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Fahnenbarsch (Pseudanthias squamipinnis)

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Fahnenbarsch (Pseudanthias squamipinnis)

Bildquelle: Rob Atherton / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Fahnenbarsch, auch Juwelen-Fahnenbarsch genannt, ist einer der häufigsten und farbenprächtigsten Riffbewohner des Indopazifik. In großen, leuchtenden Schwärmen über den Korallenriffen bieten die Tiere mit ihrem Farbkontrast zwischen orangefarbenen Weibchen und purpurroten Männchen einen unvergesslichen Anblick.

Der Fahnenbarsch, auch Juwelen-Fahnenbarsch genannt, ist einer der häufigsten und farbenprächtigsten Riffbewohner des Indopazifik. In großen, leuchtenden Schwärmen über den Korallenriffen bieten die Tiere mit ihrem Farbkontrast zwischen orangefarbenen Weibchen und purpurroten Männchen einen unvergesslichen Anblick.

Steckbrief: Fahnenbarsch (Pseudanthias squamipinnis)
Wissenschaftlicher NamePseudanthias squamipinnis
OrdnungBarschverwandte (Perciformes)
FamilieSägebarsche (Serranidae)
GattungPseudanthias
Größe10–15 cm
Lebenserwartung5–8 Jahre
VerbreitungIndopazifik (Rotes Meer bis Westpazifik) und westlicher Indischer Ozean
LebensraumRiffaußenkanten, Steilwände, 5–35 m Tiefe
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 400 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Der Fahnenbarsch erreicht eine Körperlänge von 10–15 cm und zeigt einen markanten Geschlechtsdimorphismus. Weibchen sind leuchtend orange bis goldgelb mit einem dunklen Augenstreifen. Männchen sind deutlich größer und zeigen eine intensive purpur- bis magentarote Färbung mit einem verlängerten dritten Rückenflossenstrahl und einem roten Fleck auf der Brustflosse.

Die Schwanzflosse ist bei Männchen sichelförmig (lyraförmig) mit verlängerten äußeren Strahlen, während sie bei Weibchen eher gerade abgeschnitten ist. Die Augen sind groß und die Flossen transparent bis leicht getönt. Im Schwarm bieten die kontrastierenden Farben der Weibchen und Männchen ein spektakuläres Bild.

Verbreitung & Lebensraum

Der Fahnenbarsch hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das den gesamten Indopazifik umfasst – vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis nach Japan und in den westlichen Pazifik. Er ist einer der häufigsten Riffbewohner und kann in enormen Dichten vorkommen.

Die Tiere bewohnen Riffaußenkanten und Steilwände in Tiefen von 5–35 Metern, wo sie in der Strömung über dem Riff schweben und nach Zooplankton jagen. Große Schwärme von Hunderten oder sogar Tausenden Tieren sind ein typischer Anblick an gut durchströmten Riffkanten.

Lebensweise & Verhalten

Der Fahnenbarsch lebt in einem strikten Harem-System: Ein dominantes Männchen kontrolliert eine Gruppe von Weibchen. Innerhalb der Gruppe herrscht eine feste Hierarchie. Das Männchen patrouilliert sein Revier, balzt die Weibchen an und vertreibt rivalisierende Männchen.

Wenn das dominante Männchen stirbt oder entfernt wird, wandelt sich das ranghöchste Weibchen innerhalb von etwa zwei Wochen in ein Männchen um (protogyne Hermaphroditie). Dieser Geschlechtswechsel umfasst Färbung, Verhalten und Physiologie und ist ein Paradebeispiel für die faszinierende Anpassungsfähigkeit von Riffbewohnern.

Die Tiere sind tagaktiv und verbringen den Tag mit Planktonjagen in der Strömung. Bei Gefahr flüchten sie in die Riffstrukturen. Nachts ruhen sie in Spalten und Höhlen im Riffgestein.

Ernährung

Der Fahnenbarsch ist ein spezialisierter Zooplanktonfresser. In der Natur ernährt er sich von Copepoden, Mysis-Larven, Fischeier und anderen kleinen Organismen, die in der Strömung über dem Riff treiben.

Im Aquarium müssen Fahnenbarsche mehrmals täglich gefüttert werden, da sie an eine kontinuierliche Nahrungsaufnahme gewöhnt sind. Feines Frostfutter (Artemia, Mysis, Cyclops), angereichertes Lebendfutter und hochwertiges Granulat eignen sich gut. Zu seltenes Füttern führt schnell zu Konditionsverlust und Abmagerung – ein häufiger Fehler bei der Haltung von Fahnenbarsche.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet in der Abenddämmerung statt. Das Männchen zeigt ein aufwendiges Balzritual mit aufgestellten Flossen und intensivierter Färbung. Es umwirbt nacheinander mehrere Weibchen seines Harems. Beim Ablaichen steigt das Paar gemeinsam zur Wasseroberfläche auf und gibt Eier und Sperma gleichzeitig ab.

Die pelagischen Eier treiben im freien Wasser und die Larven schlüpfen nach etwa einem Tag. Die Aufzucht im Aquarium ist äußerst schwierig, da die winzigen Larven spezielle Fütterung benötigen. Dennoch gibt es vereinzelte Erfolgsberichte über die Nachzucht in Gefangenschaft.

Haltung im Aquarium

Der Fahnenbarsch eignet sich für Riffaquarien ab 400 Litern. Idealerweise hältst du eine Gruppe von 5–7 Tieren, bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen. In kleineren Gruppen oder bei der Anschaffung ausschließlich weiblicher Tiere wird sich das dominante Weibchen in ein Männchen umwandeln.

Die Wassertemperatur sollte bei 24–27 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Eine gute Strömung ist vorteilhaft, da sie die natürlichen Lebensbedingungen nachahmt. Viel freier Schwimmraum in der oberen Wasserschicht ist ebenso wichtig wie Riffstrukturen als Rückzugsort.

Die häufigste Fehlerquelle bei der Haltung von Fahnenbarsche ist die zu seltene Fütterung. Plane mindestens drei Fütterungen pro Tag ein und achte darauf, dass alle Tiere ausreichend Futter abbekommen. Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist problemlos.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Fahnenbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist einer der häufigsten Riffbewohner im Indopazifik und kommt in enormen Stückzahlen vor. Die Bestände sind stabil und die Art ist in zahlreichen Meeresschutzgebieten vertreten.

Für die Aquaristik werden die Tiere als Wildfänge importiert und gehören zu den am häufigsten gehandelten Meerwasserfischen weltweit. Achte auf gut eingewöhnte Tiere, die aktiv fressen und keine Anzeichen von Abmagerung zeigen.

Quellen

  1. FishBase: Pseudanthias squamipinnisfishbase.se
  2. IUCN Red List: Pseudanthias squamipinnisiucnredlist.org
  3. Randall, J. E. (1983): Red Sea Reef Fishes. Immel Publishing.
  4. Allen, G. R. & Erdmann, M. V. (2012): Reef Fishes of the East Indies. Tropical Reef Research.
  5. Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.

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