Salamander

Dünnfinger-Salamander (Bolitoglossa subpalmata)

4 Min. Lesezeit
Dünnfinger-Salamander (Bolitoglossa subpalmata)

Bildquelle: Sapodorado26 / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Dünnfinger-Salamander ist ein tropischer, lungenloser Salamander aus den Nebelwäldern Costa Ricas und Panamas. Er gehört zur artenreichen Gattung Bolitoglossa, die mit über 130 Arten die vielfältigste Salamandergattung der Welt ist. Sein Name bezieht sich auf die teilweise verwachsenen, schmalen Zehen, die ihm beim Klettern auf feuchter Vegetation helfen.

Der Dünnfinger-Salamander ist ein tropischer, lungenloser Salamander aus den Nebelwäldern Costa Ricas und Panamas. Er gehört zur artenreichen Gattung Bolitoglossa, die mit über 130 Arten die vielfältigste Salamandergattung der Welt ist. Sein Name bezieht sich auf die teilweise verwachsenen, schmalen Zehen, die ihm beim Klettern auf feuchter Vegetation helfen.

Steckbrief: Dünnfinger-Salamander (Bolitoglossa subpalmata)
Wissenschaftlicher NameBolitoglossa subpalmata
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungBolitoglossa
Größe6–10 cm
Gewicht2–5 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungCosta Rica und westliches Panama
LebensraumTropische Bergwälder (Nebelwälder), 1.500–3.000 m Höhe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Dünnfinger-Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 6–10 cm und ist schlank und zierlich gebaut. Die Grundfarbe variiert von dunkelbraun bis schwarz, oft mit einem breiten, rötlich-braunen oder kupferfarbenen Rückenstreifen. Einige Individuen zeigen auch helle Flecken oder eine feine Sprenkelung auf den Flanken.

Ein namensgebendes Merkmal sind die teilweise verwachsenen (syndaktylen) Zehen mit breiten Schwimmhäuten, die als Haftorgane beim Klettern auf nassen Blättern und glatten Pflanzenoberflächen dienen. Wie alle Bolitoglossa-Arten besitzt er keine Lungen und atmet ausschließlich über die feuchte Haut. Die Augen sind groß und vorstehend, der Kopf breit und abgeflacht.

Verbreitung & Lebensraum

Der Dünnfinger-Salamander kommt in den Bergen Costa Ricas und des westlichen Panamas vor, hauptsächlich in der Cordillera de Talamanca und der Cordillera Central. Sein Verbreitungsgebiet liegt in Höhenlagen von 1.500 bis 3.000 m und damit im Bereich der tropischen Nebelwälder und Páramo-ähnlichen Hochlandvegetation.

Er bewohnt feuchte Bergwälder mit dichter Epiphytenbedeckung (Moose, Farne, Bromelien). Du findest ihn auf Bäumen und Sträuchern, in Bromelien-Rosetten, unter Moospolstern und Baumrinde. Er ist ein typischer Bewohner der Kronenregion und der mittleren Baumschicht, kommt aber auch in Bodennähe vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Dünnfinger-Salamander ist überwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag in seinen Verstecken zwischen Epiphyten, unter Moos und in Bromelienrosetten. In der Nacht klettert er auf der Vegetation umher und sucht nach Beute. Dank seiner verwachsenen Zehen mit Haftpolstern kann er sich geschickt auf nassen Blättern und glatten Baumstämmen bewegen.

In den kühlen, nebelreichen Bergwäldern herrschen ganzjährig relativ gleichmäßige Bedingungen, sodass die Art keine ausgeprägte Ruheperiode kennt. Die konstant hohe Luftfeuchtigkeit in den Nebelwäldern ist für das Überleben dieser lungenlosen Art essenziell, da die gesamte Atmung über die Haut erfolgt.

Ernährung

Die Nahrung besteht aus kleinen Wirbellosen, die auf der Vegetation und in Bromelien leben. Zum Beutespektrum gehören kleine Käfer, Ameisen, Fliegen, Spinnen, Milben und Springschwänze. Die Beute wird mit der Projektilzunge erbeutet, die blitzschnell herausgeschleudert wird.

In den Bromelienrosetten, die als Mikrohabitat dienen, findet sich eine reiche Wirbellosenfauna, die dem Dünnfinger-Salamander eine zuverlässige Nahrungsquelle bietet. Die Jagd findet überwiegend nachts statt, wenn die Luftfeuchtigkeit am höchsten ist und die meisten Beutetiere aktiv werden.

Fortpflanzung

Wie alle Bolitoglossa-Arten zeigt der Dünnfinger-Salamander eine direkte Entwicklung ohne aquatisches Larvenstadium. Das Weibchen legt wenige (5–20) große, dotterreiche Eier in feuchten Verstecken ab – häufig in Bromelienrosetten, unter Moos oder in Baumlöchern.

Das Weibchen betreibt Brutpflege und bewacht die Eier bis zum Schlüpfen. Die Entwicklung erfolgt vollständig innerhalb der Eihülle, und es schlüpfen fertige Miniatur-Salamander. Die Fortpflanzung kann in den tropischen Bergwäldern ganzjährig stattfinden, mit einem Schwerpunkt in der Regenzeit. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Dünnfinger-Salamander kann im Terrarium gehalten werden, stellt jedoch spezifische Anforderungen. Ein Regenwaldterrarium ab 40 × 30 × 50 cm (Hochformat) mit dichter tropischer Bepflanzung, Bromelien, Moos und Klettermöglichkeiten ist ideal. Die Temperatur sollte bei kühlen 16–22 °C liegen – Temperaturen über 25 °C sind zu vermeiden.

Die Luftfeuchtigkeit muss konstant bei 80–100 % liegen, was durch regelmäßiges Sprühen oder eine Nebelanlage erreicht wird. Gefüttert wird mit kleinen Fruchtfliegen, Springschwänzen und Blattläusen. Die Art ist in Europa nur selten im Fachhandel erhältlich und wird vereinzelt von Spezialisten gezüchtet.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Dünnfinger-Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist in geeigneten Habitaten in Costa Rica noch relativ häufig anzutreffen. Dennoch ist die Art durch die zunehmende Abholzung der Nebelwälder und den Klimawandel langfristig bedroht.

Nebelwälder gehören zu den am stärksten durch den Klimawandel gefährdeten Ökosystemen, da steigende Temperaturen die Wolkenbasis nach oben verschieben und damit die für die Salamander lebensnotwendige Feuchtigkeit reduzieren. Mehrere Schutzgebiete in Costa Rica (z. B. Monteverde, Chirripó) bieten wichtige Rückzugsräume für diese Art.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Bolitoglossa subpalmataamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Bolitoglossa subpalmataiucnredlist.org
  3. Savage, J. M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. University of Chicago Press.
  4. Vitt, L. J. & Caldwell, J. P. (2014): Herpetology. 4th Edition. Academic Press.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken