Fische (Salzwasser)

Clown-Süßlippe (Plectorhinchus chaetodonoides)

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Clown-Süßlippe (Plectorhinchus chaetodonoides)

Bildquelle: Gerald Robert Fischer / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Clown-Süßlippe ist einer der spektakulärsten Verwandlungskünstler unter den Meerwasserfischen. Jungtiere bezaubern mit einem dramatischen Muster aus großen, braunen Flecken auf weißem Grund und einem auffälligen schwingenden Schwimmmuster, das an ein tanzendes Nudibranch erinnert.

Die Clown-Süßlippe ist einer der spektakulärsten Verwandlungskünstler unter den Meerwasserfischen. Jungtiere bezaubern mit einem dramatischen Muster aus großen, braunen Flecken auf weißem Grund und einem auffälligen schwingenden Schwimmmuster, das an ein tanzendes Nudibranch erinnert.

Steckbrief: Clown-Süßlippe (Plectorhinchus chaetodonoides)
Wissenschaftlicher NamePlectorhinchus chaetodonoides
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieSüßlippen (Haemulidae)
GattungPlectorhinchus
Größe40–72 cm
Lebenserwartung15–25 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Malediven bis Westpazifik)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, Riffhöhlen, 1–30 m Tiefe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 2000 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Die Clown-Süßlippe kann eine beeindruckende Größe von 40–72 cm erreichen. Jungtiere sind spektakulär gefärbt: große, unregelmäßige braune bis schokoladenbraune Flecken auf weißem bis cremefarbenem Grund, dazu verdickte, wellenförmig bewegte Flossen. Dieses Muster imitiert möglicherweise ein giftiges Nudibranch und schreckt so Fressfeinde ab.

Mit zunehmendem Alter verändern sich Muster und Körperform dramatisch. Adulte Tiere sind grau bis silbrig mit zahlreichen kleinen, dunklen Punkten und besitzen die namensgebenden fleischigen Lippen. Die Verwandlung vom bezaubernden, „tanzenden" Jungtier zum massiven Adulttier ist eine der auffälligsten Metamorphosen im Fischreich.

Verbreitung & Lebensraum

Die Clown-Süßlippe kommt im Indopazifik von den Malediven über Südostasien bis in den westlichen Pazifik vor. Sie bewohnt Korallenriffe und Lagunen in Tiefen von 1–30 Metern. Jungtiere halten sich bevorzugt in geschützten Bereichen unter Korallenüberhängen und in Höhlen auf.

Adulte Tiere sind oft in der Nähe von Höhlen und Überhängen anzutreffen, in denen sie sich tagsüber ausruhen. Nachts werden sie aktiv und durchstreifen das Riff auf Nahrungssuche. Die Tiere sind relativ standorttreu und kehren regelmäßig zu denselben Ruheplätzen zurück.

Lebensweise & Verhalten

Das auffälligste Verhalten der juvenilen Clown-Süßlippe ist ihr einzigartiger, schaukelnder Schwimmstil. Jungtiere bewegen sich mit übertrieben wellenförmigen Körperbewegungen und flatternden Flossen durchs Wasser, was an ein tanzendes Nudibranch erinnert. Diese Mimikry schützt sie vermutlich vor Fressfeinden, da viele Nudibranch giftig sind.

Adulte Tiere sind ruhiger und verbringen den Tag meist in Höhlen und unter Überhängen. In der Dämmerung und nachts werden sie aktiv und suchen den Bodengrund nach Nahrung ab. Sie sind Einzelgänger oder leben in kleinen, lockeren Gruppen.

Im Aquarium sind sie zunächst scheu, werden aber mit der Zeit zutraulich und zeigen ein aufgewecktes, neugieriges Verhalten. Die Jungtiere mit ihrem „Tanz" sind ein absoluter Publikumsmagnet.

Ernährung

In der Natur ernährt sich die Clown-Süßlippe von bodenbewohnenden Wirbellosen wie Krebstieren, Würmern, Schnecken und kleinen Fischen. Sie durchsucht den Bodengrund und Riffstrukturen nach versteckter Beute und nutzt ihre fleischigen Lippen, um in Spalten und Löchern nach Nahrung zu tasten.

Im Aquarium kann die Fütterung anfangs schwierig sein, da manche Wildfänge nur langsam an Ersatzfutter gewöhnt werden. Frostfutter wie Mysis, Artemia, Krill und Muschelfleisch werden in der Regel akzeptiert. Mit zunehmender Größe sollte kräftigeres Futter wie Garnelen und Fischstücke angeboten werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für die langfristige Gesundheit.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung der Clown-Süßlippe in der Natur ist relativ wenig bekannt. Die Laichzeit wird vermutet, dass sie in der wärmeren Jahreszeit stattfindet. Die Eier sind vermutlich pelagisch und treiben im freien Wasser.

Die Zucht im Aquarium ist bisher nicht gelungen. Die komplexe Larvenstadien und die schwierige Ernährung der Larven machen eine Nachzucht äußerst herausfordernd. Alle im Handel erhältlichen Exemplare sind Wildfänge.

Haltung im Aquarium

Die Clown-Süßlippe erfordert aufgrund ihrer enormen Endgröße ein sehr großes Aquarium ab 2000 Litern. Jungtiere werden oft als niedliche 5-cm-Fische im Handel angeboten, doch du musst dir bewusst sein, dass sie zu massiven, über 50 cm großen Fischen heranwachsen. Die Haltung ist daher nur für Aquarianer mit entsprechend großen Becken empfehlenswert.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Zahlreiche Höhlen und Überhänge als Versteckmöglichkeiten sind unerlässlich. Die Art ist nicht riffkompatibel, da sie Wirbellose frisst. Ein FOWLR-Becken (Fish Only With Live Rock) ist die beste Wahl.

Die Vergesellschaftung mit anderen großen, robusten Meerwasserfischen ist möglich. Meide die Kombination mit kleinen Fischen, die als Beute dienen könnten. Die Eingewöhnung erfordert Geduld, insbesondere bei der Futtergabe.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Clown-Süßlippe wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Sie ist im Indopazifik verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Die Art wird sowohl als Speisefisch als auch für den Aquarienhandel gefangen.

Der Import von Jungtieren für die Aquaristik sollte kritisch betrachtet werden, da viele Tiere die enorme Endgröße in Heimaquarien nicht erreichen können und unter unzureichenden Haltungsbedingungen leiden. Kaufe die Clown-Süßlippe nur, wenn du langfristig ein Aquarium bereitstellen kannst, das der Endgröße des Fisches gerecht wird.

Quellen

  1. FishBase: Plectorhinchus chaetodonoidesfishbase.se
  2. IUCN Red List: Plectorhinchus chaetodonoidesiucnredlist.org
  3. Randall, J. E. (2005): Reef and Shore Fishes of the South Pacific. University of Hawaii Press.
  4. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.

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