Die Dreipunkt-Meergrundel ist ein reiner Salzwasserfisch, der auf sandigen Riffbereichen im Westpazifik lebt. Als fleißiger Sandsifter durchsiebt sie den Bodengrund nach Nahrung und hält dabei den Sand im Aquarium sauber – eine nützliche Eigenschaft im Meerwasseraquarium.
| Wissenschaftlicher Name | Amblygobius decussatus |
| Ordnung | Grundelartige (Gobiiformes) |
| Familie | Grundeln (Gobiidae) |
| Gattung | Amblygobius |
| Größe | 8–10 cm |
| Gewicht | 10–20 g |
| Lebenserwartung | 3–5 Jahre |
| Verbreitung | Westpazifik (Philippinen bis Australien) |
| Lebensraum | Salzwasser – sandige Riffbereiche und Lagunen |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 100 Liter (Meerwasser) |
| Temperatur | 24–27 °C |
| pH-Wert | 8.1–8.4 |
| Wasserhärte | Meerwasser (dKH 8–12) |
Beschreibung & Aussehen
Die Dreipunkt-Meergrundel wird 8–10 cm groß und hat einen langgestreckten, zylindrischen Körper mit einem großen, breiten Kopf. Die Grundfarbe ist cremeweiß bis hellgrau mit orangebraunen horizontalen Streifen und Punktreihen, die den gesamten Körper bedecken. Am Schwanzstiel befinden sich markante dunkle Flecken.
Der Kopf ist proportional groß mit großen, hochstehenden Augen und einem breiten Maul, das an das Aufnehmen und Durchsieben von Sand angepasst ist. Die Brustflossen sind kräftig und dienen zum Abstützen auf dem Substrat. Die Bauchflossen sind zu einer Saugscheibe verschmolzen, mit der sich die Grundel auf Steinen und Korallen festhalten kann.
Verbreitung & Lebensraum
Die Dreipunkt-Meergrundel ist ein reiner Meerwasserfisch, der im westlichen Pazifik vorkommt – von den Philippinen und Indonesien über Palau bis nach Nordaustralien und Mikronesien. Sie lebt in Lagunen und geschützten Riffbereichen in Tiefen von 2–25 Metern.
Ihr bevorzugter Lebensraum sind sandige Flächen in der Nähe von Korallenriffen, wo sie sich in selbst gegrabene Höhlen zurückzieht. Sie lebt oft in Paaren und teilt sich manchmal ihre Höhle mit einer Knallkrebs-Art in einer symbiotischen Beziehung. Der Sandboden ist essenziell für ihr natürliches Verhalten als Sandsifter.
Lebensweise & Verhalten
Die Dreipunkt-Meergrundel ist ein typischer Sandsifter – sie nimmt Maulvoll um Maulvoll Sand auf, siebt ihn durch die Kiemen nach Nahrungspartikeln und spuckt den gereinigten Sand wieder aus. Dieses Verhalten macht sie zu einem nützlichen Bewohner im Meerwasseraquarium, da sie den Sandboden sauber und locker hält.
Sie ist tagaktiv und verbringt den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche im Sand. Bei Gefahr oder nachts zieht sie sich in ihre Höhle zurück. Gegenüber Artgenossen kann sie territorial sein, gegenüber anderen Fischarten ist sie aber friedlich. Am besten hältst du sie als Einzeltier oder als Paar.
Ernährung
In der Natur ernährt sich die Dreipunkt-Meergrundel von kleinen Wirbellosen, Algen und organischen Partikeln, die sie aus dem Sand herausfiltert. Im Meerwasseraquarium muss sie gezielt gefüttert werden, da der Sandboden allein meist nicht genug Nahrung bietet.
Biete ihr Frostfutter (Artemia, Mysis, Cyclops), feines Granulat und gefriergetrocknetes Futter an, das du direkt in den Sand streust oder in Bodennähe anbietest. Sie nimmt auch hochwertiges Flockenfutter an. Regelmäßige Fütterung zwei- bis dreimal täglich ist wichtig, da sie bei unzureichender Ernährung schnell abmagert.
Fortpflanzung
Die Dreipunkt-Meergrundel laicht in ihrer Höhle, wo das Weibchen die Eier an die Höhlendecke klebt. Das Männchen bewacht und befächelt das Gelege, bis die Larven nach einigen Tagen schlüpfen. Die pelagischen Larven treiben als Plankton im freien Wasser.
Eine Nachzucht im Heimaquarium ist extrem schwierig und bisher kaum dokumentiert. Die winzigen Larven benötigen spezielles Plankton als Erstfutter und eine aufwendige Aufzuchtumgebung. Alle im Handel erhältlichen Tiere sind daher Wildfänge aus dem Westpazifik.
Haltung im Aquarium
Die Dreipunkt-Meergrundel benötigt ein Meerwasseraquarium ab 100 Litern mit einer ausreichend dicken Sandschicht (mindestens 5 cm feiner Korallenbruch-Sand). Der Sandboden ist essenziell für ihr natürliches Sandsifter-Verhalten. Einige Steine oder Riffaufbauten bieten Deckung und Höhlenplätze.
Die Wasserqualität muss den Standards eines Riffaquariums entsprechen: Temperatur 24–27 °C, Salinität 1,023–1,025, pH 8,1–8,4. Sie ist riffkompatibel und beeinträchtigt keine Korallen. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist unproblematisch. Achte darauf, dass keine aggressiven Bodenbewohner im Becken sind, die sie von ihrem Sand verdrängen.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Dreipunkt-Meergrundel wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im westlichen Pazifik verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Die Populationen gelten als stabil.
Die Hauptbedrohung ist die Degradierung von Korallenriffen durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten. In der Aquaristik stammen alle Tiere aus Wildfängen, die hauptsächlich aus den Philippinen und Indonesien exportiert werden. Eine nachhaltige Sammlungspraxis ist für den Schutz der Wildpopulationen wichtig.
Quellen
- FishBase: Amblygobius decussatus – fishbase.se
- IUCN Red List: Amblygobius decussatus – iucnredlist.org
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2006): World Atlas of Marine Fishes. IKAN.
- Coral Magazine – Grundeln im Riffaquarium – coral-magazine.com
