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Filigranrasbora (Trigonostigma hengeli)

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Filigranrasbora (Trigonostigma hengeli)

Bildquelle: Gonzalo Jara / shutterstock.com

Zusammenfassung

Die Filigranrasbora ist ein winziger, aber wunderschöner Schwarmfisch aus den Torfmooren Borneos und Sumatras. Mit ihrem leuchtend orangefarbenen Fleck über dem dunklen Keilfleck und ihrem friedlichen Wesen ist sie eine ideale Bewohnerin für bepflanzte Nano- und Gesellschaftsaquarien.

Die Filigranrasbora ist ein winziger, aber wunderschöner Schwarmfisch aus den Torfmooren Borneos und Sumatras. Mit ihrem leuchtend orangefarbenen Fleck über dem dunklen Keilfleck und ihrem friedlichen Wesen ist sie eine ideale Bewohnerin für bepflanzte Nano- und Gesellschaftsaquarien.

Steckbrief: Filigranrasbora (Trigonostigma hengeli)
Wissenschaftlicher NameTrigonostigma hengeli
OrdnungKarpfenartige (Cypriniformes)
FamilieKarpfenfische (Cyprinidae)
GattungTrigonostigma
Größe2–3 cm
Gewicht0,5–1 g
Lebenserwartung3–5 Jahre
VerbreitungBorneo und Sumatra (Indonesien)
LebensraumSüßwasser – Torfmoore, Schwarzwasserbäche, Sumpfwälder
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 40 Liter
Temperatur23–28 °C
pH-Wert5.0–7.0
Wasserhärte1–10 °dGH

Beschreibung & Aussehen

Die Filigranrasbora wird nur 2–3 cm groß und gehört damit zu den kleinsten Vertretern ihrer Gattung. Sie besitzt den typischen, seitlich abgeflachten und leicht hochrückigen Körperbau der Keilfleckbärblinge. Die Grundfärbung ist transparent-silbrig mit einem zarten Rosastich.

Ihr auffälligstes Merkmal ist ein leuchtend orangefarbener bis kupferfarbener Streifen, der sich oberhalb des markanten dunklen Keilflecks entlang der Körperseite zieht. Dieser Keilfleck ist bei der Filigranrasbora schmaler und weniger ausgeprägt als beim verwandten Keilfleckbärbling (T. heteromorpha). Die Flossen sind transparent bis leicht gelblich. Die Geschlechter lassen sich anhand der Fülligkeit unterscheiden – Weibchen sind etwas rundlicher.

Verbreitung & Lebensraum

Die Filigranrasbora ist auf den Inseln Borneo und Sumatra in Indonesien beheimatet. Sie bewohnt dort Schwarzwasserbäche, Torfmoore und Sumpfwälder, die sich durch extrem weiches, saures und tanninreiches Wasser auszeichnen. Der pH-Wert in diesen Gewässern kann unter 4,0 liegen.

Die natürlichen Habitate sind oft stark mit Falllaub bedeckt, das dem Wasser eine charakteristische braune Tönung verleiht. Die Torfmoorwälder Borneos und Sumatras gehören zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen der Welt, was langfristig auch Auswirkungen auf die Wildpopulationen haben könnte.

Lebensweise & Verhalten

Die Filigranrasbora ist ein typischer Schwarmfisch, den du in Gruppen von mindestens 10 Exemplaren halten solltest. Im Schwarm fühlen sich die Tiere sicher und zeigen ihr natürliches Verhalten – einzeln gehaltene Exemplare sind scheu und verstecken sich häufig.

Die Tiere sind tagaktiv und halten sich bevorzugt im mittleren Wasserbereich auf, wo sie gemächlich durch die Pflanzendickichte schwimmen. Im Schwarm zeigen die Männchen ein faszinierendes Balzverhalten mit intensivierter Färbung und leichten Zitterbalz-Bewegungen vor den Weibchen. Die Filigranrasbora ist ausgesprochen friedlich und eignet sich hervorragend für Gemeinschaftsbecken mit anderen kleinen, ruhigen Arten.

Ernährung

Die Filigranrasbora frisst in der Natur winzige Insektenlarven, Zooplankton und Mikroorganismen. Im Aquarium nimmt sie feines Flockenfutter und Mikrogranulat bereitwillig an. Aufgrund ihres kleinen Mauls sollte das Futter entsprechend fein zerrieben oder in Mikrogröße angeboten werden.

Ergänze die Fütterung regelmäßig mit feinem Lebendfutter und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops und Mikrowürmern. Diese proteinreiche Kost fördert die Farbintensität und die allgemeine Vitalität. Füttere mehrmals täglich kleine Portionen, da die winzigen Fische nur wenig auf einmal aufnehmen können.

Fortpflanzung

Die Zucht der Filigranrasbora ist möglich, aber anspruchsvoll. Wie andere Keilfleckbärblinge laichen die Tiere bevorzugt an der Unterseite breitblättriger Pflanzen wie Cryptocorynen oder Anubien. Das Weibchen dreht sich beim Ablaichen auf den Rücken und heftet die Eier einzeln an die Blattunterseite.

Für eine erfolgreiche Zucht benötigst du sehr weiches, saures Wasser (pH unter 6,0, Leitfähigkeit unter 100 µS/cm). Die Eier sind winzig und schlüpfen nach etwa 24–36 Stunden. Die Jungfische sind extrem klein und müssen mit Infusorien aufgezogen werden. Ein separates Zuchtbecken ist empfehlenswert, da die Elterntiere Laichräuber sind.

Haltung im Aquarium

Ein Aquarium ab 40 Litern reicht für eine kleine Gruppe Filigranrasboren aus. Richte das Becken mit dunklem Bodengrund, dicht bepflanzten Bereichen und etwas Falllaub ein, um den natürlichen Lebensraum nachzuahmen. Schwimmpflanzen sorgen für das bevorzugte gedämpfte Licht.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 23 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,0 und 7,0 bei weichem Wasser. Die Filigranrasbora eignet sich hervorragend für Schwarzwasser-Aquarien mit Torffilterung oder Erlenzapfen. Ideale Beifische sind andere kleine Schwarzwasserbewohner wie Zwergbärblinge, Schokoladenguramis und kleine Panzerwelse.

Gefährdung & Schutzstatus

Die Filigranrasbora wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Dennoch ist ihr natürlicher Lebensraum – die Torfmoorwälder Südostasiens – durch Abholzung, Brandrodung für Palmölplantagen und Entwässerung massiv bedroht. Die Zerstörung dieser einzigartigen Ökosysteme könnte langfristig auch die Wildbestände gefährden.

In der Aquaristik wird die Art regelmäßig angeboten, sowohl als Wildfang als auch als Nachzucht. Bevorzuge nach Möglichkeit Nachzuchten, um den Wildfangdruck zu minimieren und den Erhalt der natürlichen Populationen zu unterstützen.

Quellen

  1. FishBase: Trigonostigma hengelifishbase.se
  2. Seriously Fish: Trigonostigma hengeliseriouslyfish.com
  3. Kottelat, M. & Widjanarti, E. (2005): The fishes of Danau Sentarum National Park. Raffles Bulletin of Zoology, Supplement 13, 139–173.
  4. IUCN Red List: Trigonostigma hengeliiucnredlist.org

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