Fische

Dornauge (Pangio kuhlii)

4 Min. Lesezeit
Dornauge (Pangio kuhlii)

Bildquelle: Corneliu LEU / shutterstock.com

Zusammenfassung

Das Dornauge ist eine beliebte, aalförmige Schmerle aus Südostasien mit einem auffälligen gelb-braunen Streifenmuster. Als nachtaktiver Bodenbewohner gräbt es sich tagsüber in den Sand ein und wird bei Dämmerung aktiv. In Gruppen gehalten, ist es ein faszinierender und pflegeleichter Aquarienbewohner.

Das Dornauge ist eine beliebte, aalförmige Schmerle aus Südostasien mit einem auffälligen gelb-braunen Streifenmuster. Als nachtaktiver Bodenbewohner gräbt es sich tagsüber in den Sand ein und wird bei Dämmerung aktiv. In Gruppen gehalten, ist es ein faszinierender und pflegeleichter Aquarienbewohner.

Steckbrief: Dornauge (Pangio kuhlii)
Wissenschaftlicher NamePangio kuhlii
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieSchmerlen (Cobitidae)
GattungPangio
Größe7–12 cm
Gewicht3–8 g
Lebenserwartung8–14 Jahre
VerbreitungSüdostasien (Malaysia, Indonesien, Thailand)
LebensraumSüßwasser – sandige Bäche und langsam fließende Gewässer
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 60 Liter
Temperatur24–28 °C
pH-Wert5.5–7.0
Wasserhärte2–10 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Das Dornauge hat einen schlangenförmig langgestreckten Körper von 7–12 cm Länge, der ihm ein aalartiges Aussehen verleiht. Die Grundfarbe ist leuchtend gelb bis orangebraun mit 10–15 dunkelbraunen bis schwarzen Querstreifen oder Sattelflecken, die den gesamten Körper bedecken. Die Bauchseite ist heller, oft rosa bis weißlich.

Der Name „Dornauge" bezieht sich auf einen kleinen, aufrichtbaren Dorn unter jedem Auge, der als Verteidigungswaffe dient. Die Augen sind klein und von einem der Querstreifen überdeckt. Am Maul befinden sich drei Paar kurze Barteln, mit denen er den Bodengrund nach Nahrung abtastet. Die Schuppen sind sehr fein und die Haut wirkt glatt und schleimig.

Verbreitung & Lebensraum

Das Dornauge stammt aus Südostasien, wo es in Malaysia, Indonesien (Sumatra, Borneo, Java), Thailand und möglicherweise weiteren Regionen vorkommt. Es bewohnt langsam fließende Bäche, Sümpfe und die Randbereiche von Flüssen im tropischen Tiefland.

Sein bevorzugter Lebensraum sind sandige oder schlammige Gewässergründe mit dichter Vegetation und viel Falllaub. In diesen weichen Substraten gräbt es sich tagsüber ein, wobei oft nur der Kopf herausschaut. Das Wasser in seinen natürlichen Habitaten ist weich, sauer und durch Huminstoffe bräunlich gefärbt. Die Gewässer sind oft schattig durch überhängende Ufervegetation.

Lebensweise & Verhalten

Das Dornauge ist ein ausgesprochen nachtaktiver Bodenbewohner, der tagsüber versteckt lebt. Es gräbt sich in den Sand ein, versteckt sich unter Wurzeln, zwischen Pflanzen oder in engen Spalten. Bei Dämmerung und nachts wird es aktiv und durchsucht den Bodengrund nach Nahrung.

Dornaugen sind gesellige Tiere, die in Gruppen gehalten werden sollten. In der Natur leben sie in lockeren Gruppen, und auch im Aquarium zeigen sie in Gesellschaft von Artgenossen deutlich mehr Aktivität und trauen sich häufiger aus ihren Verstecken. Einzeln gehaltene Tiere bleiben oft permanent versteckt. Ihre schlangenartigen Bewegungen und das gelegentliche Eingraben in den Sand sind faszinierend zu beobachten.

Ernährung

Das Dornauge ist ein Allesfresser, der den Bodengrund nach Futterresten, Würmern und kleinen Insektenlarven durchsucht. Im Aquarium nimmt es sinkende Tabletten, Granulat und Frostfutter gerne an. Spezielle Welstabletten und Bodenfuttertabletten sind eine gute Basis.

Ergänze die Ernährung mit Frostfutter (Tubifex, Artemia, Mückenlarven) und gelegentlichem Lebendfutter. Da das Dornauge nachtaktiv ist, solltest du bevorzugt abends oder bei gedämpftem Licht füttern, um sicherzustellen, dass es genug Nahrung bekommt. Kleine Portionen, die auf den Bodengrund sinken, sind ideal.

Fortpflanzung

Die Zucht von Dornaugen im Aquarium ist möglich, aber eher selten und oft zufällig. In gut eingefahrenen, dicht bepflanzten Becken mit weichem, saurem Wasser kann es zu spontaner Laichabgabe kommen. Die Tiere laichen zwischen Schwimmpflanzen an der Wasseroberfläche.

Die grünlichen Eier sind klebrig und heften sich an Pflanzenteile und Schwimmpflanzen-Wurzeln. Die Larven schlüpfen nach 24–48 Stunden und sind extrem klein. Die Aufzucht erfordert feinstes Futter wie Infusorien und Pantoffeltierchen. In einem stark bepflanzten Becken mit wenig Fressfeinden können sich Jungfische manchmal unbemerkt entwickeln.

Haltung im Aquarium

Für eine Gruppe von mindestens 5–6 Dornaugen eignet sich ein Aquarium ab 60 Litern. Der Bodengrund muss unbedingt aus feinem Sand bestehen, da sich die Tiere eingegraben – scharfkantiger Kies würde die empfindliche Haut verletzen. Zahlreiche Verstecke aus Wurzeln, Steinen, Kokosnussschalen und dichte Bepflanzung sind essenziell.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert bei 5,5–7,0. Weiches, leicht saures Wasser wird bevorzugt. Seemandelbaumblätter auf dem Bodengrund simulieren den natürlichen Lebensraum. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen der mittleren und oberen Wasserzone ist problemlos. Achte auf ein lückenloses Deckglas – Dornaugen sind Ausbruchskünstler und können durch kleinste Spalten entkommen.

Gefährdung & Schutzstatus

Das Dornauge wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in Südostasien weit verbreitet und häufig. Lokal können die Bestände durch Lebensraumzerstörung und Gewässerverschmutzung zurückgehen.

In der Aquaristik ist das Dornauge seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Bodenbewohner und ist regelmäßig im Handel erhältlich. Die meisten Tiere stammen aus Wildfängen aus Indonesien und Malaysia, da die Nachzucht in Gefangenschaft schwierig ist. Eine nachhaltige Sammlung ist für den Fortbestand der Art wichtig.

Quellen

  1. FishBase: Pangio kuhliifishbase.se
  2. Seriously Fish: Pangio kuhliiseriouslyfish.com
  3. IUCN Red List: Pangio kuhliiiucnredlist.org
  4. Kottelat, M. (2012): Conspectus cobitidum: an inventory of the loaches of the world. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement No. 26, 1–199.
  5. Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken