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Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

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Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)

Bild: KI generiert

Zusammenfassung

Der Europäische Laubfrosch ist einer der bekanntesten und farbenprächtigsten Frösche Europas. Seine leuchtend grüne Färbung und sein lauter, weithin hörbarer Ruf machen ihn unverwechselbar. Er ist der einzige baumbewohnende Frosch Mitteleuropas und ein Symbol für intakte Feuchtlebensräume.

Der Europäische Laubfrosch ist einer der bekanntesten und farbenprächtigsten Frösche Europas. Seine leuchtend grüne Färbung und sein lauter, weithin hörbarer Ruf machen ihn unverwechselbar. Er ist der einzige baumbewohnende Frosch Mitteleuropas und ein Symbol für intakte Feuchtlebensräume.

Steckbrief: Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea)
Wissenschaftlicher NameHyla arborea
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungHyla
Größe3–5 cm
Gewicht5–10 g
Lebenserwartung5–10 Jahre
VerbreitungEuropa, Westasien
LebensraumSonnige Gebüsche, Waldränder, Feuchtwiesen, Gärten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN, aber rückläufig

Beschreibung & Aussehen

Der Europäische Laubfrosch ist ein kleiner, zierlicher Frosch mit einer Körperlänge von nur 3–5 cm. Seine Oberseite ist leuchtend grün gefärbt – eine der intensivsten Grünfärbungen unter europäischen Amphibien. Die Farbe kann je nach Temperatur, Stimmung und Untergrund jedoch auch in Gelb, Braun oder sogar Blaugrau wechseln.

Ein dunkler, scharf abgegrenzter Seitenstreifen verläuft vom Nasenloch über das Auge und das Trommelfell bis zur Leistengegend. Die Unterseite ist weißlich bis gelblich und grobkörnig. Charakteristisch sind die verbreiterten Haftscheiben an Finger- und Zehenspitzen, die dem Frosch das Klettern auf glatten Oberflächen ermöglichen. Die Augen sind groß mit horizontalen Pupillen und goldener Iris.

Verbreitung & Lebensraum

Der Europäische Laubfrosch ist von Portugal und Frankreich über Mitteleuropa bis zum Kaspischen Meer und nach Westanatolien verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis Südschweden und ins Baltikum, im Süden bis zur nördlichen Iberischen Halbinsel, Norditalien und den Balkan.

Als Landlebensraum bevorzugt er sonnige, gebüschreiche Bereiche in der Nähe von Gewässern – Waldränder, Hecken, Feuchtwiesen, Streuobstwiesen und Gärten. Zum Laichen sucht er besonnte, vegetationsreiche Stillgewässer auf, wie flache Teiche, Weiher und überschwemmte Wiesen. Der Laubfrosch ist wärmeliebend und bevorzugt Lagen mit mildem Klima.

Lebensweise & Verhalten

Der Europäische Laubfrosch ist der einzige kletternde Frosch Mitteleuropas. Dank seiner Haftscheiben kann er mühelos an Blättern, Halmen und sogar an Glasscheiben emporklettern. Tagsüber sonnt er sich gerne auf Blättern in Büschen und Bäumen, wobei er seine Körperfarbe zur Tarnung anpasst.

Besonders bekannt ist sein lauter Ruf: Die Männchen besitzen eine große Kehlblase, die als Resonanzkörper dient und den Ruf auf über 1 km Entfernung hörbar macht. Die Rufchöre an den Laichgewässern im Frühling gehören zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen Europas. Im Winter hält der Laubfrosch eine Winterruhe unter Laub, Steinen oder in Erdspalten.

Ernährung

Der Europäische Laubfrosch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Gliederfüßer. Auf dem Speiseplan stehen Fliegen, Mücken, Käfer, Schmetterlinge, Blattläuse, Spinnen und kleine Raupen. Er jagt sowohl aktiv als auch im Ansitz auf Blättern, von wo aus er fliegende Insekten mit einem gezielten Sprung fängt.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen, Detritus und Aufwuchs auf Pflanzen und Steinen im Wasser. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem der Gewässer, da sie den Algenwuchs kontrollieren.

Fortpflanzung

Die Laichzeit erstreckt sich von April bis Juni. Die Männchen versammeln sich abends an flachen, sonnenbeschienenen Gewässern und bilden lautstarke Rufchöre. Der Ruf besteht aus schnell aufeinanderfolgenden „äpp-äpp-äpp"-Lauten, die sich zu einem rhythmischen Gesang verbinden. Die Rufaktivität erreicht bei feucht-warmer Witterung ihren Höhepunkt.

Das Weibchen legt 200–1.000 Eier in walnussgroßen Laichballen ab, die an Wasserpflanzen befestigt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach 1–2 Wochen und entwickeln sich innerhalb von 2–3 Monaten zu kleinen Fröschen. Die Kaulquappen sind an ihrem hohen, transparenten Flossensaum und der goldenen Färbung erkennbar. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Europäische Laubfrosch steht in ganz Europa unter strengem Artenschutz und darf nicht der Natur entnommen werden. Eine Haltung ist nur mit Nachzuchten und entsprechender Genehmigung möglich. In Deutschland benötigst du eine Herkunftsbestätigung und in einigen Bundesländern eine Haltungsgenehmigung.

Für die Haltung eignet sich ein hohes Terrarium ab 60 × 40 × 80 cm (L × B × H) mit Kletterstrukturen aus Ästen, breiten Blättern und einem flachen Wasserbecken. Die Temperatur sollte tagsüber bei 20–25 °C liegen. Eine Winterruhe bei 5–8 °C über 3–4 Monate ist für die Gesundheit und eventuelle Zuchtversuche wichtig. Gefüttert wird mit Grillen, Fruchtfliegen und kleinen Faltern.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Europäische Laubfrosch wird von der IUCN global als „Least Concern" eingestuft, doch die Bestände sind in vielen Regionen Europas stark rückläufig. In Deutschland steht er auf der Roten Liste (Kategorie 3 – „gefährdet"), und die Populationen sind in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft.

Die Hauptursachen für den Rückgang sind der Verlust von Laichgewässern und Landlebensräumen durch intensive Landwirtschaft, Entwässerung und Flurbereinigung. Der Laubfrosch ist auf ein Mosaik aus besonnten Gewässern und strukturreichen Landlebensräumen angewiesen. Schutzmaßnahmen umfassen die Neuanlage von Teichen, die Pflege von Hecken und Gebüschen sowie den Verzicht auf Pestizide in der Umgebung von Laichgewässern.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hyla arboreaamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hyla arboreaiucnredlist.org
  3. Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
  4. Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
  5. Deutsches Bundesamt für Naturschutz: Artenschutz-Steckbrief Laubfrosch – bfn.de

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