecken fehlen oder sehr spärlich sein.
Als lungenloser Salamander (Plethodontidae) atmet er ausschließlich über die Haut und die Mundschleimhaut. Die Beine sind im Verhältnis zum Körper kräftig, die Zehen leicht abgeflacht mit Haftpolstern, die beim Klettern helfen. Die Nasenlabialfurche zwischen Nasenloch und Oberlippe ist typisch für alle Plethodontidae. Männchen besitzen einen breiteren Kopf als Weibchen.
Verbreitung & Lebensraum
Der California-Schwarzsalamander kommt entlang der Pazifikküste Nordamerikas vor – von Südwest-Oregon durch das nördliche und zentrale Kalifornien bis in den Raum San Francisco. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.800 m.
Er bewohnt feuchte Laub- und Nadelwälder, insbesondere Eichen- und Redwood-Wälder. Typische Mikrohabitate sind die Unterseiten von Steinen, unter loser Baumrinde, in Felsspalten und auf Talus-Hängen (Geröllhalden). In Küstennähe findest du ihn auch in feuchten Graslandschaften und unter verrottenden Holzstämmen.
Lebensweise & Verhalten
Der California-Schwarzsalamander ist überwiegend nachtaktiv und verlässt seine Verstecke bei feuchtem Wetter. In der Trockenzeit (Sommer) zieht er sich in tiefere Felsspalten und unterirdische Gänge zurück und fällt in eine Art Sommerruhe (Ästivation). Am aktivsten ist er während der feuchten Wintermonate und im Frühjahr.
Die Art ist territorial und Männchen verteidigen ihre Versteckplätze aggressiv. Revierkämpfe können heftig ausfallen – die kräftigen Kiefer können anderen Salamandern Bissverletzungen zufügen. Der California-Schwarzsalamander ist ein geschickter Kletterer und kann an Felsen und Baumstämmen senkrecht emporklettern.
Ernährung
Die Nahrung besteht aus verschiedenen kleinen Wirbellosen. Zum Beutespektrum gehören Käfer, Ameisen, Termiten, Spinnen, Milben, Asseln und kleine Schnecken. Die Beute wird mit der klebrigen Zunge oder durch direktes Zupacken mit den kräftigen Kiefern gefangen.
Aufgrund seiner Größe und seiner kräftigen Kiefer kann der California-Schwarzsalamander auch relativ große Beutetiere überwältigen. Die Nahrungssuche findet überwiegend nachts auf dem Waldboden, unter Rinde und an Felsoberflächen statt.
Fortpflanzung
Die Paarung findet im Herbst oder frühen Winter statt. Das Weibchen legt im Frühsommer 8–20 große, dotterreiche Eier in feuchten Spalten unter Steinen oder Baumrinde ab. Das Weibchen betreibt Brutpflege und bewacht die Eier über mehrere Monate, bis die Jungtiere schlüpfen.
Wie bei allen Plethodontidae findet die Entwicklung vollständig innerhalb des Eis statt – es gibt kein aquatisches Larvenstadium. Die Jungtiere schlüpfen als fertige Miniatur-Salamander von etwa 2–3 cm Länge. Die Weibchen legen nur alle zwei Jahre ein Gelege ab, was die Reproduktionsrate begrenzt. Die Geschlechtsreife wird nach 3–4 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der California-Schwarzsalamander wird gelegentlich in der Terraristik gehalten. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 40 cm mit einer Mischung aus Erde, Moos und Rindenstücken als Substrat ist geeignet. Wichtig sind zahlreiche Versteckmöglichkeiten aus Steinen, Korkrinde und Moos sowie eine moderate Feuchtigkeit.
Die Temperatur sollte bei 15–20 °C liegen – diese Art verträgt keine hohen Temperaturen über 24 °C. Im Sommer kann eine kühle Phase und im Winter eine Ruhephase bei 8–12 °C eingehalten werden. Gefüttert wird mit kleinen Grillen, Heimchen, Asseln und Wachsmottenlarven. Die Art ist in Europa selten im Handel erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der California-Schwarzsalamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. In Teilen seines Verbreitungsgebiets ist er noch relativ häufig. Allerdings sind einige isolierte Populationen durch Habitatverlust, Abholzung und zunehmende Trockenheit bedroht.
Besonders die Populationen in Küstennähe leiden unter der Umwandlung natürlicher Wälder in landwirtschaftliche Flächen und Wohngebiete. Der Klimawandel könnte durch längere und intensivere Trockenperioden in Kalifornien eine zunehmende Bedrohung darstellen. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt natürlicher Waldbestände und die Vermeidung von Habitatfragmentierung.
Quellen
- AmphibiaWeb: Aneides flavipunctatus – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Aneides flavipunctatus – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
