| Wissenschaftlicher Name | Phrynoidis aspera (Syn. Bufo asper) |
| Ordnung | Froschlurche (Anura) |
| Familie | Kröten (Bufonidae) |
| Gattung | Phrynoidis |
| Größe | 10–21 cm (Weibchen deutlich größer) |
| Gewicht | 50–300 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Südostasien (Thailand, Malaysia, Borneo, Sumatra, Java) |
| Lebensraum | Tropische Regenwälder, Fließgewässer, felsige Bachläufe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Die Felsenkröte ist eine große, kräftig gebaute Kröte mit einer Körperlänge von 10–21 cm. Weibchen werden deutlich größer als Männchen. Die Haut ist dunkelbraun bis schwarzbraun, stark warzig und mit spitzen Hautkämmen besetzt. Die Unterseite ist heller, oft gelblich bis orangebraun.
Charakteristisch sind die langen, kräftigen Hinterbeine mit breiten Schwimmhäuten – eine Anpassung an die aquatische Lebensweise. Die Parotiden sind groß und auffällig. Die Finger und Zehen enden in verbreiterten Haftscheiben, die das Klettern auf nassen Felsen ermöglichen. Die Pupillen sind horizontal, die Iris dunkelbraun bis golden.
Verbreitung & Lebensraum
Die Felsenkröte ist in Südostasien verbreitet, von Südthailand über die Malaiische Halbinsel bis nach Borneo, Sumatra und Java. Sie bewohnt tropische und subtropische Tiefland- und Bergregenwälder in Höhenlagen bis etwa 1.500 m.
Die Art ist stark an fließende Gewässer gebunden und lebt bevorzugt an felsigen Bachläufen, Wasserfällen und Flussufern im Regenwald. Tagsüber versteckt sie sich unter Felsbrocken oder in Spalten an den Bachufern. Sie ist eine der aquatischsten Krötenarten und geht bei Störung sofort ins Wasser.
Lebensweise & Verhalten
Die Felsenkröte ist vorwiegend nachtaktiv. Nach Einbruch der Dunkelheit verlässt sie ihre Verstecke und sitzt oft auf feuchten Felsen in oder am Wasser. Sie ist eine geschickte Schwimmerin und Kletterin, die sich auch an steilen, nassen Felswänden fortbewegen kann.
Bei Bedrohung springt sie ins fließende Wasser und lässt sich von der Strömung abtreiben. Das Hautgift der Parotiden ist relativ stark und kann bei Raubtieren zu Vergiftungserscheinungen führen. Die Art ist in intakten Regenwäldern häufig, aber schwer zu beobachten.
Ernährung
Die Felsenkröte ernährt sich von Insekten (Käfer, Ameisen, Termiten), Spinnen, Krebstieren und anderen Wirbellosen, die sie nachts an Bachufern und auf feuchten Felsen erbeutet. Größere Exemplare fressen gelegentlich auch kleine Frösche und Eidechsen.
Kaulquappen leben im fließenden Wasser und haften sich mit einem spezialisierten Saugmaul an Felsen fest. Sie ernähren sich von Aufwuchsalgen und Biofilmen auf Steinen im Wasser.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet während der Regenzeit statt (regional unterschiedlich, oft Mai–Oktober). Die Männchen rufen von Felsen am Bachlauf aus mit kurzen, metallischen Tönen. Die Paarung findet im oder am Wasser statt.
Die Eier werden in langen Schnüren an Felsen in fließendem Wasser befestigt. Die Kaulquappen sind an das Leben in der Strömung angepasst und besitzen einen abgeflachten Körper mit einem großen Saugmaul, mit dem sie sich an Steinen festhalten. Die Larvenentwicklung dauert mehrere Monate. Die Geschlechtsreife wird nach 2–3 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Die Felsenkröte wird gelegentlich in spezialisierten Terrarien gehalten. Ein großes Paludarium (mindestens 120 × 60 × 60 cm) mit einem fließenden Wasserbereich, Felsenaufbauten und tropischem Klima ist erforderlich. Die Wassertemperatur sollte bei 22–26 °C liegen, die Lufttemperatur bei 24–28 °C, mit hoher Luftfeuchtigkeit (75–90 %).
Ein leistungsfähiger Wasserfilter und eine gute Belüftung sind notwendig. Die Tiere benötigen sauberes, sauerstoffreiches Wasser. Gefüttert wird mit Grillen, Heimchen, Regenwürmern und Schaben. Die Art ist im Fachhandel selten erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Die Felsenkröte wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Bestände sind in intakten Regenwäldern stabil. Allerdings ist die Art durch die zunehmende Abholzung tropischer Regenwälder und die Verschmutzung von Fließgewässern lokal bedroht.
In Malaysia und Indonesien schreitet die Zerstörung der Regenwälder für Palmölplantagen rasch voran, was einen langfristigen Rückgang der Populationen befürchten lässt.
Quellen
- AmphibiaWeb: Phrynoidis aspera – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Phrynoidis aspera – www.iucnredlist.org
- Inger, R. F. & Stuebing, R. B. (2005): A Field Guide to the Frogs of Borneo. Natural History Publications Borneo.
- Frost, D. R. (2024): Amphibian Species of the World – Online Reference – amphibiansoftheworld.amnh.org
