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Dünnfinger-Frosch (Leptodactylus fragilis)

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Dünnfinger-Frosch (Leptodactylus fragilis)

Bildquelle: Wirestock Creators / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Dünnfinger-Frosch ist ein kleiner, nachtaktiver Frosch aus der Familie der Pfeiffrösche. Er ist für seine charakteristischen Schaumnester bekannt, die er an Land in feuchten Mulden anlegt. Die Art ist in Mittel- und Südamerika weit verbreitet und anpassungsfähig.

Der Dünnfinger-Frosch ist ein kleiner, nachtaktiver Frosch aus der Familie der Pfeiffrösche. Er ist für seine charakteristischen Schaumnester bekannt, die er an Land in feuchten Mulden anlegt. Die Art ist in Mittel- und Südamerika weit verbreitet und anpassungsfähig.

Steckbrief: Dünnfinger-Frosch (Leptodactylus fragilis)
Wissenschaftlicher NameLeptodactylus fragilis
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieLeptodactylidae
GattungLeptodactylus
Größe3–5 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungMittel- und Südamerika (Mexiko bis Venezuela und Kolumbien)
LebensraumTropische Tieflandwälder, Savannen, Feuchtgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Dünnfinger-Frosch ist ein kleiner, schlanker Frosch mit einer Körperlänge von 3–5 cm. Die Oberseite ist graubraun bis hellbraun gefärbt mit dunklen Flecken und oft einem hellen Rückenstreifen. Ein charakteristisches dunkles Dreieck befindet sich zwischen den Augen. Die Unterseite ist weißlich bis cremefarben.

Die namensgebenden schlanken Finger und Zehen besitzen keine Schwimmhäute und keine verbreiterten Haftscheiben. Die Hinterbeine sind relativ lang und ermöglichen dem Frosch weite Sprünge. Die Haut ist relativ glatt mit feinen Längsfalten auf dem Rücken. Auffällig ist der helle Oberlippenstreifen, der sich bis über das Trommelfell erstreckt.

Verbreitung & Lebensraum

Der Dünnfinger-Frosch ist in Mittel- und Südamerika weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mexiko über ganz Mittelamerika bis nach Venezuela und Kolumbien. Er kommt vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von etwa 1.500 m vor.

Die Art besiedelt eine Vielzahl von Lebensräumen, darunter tropische Tieflandwälder, Savannen, landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsränder. Er bevorzugt feuchte, offene bis halboffene Habitate mit lockeren Böden, in denen er seine Schaumnester anlegen kann. Temporäre Gewässer und saisonale Feuchtgebiete spielen eine wichtige Rolle in seinem Lebenszyklus.

Lebensweise & Verhalten

Der Dünnfinger-Frosch ist streng nachtaktiv und verbringt den Tag in Verstecken unter Steinen, Laub oder in Erdlöchern. Mit Einbruch der Dämmerung wird er aktiv und beginnt zu rufen. Sein Ruf ist ein kurzer, hoher Pfeifton, der in regelmäßigen Abständen wiederholt wird und weithin hörbar ist.

Während der Regenzeit versammeln sich die Männchen an geeigneten Laichstellen und bilden lautstarke Chorgemeinschaften. Die Art ist bodenbewohnend und bewegt sich hüpfend oder laufend fort. Bei Gefahr flieht der Frosch mit schnellen Sprüngen und nutzt seine gute Tarnung, um im Laub zu verschwinden.

Ernährung

Der Dünnfinger-Frosch ernährt sich hauptsächlich von kleinen Wirbellosen. Auf seinem Speiseplan stehen Ameisen, Termiten, kleine Käfer, Fliegen und Spinnen. Er jagt aktiv auf dem Waldboden und nutzt seine klebrige Zunge, um Beute zu fangen.

Die Kaulquappen ernähren sich in ihren Schaumnestern zunächst von den Nährstoffen des Schaums und den Resten der Eihüllen, bevor sie nach dem Übergang ins Wasser Algen und organische Partikel fressen. In Gefangenschaft kannst du erwachsene Tiere mit kleinen Grillen, Fruchtfliegen und Blattläusen füttern.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt. Das Männchen gräbt eine kleine Mulde in den feuchten Boden nahe eines temporären Gewässers und lockt mit seinem Pfeifton ein Weibchen an. Nach der Paarung schlägt das Männchen mit den Hinterbeinen ein Schaumnest auf, in das das Weibchen die Eier ablegt.

Das Schaumnest schützt die Eier vor Austrocknung und Fressfeinden. Nach dem Schlüpfen bleiben die Kaulquappen zunächst im Schaum. Bei einsetzendem Regen werden sie dann in das nahegelegene temporäre Gewässer gespült, wo sie ihre Entwicklung abschließen. Die Metamorphose dauert je nach Wassertemperatur 4–8 Wochen.

Haltung im Terrarium

Der Dünnfinger-Frosch kann in einem Terrarium ab 60 × 30 × 30 cm gehalten werden. Die Einrichtung sollte eine Schicht feuchtes Substrat (Kokoshumus oder Walderde), Laub als Bodenbedeckung, flache Verstecke und ein kleines Wasserbecken umfassen. Die Temperatur sollte tagsüber bei 24–28 °C liegen, nachts etwas kühler.

Die Luftfeuchtigkeit sollte 70–85 % betragen und kann durch regelmäßiges Sprühen aufrechterhalten werden. Gefüttert wird mit kleinen Grillen, Fruchtfliegen und Wachsmottenlarven. Die Art ist im Fachhandel selten erhältlich, aber pflegeleicht und für Anfänger in der Froschhaltung geeignet, sofern die klimatischen Bedingungen stimmen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Dünnfinger-Frosch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist weit verbreitet, anpassungsfähig und kommt auch in vom Menschen veränderten Lebensräumen vor. Die Populationen gelten insgesamt als stabil.

Lokale Bedrohungen bestehen durch Lebensraumzerstörung, insbesondere die Rodung von Wäldern und die Trockenlegung von Feuchtgebieten. Der Chytridpilz wurde in einigen Populationen nachgewiesen, scheint die Art aber weniger stark zu betreffen als andere Amphibien in der Region.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Leptodactylus fragilisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Leptodactylus fragilisiucnredlist.org
  3. Savage, J. M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. University of Chicago Press.
  4. Duellman, W. E. (2001): Hylid Frogs of Middle America. Society for the Study of Amphibians and Reptiles.

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