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Chile-Laubfrosch (Calyptocephalella gayi)

4 Min. Lesezeit
Chile-Laubfrosch (Calyptocephalella gayi)

Bildquelle: Luis Romero Baeza / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Chile-Laubfrosch ist der größte Frosch Chiles und kann bis zu 32 cm lang werden. Er lebt in Süßgewässern Zentralchiles und ist trotz seines Namens kein echter Laubfrosch, sondern gehört zur eigenständigen Familie Calyptocephalellidae. Die Art ist aufgrund von Habitatverlust und Übernutzung als gefährdet eingestuft.

Der Chile-Laubfrosch ist der größte Frosch Chiles und kann bis zu 32 cm lang werden. Er lebt in Süßgewässern Zentralchiles und ist trotz seines Namens kein echter Laubfrosch, sondern gehört zur eigenständigen Familie Calyptocephalellidae. Die Art ist aufgrund von Habitatverlust und Übernutzung als gefährdet eingestuft.

Steckbrief: Chile-Laubfrosch (Calyptocephalella gayi)
Wissenschaftlicher NameCalyptocephalella gayi
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieCalyptocephalellidae
GattungCalyptocephalella
Größe15–32 cm
Gewicht0,5–3 kg
Lebenserwartung15–30 Jahre
VerbreitungZentralchile
LebensraumSüßwasserseen, Teiche, Flüsse, Feuchtgebiete
SchutzstatusGefährdet (VU) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Chile-Laubfrosch ist ein massiger, kräftig gebauter Frosch mit einem breiten, abgeflachten Kopf, der ihm den Beinamen „Helmeted Water Toad" eingebracht hat. Die Oberseite ist olivgrün bis dunkelbraun gefärbt, oft mit unregelmäßigen dunkleren Flecken. Die Unterseite ist heller, meist gelblich-weiß. Mit einer Körperlänge von bis zu 32 cm und einem Gewicht von bis zu 3 kg ist er einer der größten Frösche Südamerikas.

Die Haut ist relativ glatt mit vereinzelten kleinen Warzen. Die kräftigen Hinterbeine sind mit ausgeprägten Schwimmhäuten versehen, die seine aquatische Lebensweise widerspiegeln. Die Augen sind groß und nach oben gerichtet, was typisch für im Wasser lauernde Jäger ist. Männchen bleiben deutlich kleiner als Weibchen.

Verbreitung & Lebensraum

Der Chile-Laubfrosch ist in Zentralchile endemisch und kommt von der Region Coquimbo im Norden bis zur Region Los Lagos im Süden vor. Sein Verbreitungsgebiet ist an die gemäßigten Klimazonen der chilenischen Zentralzone gebunden, wo er in Höhenlagen von Meeresniveau bis etwa 1.200 m lebt.

Als überwiegend aquatische Art bewohnt er stehende und langsam fließende Süßgewässer – Seen, Teiche, Stauseen, Bewässerungskanäle und ruhige Flussabschnitte. Er bevorzugt Gewässer mit dichter Ufervegetation, die ihm Deckung bieten. Die Art ist relativ kältetolerant und kann auch in kühleren Gewässern der südlichen Regionen überleben.

Lebensweise & Verhalten

Der Chile-Laubfrosch ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Großteil seines Lebens im Wasser. Tagsüber ruht er auf dem Gewässergrund oder zwischen Wasserpflanzen. Er ist ein Lauerjäger, der geduldig auf vorbeikommende Beute wartet und dann blitzschnell zuschnappt.

Die Art ist territorial und einzelgängerisch. Männchen verteidigen ihre Reviere mit lautstarken Rufen, die an ein tiefes Grunzen erinnern. In den kühleren Wintermonaten reduziert der Frosch seine Aktivität deutlich, hält aber keine echte Winterruhe. Er kann sich bei Gefahr schnell im Schlamm des Gewässergrunds eingraben.

Ernährung

Der Chile-Laubfrosch ist ein opportunistischer Räuber mit einem breiten Beutespektrum. Er frisst Insekten, Krebstiere, Schnecken, kleine Fische, andere Frösche und sogar kleine Nagetiere und Vögel, die ans Wasser kommen. Sein großes Maul ermöglicht es ihm, auch verhältnismäßig große Beute zu überwältigen.

Die Kaulquappen ernähren sich zunächst von Algen und organischem Material, gehen aber mit zunehmender Größe zu tierischer Kost über. In der Terrarienhaltung kannst du ihn mit Grillen, Regenwürmern, kleinen Fischen und gelegentlich mit Mäusen füttern.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von September bis Dezember (Frühling und Frühsommer auf der Südhalbkugel). Die Männchen rufen aus dem Wasser heraus und locken die Weibchen zu geeigneten Laichplätzen. Die Paarung findet im Wasser statt, wobei das Männchen das Weibchen im Amplexus umklammert.

Das Weibchen legt mehrere tausend Eier in gallertartigen Klumpen ab, die an Wasserpflanzen oder am Gewässergrund befestigt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach etwa zwei Wochen und durchlaufen eine lange Entwicklungsphase von mehreren Monaten. Die Metamorphose kann bis zu einem Jahr dauern. Die Geschlechtsreife wird erst mit 3–5 Jahren erreicht.

Haltung im Aquarium

Aufgrund seiner Größe benötigt der Chile-Laubfrosch ein geräumiges Aquaterrarium von mindestens 150 × 60 × 60 cm für ein einzelnes Tier. Der Wasserbereich sollte mindestens 20 cm tief sein, mit einem Landteil und vielen Versteckmöglichkeiten. Die Wassertemperatur sollte bei 15–22 °C liegen, was ihn zu einer Art für Kaltwasserhaltung macht.

Ein leistungsstarker Filter ist aufgrund der Größe und des Stoffwechsels des Tieres unerlässlich. Die Haltung ist anspruchsvoll und nur erfahrenen Haltern zu empfehlen. In Chile wird die Art traditionell als Delikatesse geschätzt und in Froschfarmen gezüchtet. Der internationale Handel ist reguliert, und du solltest nur Nachzuchten aus seriösen Quellen erwerben.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Chile-Laubfrosch wird von der IUCN als „Vulnerable" (gefährdet) eingestuft. Die Hauptbedrohungen sind Habitatverlust durch Landwirtschaft und Urbanisierung, Wasserverschmutzung, die Einführung invasiver Arten (insbesondere Forellen und Nordamerikanischer Ochsenfrosch) sowie die Übernutzung als Nahrungsmittel.

In Chile ist die Art geschützt, und die Entnahme aus der Natur ist reguliert. Zuchtprogramme in Froschfarmen sollen sowohl den Bedarf für den menschlichen Konsum decken als auch den Druck auf die Wildpopulationen verringern. Habitatschutz und die Kontrolle invasiver Arten sind entscheidend für den langfristigen Erhalt dieser einzigartigen Froschart.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Calyptocephalella gayiamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Calyptocephalella gayiiucnredlist.org
  3. Cei, J. M. (1962): Batracios de Chile. Universidad de Chile, Santiago.
  4. Veloso, A. & Navarro, J. (1988): Lista sistemática y distribución geográfica de anfibios y reptiles de Chile. Bollettino del Museo Regionale di Scienze Naturali, Torino, 6(2), 481–539.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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