Molche

Feuerbauch-Querzahnmolch (Taricha rivularis)

4 Min. Lesezeit
Feuerbauch-Querzahnmolch (Taricha rivularis)

Bildquelle: HWall / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Feuerbauch-Querzahnmolch ist ein kräftiger, mittelgroßer Molch aus den Küstenwäldern Nordkaliforniens. Er ist einer der giftigsten Amphibien der Welt – seine Haut enthält Tetrodotoxin, dasselbe Gift, das auch den Kugelfisch tödlich macht. Seinen Namen verdankt er dem leuchtend orangeroten Bauch.

Der Feuerbauch-Querzahnmolch ist ein kräftiger, mittelgroßer Molch aus den Küstenwäldern Nordkaliforniens. Er ist einer der giftigsten Amphibien der Welt – seine Haut enthält Tetrodotoxin, dasselbe Gift, das auch den Kugelfisch tödlich macht. Seinen Namen verdankt er dem leuchtend orangeroten Bauch.

Steckbrief: Feuerbauch-Querzahnmolch (Taricha rivularis)
Wissenschaftlicher NameTaricha rivularis
OrdnungSchwanzlurche (Urodela)
FamilieEchte Salamander (Salamandridae)
GattungTaricha
Größe14–20 cm
Gewicht15–30 g
Lebenserwartung10–15 Jahre
VerbreitungNordkalifornien (USA)
LebensraumKlare Flüsse, Bäche, feuchte Küstenwälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Feuerbauch-Querzahnmolch erreicht eine Gesamtlänge von 14–20 cm und besitzt einen kräftigen, robusten Körperbau. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer rauen, körnigen Haut. Die Unterseite ist leuchtend tomatonrot bis orangerot – ein auffälliges Warnsignal an potenzielle Fressfeinde.

Die Augen sind dunkel und relativ klein. Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient sowohl als Schwimmhilfe als auch zur Fortbewegung an Land. Die Haut enthält zahlreiche Drüsen, die das hochwirksame Nervengift Tetrodotoxin (TTX) produzieren. Männchen unterscheiden sich von Weibchen durch eine etwas glattere Haut, eine stärker gewölbte Kloakenregion und rauere Fußsohlen während der Paarungszeit.

Verbreitung & Lebensraum

Der Feuerbauch-Querzahnmolch kommt ausschließlich in den Küstengebieten Nordkaliforniens vor, vom Mendocino County bis zum Humboldt County. Sein Verbreitungsgebiet ist relativ klein und beschränkt sich auf die Einzugsgebiete einiger weniger Flüsse.

Die Art bevorzugt klare, kühle, schnell fließende Bäche und Flüsse in Küstenredwood- und Mischwäldern. Im Gegensatz zu anderen Taricha-Arten ist der Feuerbauch-Querzahnmolch stärker an fließende Gewässer gebunden und meidet stehende Gewässer weitgehend. An Land lebt er in feuchten Wäldern in der Nähe seiner Laichbäche.

Lebensweise & Verhalten

Der Feuerbauch-Querzahnmolch ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei er besonders nach Regen häufig an Land beobachtet werden kann. Die Wanderungen zu den Laichbächen finden im Frühjahr statt und können beeindruckende Distanzen umfassen – Wanderstrecken von mehreren Kilometern sind dokumentiert.

Bei Bedrohung nimmt der Molch die für Taricha-Arten typische „Unken-Haltung" ein: Er biegt den Kopf und den Schwanz nach oben, um seine leuchtend rote Unterseite als Warnsignal zu präsentieren. Diese Warnung ist berechtigt – das Tetrodotoxin in seiner Haut ist extrem giftig. Ein einziger Feuerbauch-Querzahnmolch enthält genug Gift, um theoretisch mehrere Menschen zu töten. Das Gift wird nicht aktiv gespritzt, sondern über die Haut abgesondert.

Ernährung

Der Feuerbauch-Querzahnmolch ernährt sich von einer Vielzahl wirbelloser Tiere. Im Wasser frisst er Insektenlarven (besonders Eintagsfliegen und Köcherfliegen), Bachflohkrebse und kleine Schnecken. An Land stehen Regenwürmer, Insekten, Spinnen und Nacktschnecken auf dem Speiseplan.

Die Beute wird mit den kleinen, nach innen gerichteten Zähnen gepackt und im Ganzen verschluckt. Der Molch ist ein Lauerjäger, der sich langsam an seine Beute heranschleicht und sie dann mit einem schnellen Zugriff ergreift.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung findet im Frühjahr in klaren, fließenden Gewässern statt. Die Männchen wandern oft über große Entfernungen zu bestimmten Laichplätzen zurück, wobei sie eine bemerkenswerte Ortstreue zeigen. Die Balz umfasst das Umklammern des Weibchens durch das Männchen (Amplexus), was bei Taricha-Arten ungewöhnlich ist und stundenlang andauern kann.

Das Weibchen legt die Eier in kleinen Klumpen an der Unterseite von Steinen in fließendem Wasser ab. Die Larven entwickeln sich über mehrere Monate in den kühlen Bächen und durchlaufen die Metamorphose im Spätsommer oder Herbst. Die Jungtiere verbringen dann 4–5 Jahre an Land, bevor sie geschlechtsreif werden und erstmals zu den Laichbächen wandern.

Haltung im Aquarium

Die Haltung des Feuerbauch-Querzahnmolchs ist aufgrund seiner extremen Giftigkeit nicht empfehlenswert. Das Tetrodotoxin in der Haut ist eines der stärksten natürlichen Gifte und kann beim Kontakt mit offenen Wunden oder Schleimhäuten zu ernsten Vergiftungen führen. Für Haushalte mit Kindern oder Haustieren ist die Haltung absolut tabu.

Sollte eine Haltung dennoch erwogen werden (nur von erfahrenen Spezialisten), wäre ein kühles Aquarium mit guter Belüftung und Strömung bei 12–18 °C erforderlich. Die Art ist im europäischen Handel praktisch nicht erhältlich. Bei jeglichem Kontakt mit dem Tier müssen Handschuhe getragen und die Hände danach gründlich gewaschen werden. Die Art ist in Kalifornien geschützt.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Feuerbauch-Querzahnmolch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft, ist aber durch sein relativ kleines Verbreitungsgebiet potenziell verwundbar. Lokale Bedrohungen umfassen die Abholzung von Küstenredwoodwäldern, Wasserentnahme aus Laichbächen, Straßenbau und Gewässerverschmutzung durch Forstwirtschaft und Landwirtschaft.

Die Art ist durch die kalifornische Naturschutzgesetzgebung geschützt. Der Schutz der verbliebenen Küstenredwoodwälder und der dazugehörigen Bachsysteme ist entscheidend für das langfristige Überleben dieser einzigartigen und hochgiftigen Molchart.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Taricha rivularisamphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Taricha rivularisiucnredlist.org
  3. Stebbins, R. C. & McGinnis, S. M. (2012): Field Guide to Amphibians and Reptiles of California. University of California Press.
  4. Brodie, E. D. III (2009): Toxins and venoms. Current Biology, 19(20), R931–R935.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

Hat dir dieser Artikel geholfen?

Weitere Ratgeber entdecken