Dunns Salamander ist ein mittelgroßer, lungenloser Salamander aus den feuchten Regenwäldern des pazifischen Nordwestens der USA. Er zeichnet sich durch einen markanten gelben oder grünlich-gelben Rückenstreifen auf dunklem Grund aus und lebt in enger Bindung an feuchte Felswände und Bäche in alten Nadelwäldern.
| Wissenschaftlicher Name | Plethodon dunni |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Lungenlose Salamander (Plethodontidae) |
| Gattung | Plethodon |
| Größe | 10–15 cm |
| Gewicht | 4–10 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Pazifischer Nordwesten der USA (Oregon, Südwest-Washington) |
| Lebensraum | Feuchte Nadelwälder, Flussufer, Felsspalten, unter Totholz |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Dunns Salamander erreicht eine Gesamtlänge von 10–15 cm und ist mäßig schlank gebaut. Die Grundfarbe ist dunkelbraun bis schwarzbraun. Ein auffälliger gelber bis grünlich-gelber Rückenstreifen erstreckt sich vom Kopf bis zum Schwanz, wobei die Ränder des Streifens unscharf und leicht gewellt sind. Der Streifen verblasst zum Schwanzende hin und endet nicht in einer Spitze.
Die Flanken sind dunkel und oft mit kleinen hellen Sprenkeln versehen. Die Bauchseite ist dunkelgrau bis schwarz mit vereinzelten hellen Flecken. Wie alle Plethodontidae besitzt er keine Lungen und atmet ausschließlich über die Haut. Die Beine sind mittellang, die Zehen teilweise verwachsen. Die Augen sind mittelgroß und vorstehend.
Verbreitung & Lebensraum
Dunns Salamander kommt in einem relativ schmalen Küstenstreifen im pazifischen Nordwesten der USA vor – von Südwest-Washington durch Oregon bis zum Klamath-Gebirge in Nordkalifornien. Sein Verbreitungsgebiet liegt hauptsächlich in den Coast Ranges und dem westlichen Kaskadenvorland.
Er bevorzugt feuchte, alte Nadel- und Mischwälder (Douglasien, Westliche Hemlocktanne, Sitka-Fichte) in der Nähe von Fließgewässern. Typische Fundorte sind feuchte Felswände und Sickerquellen mit Moosbedeckung, unter Steinen am Bachrand und unter morschem Totholz. Er ist eng an hohe Feuchtigkeit gebunden und kommt selten weit von Wasser entfernt vor.
Lebensweise & Verhalten
Dunns Salamander ist vorwiegend nachtaktiv und verlässt seine Verstecke an feuchten Abenden und bei Regen. Im feuchten pazifischen Nordwesten kann er fast ganzjährig aktiv sein, reduziert seine Aktivität aber in trockenen Sommerphasen und zieht sich dann in tiefe Felsspalten und feuchte Höhlen zurück.
Die Art ist eng an feuchte Felsoberflächen und Moospolster gebunden und klettert geschickt auf nassen Steinen. Bei Störung flüchtet er schnell in Felsspalten oder unter Steine. Er ist territorial und verteidigt seinen Versteckplatz gegenüber Artgenossen und anderen Salamanderarten. Die Populationsdichte kann an geeigneten Stellen (feuchte Felswände) bemerkenswert hoch sein.
Ernährung
Dunns Salamander ernährt sich von kleinen Wirbellosen, die er auf feuchten Felswänden, unter Steinen und in der Mooschicht findet. Zur Beute gehören Insekten (Käfer, Ameisen, Fliegen), Spinnen, Milben, Springschwänze, Asseln und kleine Schnecken. Die Jagd findet überwiegend nachts auf nassen Oberflächen statt.
Die Beute wird mit der klebrigen Projektilzunge oder durch schnelles Zupacken erbeutet. An feuchten Felswänden, die reich an Moosen und kleinen Wirbellosen sind, findet er eine konstante Nahrungsquelle.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet ohne aquatisches Larvenstadium statt (direkte Entwicklung). Das Weibchen legt im Frühsommer 4–12 große, dotterreiche Eier in feuchten Felsspalten, unter Steinen oder in natürlichen Höhlungen ab. Das Weibchen bewacht die Eier und hält sie feucht, bis die Jungtiere nach mehreren Monaten schlüpfen.
Die schlüpfenden Jungtiere sind vollständig entwickelte Miniatur-Salamander von etwa 2 cm Länge. Die Weibchen reproduzieren sich wahrscheinlich nur alle zwei Jahre, was die Reproduktionsrate begrenzt. Die Geschlechtsreife wird nach 3–4 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Dunns Salamander kann im Terrarium gehalten werden, ist aber in Europa kaum verfügbar. Ein Terrarium ab 60 × 30 × 40 cm mit feuchtem Substrat, Moospolstern, Steinen und Rindenstücken ist geeignet. Eine feuchte Felswand-Struktur aus gestapelten Steinen mit Moos bietet optimale Versteckmöglichkeiten.
Die Temperatur sollte kühl bei 12–18 °C gehalten werden – keinesfalls über 22 °C. Die Luftfeuchtigkeit muss konstant hoch sein (80–100 %). Gefüttert wird mit Springschwänzen, kleinen Heimchen, Asseln und Wachsmottenlarven. Eine tägliche Besprühung mit kalkarmem Wasser ist erforderlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Dunns Salamander wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in geeigneten Habitaten noch relativ häufig. Bedrohungen bestehen durch die forstwirtschaftliche Nutzung alter Waldbestände (Kahlschlag), die den feuchten Lebensraum zerstört, und durch die Austrocknung von Quellgebieten.
Der Schutz alter, feuchter Nadelwälder im pazifischen Nordwesten ist für den langfristigen Erhalt dieser Art wichtig. Nachhaltige Forstwirtschaft mit dem Erhalt von Gewässerschutzzonen und feuchten Felsbiotopen kommt nicht nur diesem Salamander, sondern dem gesamten Ökosystem der pazifischen Regenwälder zugute.
Quellen
- AmphibiaWeb: Plethodon dunni – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Plethodon dunni – iucnredlist.org
- Petranka, J. W. (1998): Salamanders of the United States and Canada. Smithsonian Institution Press.
- Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
