Der Fiederbartwels ist ein faszinierender afrikanischer Wels, der für seine gefiederten Rückenflosse und seine Fähigkeit bekannt ist, gelegentlich auf dem Rücken zu schwimmen. Mit seiner attraktiven Musterung und seinem friedlichen Wesen ist er ein beliebter Bewohner größerer Gesellschaftsaquarien.
| Wissenschaftlicher Name | Synodontis eupterus |
| Ordnung | Welsartige (Siluriformes) |
| Familie | Fiederbartwelse (Mochokidae) |
| Gattung | Synodontis |
| Größe | 15–25 cm |
| Gewicht | 50–150 g |
| Lebenserwartung | 15–25 Jahre |
| Verbreitung | Zentral- und Westafrika (Niger, Tschadsee, Weißer Nil) |
| Lebensraum | Süßwasser – Flüsse und Seen mit weichem Substrat |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 200 Liter |
| Temperatur | 22–26 °C |
| pH-Wert | 6.5–7.5 |
| Wasserhärte | 5–20 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Fiederbartwels erreicht im Aquarium eine Körperlänge von 15–25 cm und besitzt einen kräftigen, seitlich leicht abgeflachten Körper. Sein namensgebendes Merkmal ist die hohe, fächerförmige Rückenflosse mit verlängerten Strahlen, die an Federn erinnern. Die Grundfärbung ist graubraun mit zahlreichen dunklen Flecken und Punkten, die ein unregelmäßiges Muster bilden.
Am Maul trägt er drei Paar verzweigte Barteln, die bei der Nahrungssuche eingesetzt werden – auch diese sind gefiedert, was der gesamten Familie ihren Namen gab. Die Fettflosse ist relativ groß. Die Brustflossenstacheln sind kräftig und leicht gezähnt, weshalb du beim Fangen des Fisches vorsichtig sein solltest, da er sich in Netzen verfangen kann.
Verbreitung & Lebensraum
Der Fiederbartwels ist in weiten Teilen West- und Zentralafrikas verbreitet. Du findest ihn in den Flusssystemen des Niger, des Weißen Nil und des Tschadsees sowie in zahlreichen Nebenflüssen dieser großen Gewässer. Er bewohnt dort langsam bis mäßig fließende Bereiche mit sandigem oder schlammigem Grund.
In seinem natürlichen Lebensraum bevorzugt er Bereiche mit Versteckmöglichkeiten wie überhängende Ufer, versunkene Baumstämme und dichte Vegetation. Er ist sowohl in klaren als auch in leicht trüben Gewässern anzutreffen und toleriert eine relativ breite Spanne an Wasserbedingungen.
Lebensweise & Verhalten
Der Fiederbartwels ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber versteckt er sich in Höhlen, unter Wurzeln oder zwischen Steinen und wird erst mit einbrechender Dunkelheit richtig aktiv. In eingefahrenen Aquarien zeigt er sich jedoch zunehmend auch tagsüber, besonders zur Fütterungszeit.
Wie viele Synodontis-Arten kann der Fiederbartwels gelegentlich auf dem Rücken schwimmen, um Futter von der Wasseroberfläche oder der Unterseite von Wurzeln und Blättern aufzunehmen. Dieses Verhalten ist bei ihm jedoch weniger ausgeprägt als beim verwandten Rückenschwimmenden Kongowels. Gegenüber Artgenossen kann er leicht territorial sein, ist aber gegenüber anderen Fischarten in der Regel friedlich.
Ernährung
Der Fiederbartwels ist ein Allesfresser, der in der Natur Insektenlarven, kleine Krebstiere, Algenaufwuchs und organisches Material vom Bodengrund aufnimmt. Im Aquarium akzeptiert er eine breite Palette an Futtersorten und ist unkompliziert zu ernähren.
Biete ihm sinkende Futtertabletten, Granulat und Algen-Wafers als Grundnahrung an. Ergänze den Speiseplan mit Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia und Tubifex sowie gelegentlich mit Lebendfutter. Da er nachtaktiv ist, empfiehlt es sich, einen Teil der Fütterung kurz vor oder nach dem Lichtausschalten durchzuführen.
Fortpflanzung
Die Zucht des Fiederbartwelses im Aquarium gelingt nur selten. In der Natur laichen Synodontis-Arten während der Regenzeit, wenn steigende Wasserstände die Fortpflanzung auslösen. Im Aquarium fehlen diese natürlichen Auslöser oft, was die Nachzucht erschwert.
Die Geschlechter sind schwer zu unterscheiden – Weibchen sind in der Regel etwas fülliger. Das Weibchen legt mehrere hundert Eier ab, die frei in die Strömung abgegeben oder an Oberflächen geheftet werden. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und müssen mit feinstem Futter aufgezogen werden. Die meisten im Handel erhältlichen Exemplare stammen aus kommerziellen Zuchtfarmen.
Haltung im Aquarium
Für den Fiederbartwels benötigst du ein Aquarium ab 200 Litern mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten aus Wurzeln, Steinen und Höhlen. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, da der Wels gerne im Substrat wühlt und sich an grobem Kies verletzen kann. Eine gedämpfte Beleuchtung und Schwimmpflanzen entsprechen seinem natürlichen Lebensraum.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22 und 26 °C liegen, der pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Der Fiederbartwels lässt sich gut mit friedlichen, nicht zu kleinen Beifischen vergesellschaften. Sehr kleine Fische könnten nachts als Beute betrachtet werden. Eine Haltung in kleinen Gruppen von 2–3 Tieren ist möglich, erfordert aber ein entsprechend großes Becken mit ausreichend Versteckmöglichkeiten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Fiederbartwels wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet weit verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Lokale Bedrohungen durch Überfischung und Lebensraumveränderungen sind in einigen Regionen vorhanden, stellen aber keine globale Gefährdung dar.
In der Aquaristik ist der Fiederbartwels seit Jahrzehnten etabliert und wird sowohl als Wildfang als auch zunehmend als Nachzucht angeboten. Die kommerzielle Zucht hat dazu beigetragen, den Wildfangdruck zu reduzieren.
Quellen
- FishBase: Synodontis eupterus – fishbase.se
- Seriously Fish: Synodontis eupterus – seriouslyfish.com
- IUCN Red List: Synodontis eupterus – iucnredlist.org
- Seegers, L. (2008): The Catfishes of Africa. Aqualog Verlag.
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
