Salamander

Dunkler Salamander (Desmognathus fuscus)

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Dunkler Salamander (Desmognathus fuscus)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Dunkle Salamander ist einer der häufigsten und am weitesten verbreiteten Bachsalamander im östlichen Nordamerika. Er gehört zur Gattung der Bachsalamander (Desmognathus) und lebt bevorzugt an feuchten Bächen und Quellen. Seine variable Färbung reicht von hellbraun mit dunklen Flecken bis fast einheitlich dunkelbraun.

Der Dunkle Salamander ist einer der häufigsten und am weitesten verbreiteten Bachsalamander im östlichen Nordamerika. Er gehört zur Gattung der Bachsalamander (Desmognathus) und lebt bevorzugt an feuchten Bächen und Quellen. Seine variable Färbung reicht von hellbraun mit dunklen Flecken bis fast einheitlich dunkelbraun.

Steckbrief: Dunkler Salamander (Desmognathus fuscus)
Wissenschaftlicher NameDesmognathus fuscus
OrdnungSchwanzlurche (Caudata)
FamilieLungenlose Salamander (Plethodontidae)
GattungDesmognathus
Größe7–14 cm
Gewicht3–10 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (Kanada bis zum Golf von Mexiko)
LebensraumBach- und Flussufer, feuchte Wälder, Quellgebiete
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Dunkle Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 7–14 cm und ist kräftig gebaut mit einem im Querschnitt dreieckigen, seitlich abgeflachten Schwanz – ein typisches Merkmal der Gattung Desmognathus. Die Färbung ist variabel: Jüngere Tiere zeigen oft ein helles, gelblich-braunes Grundmuster mit dunklen, gewellten Bändern auf dem Rücken. Mit zunehmendem Alter wird die Färbung dunkler, und ältere Individuen können fast einheitlich dunkelbraun bis schwarzbraun sein.

Ein markantes Merkmal ist eine helle Linie vom Auge bis zum Mundwinkel. Die Unterseite ist heller, meist rosa bis cremefarben, und kann leicht gefleckt sein. Die Hinterbeine sind deutlich kräftiger als die Vorderbeine – eine Anpassung an das Leben in Bachbetten, wo der Salamander gegen die Strömung ankämpfen muss.

Verbreitung & Lebensraum

Der Dunkle Salamander hat ein großes Verbreitungsgebiet im östlichen Nordamerika – von Südkanada (New Brunswick, Quebec) über die gesamten Appalachen und die Piedmont-Region bis nach Georgia und Alabama. Im Westen reicht sein Vorkommen bis nach Indiana und Kentucky.

Er lebt bevorzugt an kleinen Bächen, Quellen, Sickerquellen und feuchten Felswänden. Typische Fundorte sind unter Steinen und Totholz am Bachrand, in nassen Felsspalten und auf feuchten Waldböden in unmittelbarer Gewässernähe. Er ist sowohl in Laub- als auch in Mischwäldern anzutreffen und kommt vom Tiefland bis in mittlere Höhenlagen der Appalachen vor.

Lebensweise & Verhalten

Der Dunkle Salamander ist überwiegend nachtaktiv, kann aber bei feuchtem, bedecktem Wetter auch tagsüber aktiv sein. Er ist semi-aquatisch und hält sich meist in unmittelbarer Nähe von Fließgewässern auf, kann aber bei feuchten Bedingungen auch ins Waldesinnere vordringen.

Die Art ist territorial und Männchen verteidigen Territorien an Bachufern aggressiv. Bei Revierkämpfen setzen sie ihre kräftigen Kiefer ein, und Bissverletzungen sind häufig. Wenn du ihn fängst, kann er sich kräftig winden und mit einer schnellen Körperdrehung den Schwanz abwerfen (Autotomie), der anschließend nachwächst. Die Wintermonate verbringt er in frostfreien Felsspalten und Quellaustritten.

Ernährung

Der Dunkle Salamander ernährt sich von einer breiten Palette kleiner Wirbelloser. Am Bachufer frisst er Insektenlarven (Eintagsfliegen, Köcherfliegen, Steinfliegen), Bachflohkrebse, Würmer, Spinnen, Ameisen und kleine Käfer. An Land kommen Springschwänze, Milben und kleine Schnecken hinzu.

Die Beute wird nachts auf dem Bachufer und unter Steinen gejagt. Die klebrige Zunge und die kräftigen Kiefer ermöglichen die Aufnahme auch größerer Beutetiere. Kaulquappen ernähren sich von Algen und kleinen Wasserorganismen.

Fortpflanzung

Die Paarung findet im Herbst statt, wobei das Männchen ein Spermatophor absetzt, das vom Weibchen aufgenommen wird. Die Weibchen speichern das Sperma und legen im folgenden Frühsommer 10–30 Eier in einer Traube an der Unterseite von Steinen oder Holzstücken in oder nahe dem Wasser ab.

Das Weibchen betreibt intensive Brutpflege und bewacht die Eier 2–3 Monate lang bis zum Schlüpfen. Die Larven leben aquatisch und besitzen äußere Kiemen. Die Metamorphose dauert 7–11 Monate. Die Jungtiere verlassen dann das Wasser und führen ein überwiegend terrestrisches Leben. Die Geschlechtsreife wird nach 3–4 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Dunkle Salamander eignet sich für die Haltung im Aquaterrarium. Ein Becken ab 60 × 30 × 30 cm mit einem flachen Wasserteil und einem feuchten Landteil ist ideal. Der Landteil sollte aus feuchtem Waldsubstrat, Moos, Steinen und Rindenstücken bestehen, der Wasserteil aus einem flachen, langsam fließenden Bach.

Die Temperatur sollte bei kühlen 15–20 °C liegen, im Sommer nicht über 24 °C steigen. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 2–3 Monate ist empfehlenswert. Gefüttert wird mit Heimchen, Wachsmottenlarven, Asseln, Springschwänzen und kleinen Regenwürmern. Die Art ist in Europa nur bei spezialisierten Züchtern erhältlich.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Dunkle Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist eine der häufigsten Salamanderarten im östlichen Nordamerika und kommt in geeigneten Habitaten in hohen Dichten vor. Lokale Bedrohungen sind Gewässerverschmutzung, Sedimentation durch Landwirtschaft und die Versauerung von Bächen.

Insgesamt gelten die Bestände als stabil. Der Schutz sauberer Fließgewässer und naturnaher Uferzonen ist für den Erhalt dieser Art entscheidend. In den Appalachen, dem Zentrum der Artenvielfalt der Gattung Desmognathus, ist der Schutz natürlicher Waldökosysteme besonders wichtig.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Desmognathus fuscusamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Desmognathus fuscusiucnredlist.org
  3. Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
  4. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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