Der Feuerschwanz ist ein auffälliger Süßwasserfisch mit samtschwarzem Körper und leuchtend roter Schwanzflosse. Ursprünglich aus Thailand stammend, gilt er in der Wildnis als vom Aussterben bedroht, ist aber in der Aquaristik weit verbreitet. Sein territoriales Verhalten erfordert eine durchdachte Haltung.
| Wissenschaftlicher Name | Epalzeorhynchos bicolor |
| Ordnung | Karpfenartige (Cypriniformes) |
| Familie | Karpfenfische (Cyprinidae) |
| Gattung | Epalzeorhynchos |
| Größe | 10–15 cm |
| Gewicht | 10–30 g |
| Lebenserwartung | 8–15 Jahre |
| Verbreitung | Thailand (Chao-Phraya-Becken) |
| Lebensraum | Süßwasser – Flüsse und Bäche mit steinigem Grund |
| Schutzstatus | Vom Aussterben bedroht (CR) in der Wildnis – IUCN |
| Aquarium | ab 150 Liter |
| Temperatur | 22–26 °C |
| pH-Wert | 6.5–7.5 |
| Wasserhärte | 5–15 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Feuerschwanz erreicht eine Körperlänge von 10–15 cm und besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper. Sein auffälligstes Merkmal ist der Kontrast zwischen dem samtig schwarzen Körper und der leuchtend roten Schwanzflosse, die ihm seinen deutschen Namen einbrachte. Alle anderen Flossen sind ebenfalls schwarz gefärbt.
Das Maul ist unterständig und mit zwei Paar Barteln versehen, die bei der Nahrungssuche am Boden helfen. Die Augen sind relativ groß und rötlich schimmernd. Jungtiere sind zunächst blasser gefärbt und entwickeln die intensive Schwarzfärbung erst mit zunehmendem Alter. Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden – Weibchen sind in der Regel etwas fülliger, besonders zur Laichzeit.
Verbreitung & Lebensraum
Der Feuerschwanz stammt ursprünglich aus dem Chao-Phraya-Becken in Zentralthailand. In der Wildnis galt er zeitweise als ausgestorben, bevor eine kleine Restpopulation wiederentdeckt wurde. Sein natürlicher Lebensraum umfasst klare bis leicht trübe Flüsse und Bäche mit steinigem oder kiesigem Grund und mäßiger Strömung.
Die natürlichen Gewässer zeichnen sich durch eine reiche Unterwasservegetation und zahlreiche Versteckmöglichkeiten zwischen Steinen und Wurzeln aus. Aufgrund der massiven Bedrohung seines natürlichen Lebensraums durch Dämme, Verschmutzung und Überfischung stammen praktisch alle Aquarienexemplare heute aus kommerziellen Zuchtfarmen in Südostasien.
Lebensweise & Verhalten
Der Feuerschwanz ist ein ausgesprochen territoriales Tier, das ein festes Revier beansprucht und dieses energisch gegen Eindringlinge verteidigt – besonders gegen artähnlich gefärbte oder geformte Fische. Er bewohnt bevorzugt die untere Wasserzone und sucht dort zwischen Steinen und Wurzeln nach Nahrung.
Gegenüber deutlich anders aussehenden Beifischen ist er in der Regel friedlicher, solange sein Revier respektiert wird. In zu kleinen Becken kann das territoriale Verhalten jedoch problematisch werden. Der Feuerschwanz ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, zeigt sich aber auch tagsüber, wenn er sich sicher fühlt. Mit zunehmendem Alter wird das Revierverhalten oft ausgeprägter.
Ernährung
Der Feuerschwanz ist ein Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. In der Natur ernährt er sich von Algenaufwuchs, Insektenlarven, kleinen Krebstieren und organischem Detritus. Im Aquarium nimmst du am besten hochwertiges Flockenfutter, Granulatfutter und Algen-Tabs als Basis.
Ergänze den Speiseplan regelmäßig mit pflanzlicher Kost wie überbrühtem Spinat, Gurkenscheiben oder Zucchini. Auch Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Daphnien wird gerne angenommen und sorgt für Abwechslung. Eine ausgewogene Ernährung fördert die intensive Färbung, besonders die leuchtend rote Schwanzflosse.
Fortpflanzung
Die Zucht des Feuerschwanzes im Aquarium ist äußerst schwierig und gelingt nur selten. In kommerziellen Zuchtfarmen werden Hormonstimulationen eingesetzt, um die Fortpflanzung auszulösen. Die Geschlechtsunterschiede sind gering – reife Weibchen sind etwas rundlicher im Bauchbereich.
In der Natur laichen Feuerschwänze vermutlich in Höhlen oder unter überhängenden Felsen. Das Weibchen legt mehrere hundert Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Die Larven schlüpfen nach etwa 48 Stunden und sind zunächst sehr klein. Eine erfolgreiche Nachzucht im Heimaquarium wurde nur in Ausnahmefällen dokumentiert.
Haltung im Aquarium
Für den Feuerschwanz benötigst du ein Aquarium ab 150 Litern mit einer Kantenlänge von mindestens 100 cm. Richte das Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten aus Wurzeln, Steinen und Höhlen ein, um Revierstreitigkeiten zu minimieren. Eine dichte Bepflanzung mit robusten Pflanzen bietet zusätzliche Sichtbarrieren.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Die Einzelhaltung ist oft am problemlosesten, da die Tiere gegenüber Artgenossen sehr aggressiv werden können. Als Beifische eignen sich robuste, schnell schwimmende Arten wie größere Barben, Salmler oder Bärblinge, die den oberen und mittleren Wasserbereich bewohnen.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Feuerschwanz wird von der IUCN als „Critically Endangered" (vom Aussterben bedroht) in der Wildnis eingestuft. Die natürlichen Populationen im Chao-Phraya-Becken sind durch Lebensraumzerstörung, Staudammbau und Wasserverschmutzung drastisch zurückgegangen. Zeitweise galt die Art in der Natur als ausgestorben.
Paradoxerweise ist der Feuerschwanz in der Aquaristik einer der am weitesten verbreiteten Zierfische. Millionen von Exemplaren werden jährlich in Zuchtfarmen in Thailand und anderen asiatischen Ländern produziert. Programme zur Wiederansiedlung in natürlichen Gewässern werden diskutiert, sind aber durch die anhaltende Lebensraumzerstörung erschwert.
Quellen
- FishBase: Epalzeorhynchos bicolor – fishbase.se
- IUCN Red List: Epalzeorhynchos bicolor – iucnredlist.org
- Seriously Fish: Epalzeorhynchos bicolor – seriouslyfish.com
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- Vidthayanon, C. (2011): Freshwater Fishes of Thailand. Biodiversity Research and Training Program.
