Der Feuersalamander ist der bekannteste und auffälligste Salamander Europas. Sein leuchtend schwarz-gelbes Warnmuster ist ikonisch und signalisiert Fressfeinden seine Giftigkeit. Als lebendgebärender Waldbewohner ist er eng an feuchte Laubwälder und saubere Quellbäche gebunden. Der Chytridpilz Bsal bedroht aktuell ganze Populationen.
| Wissenschaftlicher Name | Salamandra salamandra |
| Ordnung | Schwanzlurche (Caudata) |
| Familie | Echte Salamander (Salamandridae) |
| Gattung | Salamandra |
| Größe | 15–25 cm |
| Gewicht | 20–50 g |
| Lebenserwartung | 15–20 Jahre (in Gefangenschaft bis 50 Jahre) |
| Verbreitung | Mittel- und Südeuropa, Nordwestafrika |
| Lebensraum | Feuchte Laubwälder, Schluchtwälder, Bergwälder |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN, aber regional stark rückläufig |
Beschreibung & Aussehen
Der Feuersalamander ist mit 15–25 cm Gesamtlänge einer der größten europäischen Schwanzlurche. Sein unverwechselbares Erscheinungsbild zeigt ein glänzend schwarzes Grundmuster mit leuchtend gelben bis orangefarbenen Flecken oder Streifen. Das Muster ist individuell einzigartig – kein Feuersalamander gleicht dem anderen – und kann zur Identifikation einzelner Tiere verwendet werden.
Der Körperbau ist kräftig und gedrungen mit einem breiten, abgeflachten Kopf und deutlich sichtbaren Ohrdrüsen (Parotiden). Die Haut ist glatt und glänzend mit zahlreichen Giftdrüsen, die Samandarin und andere Alkaloide produzieren. Die Augen sind groß und dunkel. Je nach Unterart und Region variiert das Muster erheblich: Manche Populationen zeigen breite gelbe Streifen, andere vorwiegend Flecken oder sogar fast rein gelbe Exemplare.
Verbreitung & Lebensraum
Der Feuersalamander ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet – von der Iberischen Halbinsel über Frankreich, Deutschland, die Alpen, den Balkan bis nach Westanatolien. Isolierte Vorkommen existieren in Nordwestafrika (Marokko, Algerien). In Deutschland kommt er vor allem in den Mittelgebirgen vor (Eifel, Harz, Schwarzwald, Thüringer Wald).
Er bewohnt feuchte, schattige Laub- und Mischwälder mit hohem Buchen- und Eichenanteil. Entscheidend ist die Nähe zu sauberen, kühlen Quellbächen, in denen die Larven sich entwickeln. Schluchtwälder, Hangwälder und Auenwälder mit reichlich Totholz, Steinen und Moos sind ideale Habitate. Im Gebirge kommt er bis auf etwa 2.000 m Höhe vor.
Lebensweise & Verhalten
Der Feuersalamander ist überwiegend nacht- und dämmerungsaktiv und verlässt seine Tagesverstecke (Erdlöcher, Felsspalten, Baumwurzelhöhlen, Totholz) erst bei feuchtem Wetter und nach Einbruch der Dunkelheit. An regnerischen, warmen Abenden kannst du ihn auf Waldwegen und feuchten Böden beobachten – ein magischer Anblick.
Er ist stark standorttreu und bewegt sich sein gesamtes Leben in einem Revier von wenigen hundert Quadratmetern. Die Winterruhe dauert von Oktober bis März und wird in frostfreien Verstecken (Erdlöcher, Keller, Felsspalten) verbracht. Die leuchtende Warnfärbung (Aposematismus) zeigt Fressfeinden an, dass seine Hautdrüsen Giftstoffe absondern können, die bei Kontakt ein brennendes Gefühl auf Schleimhäuten verursachen.
