Der Feuerbauchmolch ist einer der beliebtesten Aquarienmolche weltweit. Mit seinem leuchtend roten Bauch und der dunklen, körnigen Oberseite ist er leicht zu erkennen. Er stammt aus Japan und kann bei guter Pflege über 20 Jahre alt werden. Die Art ist robust und eignet sich gut für Einsteiger in die Molchhaltung.
| Wissenschaftlicher Name | Cynops pyrrhogaster |
| Ordnung | Schwanzlurche (Urodela) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Cynops |
| Größe | 8–13 cm |
| Gewicht | 5–10 g |
| Lebenserwartung | 15–25 Jahre |
| Verbreitung | Japan (Honshu, Shikoku, Kyushu) |
| Lebensraum | Teiche, Reisfelder, langsam fließende Gewässer |
| Schutzstatus | Potenziell gefährdet (NT) – IUCN |
Beschreibung & Aussehen
Der Feuerbauchmolch erreicht eine Gesamtlänge von 8–13 cm und besitzt einen mittelkräftigen Körperbau. Die Oberseite ist dunkelbraun bis schwarz mit einer rauen, körnigen Haut. Das namensgebende Merkmal ist der leuchtend rote bis orange-rote Bauch, der mit unregelmäßigen dunklen Flecken gemustert ist. Dieses Muster ist individuell einzigartig und kann zur Identifikation einzelner Tiere genutzt werden.
Der Schwanz ist seitlich abgeflacht und dient als effektives Schwimmorgan. Die Augen sind relativ groß und hervortretend mit einer dunklen Pupille und goldener Iris. Männchen sind etwas kleiner als Weibchen und besitzen während der Paarungszeit eine geschwollene Kloakenregion und einen höheren Schwanzflossensaum. Die rote Bauchfärbung dient als Warnsignal – die Haut enthält Tetrodotoxin, wenn auch in geringeren Mengen als bei Taricha-Arten.
Verbreitung & Lebensraum
Der Feuerbauchmolch ist auf den japanischen Hauptinseln Honshu, Shikoku und Kyushu heimisch. Er kommt vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 1.000 Metern vor und ist in Japan eine weit verbreitete und bekannte Amphibienart.
Die Art bewohnt eine Vielzahl stehender und langsam fließender Gewässer. Typische Lebensräume sind Reisfelder, Teiche, Gräben, Tümpel und langsam fließende Bäche. Er ist relativ anpassungsfähig und kommt auch in Gärten und Parks in Siedlungsnähe vor. Außerhalb der Wasserphase lebt er in der Nähe der Gewässer unter Steinen, in der Laubstreu und in feuchten Erdlöchern.
Lebensweise & Verhalten
Der Feuerbauchmolch verbringt einen großen Teil des Jahres im Wasser und ist damit stärker aquatisch als die meisten europäischen Molcharten. In wärmeren Regionen Japans kann er ganzjährig im Wasser leben. Er ist sowohl tag- als auch nachtaktiv, wobei die Aktivität in der Dämmerung und nachts am höchsten ist.
Bei Bedrohung präsentiert der Feuerbauchmolch seinen leuchtend roten Bauch in der typischen Unken-Haltung (Unkenreflex): Er biegt den Kopf und Schwanz nach oben, um die Warnfarbe zu zeigen. In der Winterruhe (November–März) zieht er sich an Land in frostfreie Verstecke zurück. In milden Wintern oder bei ganzjährig aquatischer Haltung kann die Winterruhe verkürzt oder ausgesetzt werden.
Ernährung
Der Feuerbauchmolch ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Im Wasser frisst er Mückenlarven, Wasserflöhe, Bachflohkrebse, kleine Schnecken, Würmer und Insektenlarven. An Land stehen Regenwürmer, kleine Insekten und Spinnen auf dem Speiseplan.
Im Aquarium ist der Feuerbauchmolch ein dankbarer Futterverwerter. Er akzeptiert Frostfutter (Mückenlarven, Artemia), Lebendfutter (Regenwürmer, Tubifex) und sogar hochwertige Pellets für Amphibien. Füttere 2–3 Mal pro Woche und achte auf Abwechslung. Gelegentliche Vitamin- und Kalziumsupplemente über das Futter fördern die Gesundheit.
Fortpflanzung
Die Paarungszeit erstreckt sich in Japan von April bis Juli. Das Männchen umwirbt das Weibchen mit einem ritualisierten Balztanz, bei dem es seinen Schwanz fächernd bewegt und Pheromone abgibt. Nach erfolgreicher Balz setzt das Männchen eine Spermatophore ab, die vom Weibchen aufgenommen wird.
Das Weibchen legt 100–300 Eier einzeln oder in kleinen Gruppen an Wasserpflanzen. Die Larven schlüpfen nach 2–3 Wochen und entwickeln sich über 3–5 Monate im Wasser. Sie besitzen auffällige, federartige äußere Kiemen. Die Metamorphose kann variabel sein – einige Jungtiere gehen an Land, während andere bei ausreichend gutem Wasserangebot im Wasser bleiben. Die Geschlechtsreife wird mit 2–3 Jahren erreicht. Im Aquarium ist die Zucht bei artgerechter Haltung mit Winterruhe gut möglich.
Haltung im Aquarium
Der Feuerbauchmolch ist einer der besten Molche für die Aquarienhaltung und eignet sich gut für Einsteiger. Ein Aquarium ab 60 × 30 cm Grundfläche reicht für eine kleine Gruppe von 2–4 Tieren. Der Wasserstand sollte 15–25 cm betragen. Ein Landteil ist wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich, da die Art weitgehend aquatisch lebt.
Die Wassertemperatur sollte 16–22 °C betragen – Zimmertemperatur ist in den meisten Fällen ausreichend, im Hochsommer kann eine Kühlung nötig sein. Temperaturen über 25 °C solltest du unbedingt vermeiden. Reichlich Wasserpflanzen, Steine und Wurzeln bieten Versteck- und Eiablageplätze. Ein leistungsfähiger Filter mit geringer Strömung und regelmäßige Wasserwechsel (20 % pro Woche) halten die Wasserqualität hoch.
Die Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen ähnlicher Temperaturansprüche ist eingeschränkt möglich, artreine Haltung wird jedoch empfohlen. Achte auf eine sichere Abdeckung des Aquariums. Eine Winterruhe bei 5–10 °C über 6–8 Wochen fördert die Gesundheit und Fortpflanzungsbereitschaft, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Feuerbauchmolch wird von der IUCN als „Near Threatened" (potenziell gefährdet) eingestuft. In Japan gehen die Bestände durch den Verlust von Reisfeldern und Feuchtgebieten, Gewässerverschmutzung und die Urbanisierung zurück. Auch die Sammlung für den Heimtierhandel hat in der Vergangenheit zu lokalen Bestandsrückgängen geführt.
Die Art ist in Japan national geschützt. Im internationalen Handel sind überwiegend Nachzuchten verfügbar, was den Druck auf Wildpopulationen reduziert. Als robuste und gut nachzüchtbare Art trägt die Aquarienhaltung von Nachzuchten zur Arterhaltung bei, sofern sie verantwortungsvoll betrieben wird.
Quellen
- AmphibiaWeb: Cynops pyrrhogaster – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Cynops pyrrhogaster – iucnredlist.org
- Sparreboom, M. (2014): Salamanders of the Old World. KNNV Publishing.
- Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
- Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.