Ernährung
Der Feuersalamander ernährt sich von verschiedenen Wirbellosen des Waldbodens. Zur Hauptnahrung gehören Regenwürmer, Nacktschnecken, Asseln, Käfer und deren Larven, Spinnen und kleine Schnecken. Regenwürmer sind in vielen Populationen das wichtigste Nahrungselement und werden besonders an feuchten Abenden in großer Zahl erbeutet.
Die Beute wird durch direktes Zupacken mit dem Maul gefangen. Der Feuersalamander jagt visuell und reagiert besonders auf sich bewegende Beutetiere. Die Larven leben aquatisch und ernähren sich von Bachflohkrebsen, Zuckmückenlarven und anderen kleinen Wasserwirbellosen.
Fortpflanzung
Der Feuersalamander ist einer der wenigen europäischen Amphibien mit innerer Befruchtung. Die Paarung findet an Land statt, oft im Sommer oder Herbst. Das Männchen schiebt sich unter das Weibchen und setzt ein Spermatophor ab, das vom Weibchen aufgenommen wird. Die Weibchen können das Sperma über Monate speichern.
Im Frühjahr (März–Mai) setzt das Weibchen 20–70 bereits weit entwickelte Larven in saubere, kühle Quellbäche ab. Die Larven sind bei der Geburt 2–3 cm lang und besitzen äußere Kiemen und einen Flossensaum. Die Metamorphose dauert 3–6 Monate, danach verlassen die 5–6 cm großen Jungsalamander das Wasser. Einige Unterarten (z. B. S. s. bernardezi) sind vollständig vivipar und gebären fertige Salamander. Die Geschlechtsreife wird mit 3–5 Jahren erreicht.
Haltung im Terrarium
Der Feuersalamander ist einer der beliebtesten Salamander in der Terraristik. Ein Terrarium ab 80 × 40 × 40 cm für ein Paar mit einer dicken Substratschicht aus Walderde, Moos, flachen Steinen, Korkrinden-Verstecken und einer flachen Wasserschale ist ideal. Die Temperatur sollte bei 15–20 °C liegen, im Sommer keinesfalls über 24 °C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60–80 % liegen, wobei das Terrarium nicht zu nass sein darf – Staunässe führt zu Hautproblemen. Gefüttert wird mit Regenwürmern, Asseln, Heimchen und Wachsmottenlarven. Eine Winterruhe bei 5–8 °C über 2–3 Monate ist für Gesundheit und Fortpflanzung wichtig. In Deutschland und Europa unterliegt die Art dem Artenschutz – nur Nachzuchten dürfen gehalten werden. Im Fachhandel sind Nachzuchten verschiedener Unterarten regelmäßig erhältlich.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Feuersalamander wird von der IUCN global als „Least Concern" eingestuft, ist aber regional stark bedroht. Die größte akute Gefahr geht vom Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) aus, der seit 2013 in den Niederlanden, Belgien und der Eifel (Deutschland) ganze Populationen ausgelöscht hat. Bsal verursacht tödliche Hautinfektionen und hat in befallenen Gebieten zu Populationsrückgängen von über 99 % geführt.
Weitere Bedrohungen sind Lebensraumverlust durch Forstwirtschaft (Umwandlung von Laubwäldern in Nadelholzplantagen), Straßenverkehr, Gewässerverschmutzung und der Klimawandel (zunehmende Trockenheit). In Deutschland ist der Feuersalamander nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Aktuell laufen europaweite Forschungsprojekte zur Bekämpfung von Bsal und zur Rettung bedrohter Populationen durch Nachzuchtprogramme.
Quellen
- AmphibiaWeb: Salamandra salamandra – amphibiaweb.org
- IUCN Red List: Salamandra salamandra – iucnredlist.org
- Martel, A. et al. (2014): Recent introduction of a chytrid fungus endangers Western Palearctic salamanders. Science, 346(6209), 630–631.
- Laufer, H., Fritz, K. & Sowig, P. (2007): Die Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Ulmer Verlag.
- Nöllert, A. & Nöllert, C. (1992): Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Verlag.
