Der Flaggenbuntbarsch ist einer der friedlichsten Zwergbuntbarsche aus Südamerika. Mit seinem schillernden Farbspiel aus Blau, Grün und Gold und seinem ruhigen Wesen eignet er sich hervorragend für bepflanzte Gesellschaftsaquarien und ist auch für Einsteiger in die Buntbarschhaltung geeignet.
| Wissenschaftlicher Name | Laetacara curviceps |
| Ordnung | Buntbarschartige (Cichliformes) |
| Familie | Buntbarsche (Cichlidae) |
| Gattung | Laetacara |
| Größe | 5–8 cm |
| Gewicht | 5–10 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Südamerika (Amazonasbecken, Guyana) |
| Lebensraum | Süßwasser – langsam fließende Bäche und Altarme im Amazonasgebiet |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 60 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| pH-Wert | 5.5–7.0 |
| Wasserhärte | 2–12 °dGH |
Beschreibung & Aussehen
Der Flaggenbuntbarsch erreicht eine Körperlänge von 5–8 cm und besitzt einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körperbau. Die Grundfärbung variiert von olivgrün bis golden mit einem auffälligen bläulichen bis türkisfarbenen Schimmer auf den Schuppen, der je nach Lichteinfall und Stimmung unterschiedlich intensiv erscheint.
Ein dunkler Seitenfleck in der Körpermitte und mehrere undeutliche Querbinden sind typische Erkennungsmerkmale. Die Flossen können rötliche bis orangefarbene Töne zeigen, besonders bei balzaktiven Männchen. Die Geschlechter sind bei adulten Tieren gut zu unterscheiden: Männchen werden etwas größer und zeigen intensivere Farben sowie leicht verlängerte Rücken- und Afterflossenspitzen.
Verbreitung & Lebensraum
Der Flaggenbuntbarsch ist im nördlichen Südamerika verbreitet, insbesondere im Amazonasbecken und in den Gewässern Guyanas. Er bewohnt langsam fließende Bäche, Altarme und überschwemmte Waldbereiche mit dichter Ufervegetation und viel Falllaub auf dem Boden.
Sein natürlicher Lebensraum zeichnet sich durch weiches, saures Wasser mit einer Tanninverfärbung aus. Der Bodengrund besteht meist aus Sand und einer dicken Schicht zerfallendem Pflanzenmaterial. Zwischen Wurzeln und versunkenem Holz findet der Flaggenbuntbarsch Versteckmöglichkeiten und Laichplätze.
Lebensweise & Verhalten
Der Flaggenbuntbarsch ist einer der friedlichsten Vertreter der Buntbarschfamilie. Er lebt bevorzugt als Paar und zeigt nur zur Brutzeit ein moderates Revierverhalten, das sich auf den unmittelbaren Bereich um den Laichplatz beschränkt. Gegenüber anderen Fischarten ist er in der Regel sehr tolerant.
Die Tiere sind tagaktiv und durchwühlen den Bodengrund regelmäßig nach Nahrung. Sie halten sich bevorzugt in der unteren Wasserhälfte auf und suchen zwischen Pflanzen und Wurzeln nach Fressbarem. Paare bilden oft eine dauerhafte Bindung und zeigen ein interessantes Sozialverhalten mit gegenseitiger Kommunikation über Körperhaltung und Farbwechsel.
Ernährung
Der Flaggenbuntbarsch ist ein Allesfresser, der eine abwechslungsreiche Kost zu schätzen weiß. Im Aquarium nimmt er bereitwillig feines Flockenfutter, Granulat und Futtertabletten an. Besonders gerne frisst er aber Lebend- und Frostfutter.
Artemia, Mückenlarven (schwarz und weiß), Daphnien und kleine Regenwürmer sorgen für eine optimale Nährstoffversorgung und fördern die Farbentwicklung. Er gründelt auch gerne im feinen Sandbodengrund und nimmt dabei Mikroorganismen und organische Partikel auf. Füttere abwechslungsreich in kleinen Portionen, um die besten Farben und eine gute Kondition zu erzielen.
Fortpflanzung
Die Zucht des Flaggenbuntbarschs gelingt im Aquarium regelmäßig und ist auch für Einsteiger machbar. Die Elternpaare bilden feste Bindungen und laichen bevorzugt auf flachen Steinen, Blättern oder anderen glatten Oberflächen. Beide Elternteile betreiben intensive Brutpflege.
Das Weibchen legt 100–200 kleine Eier ab, die vom Männchen befruchtet werden. Beide Eltern bewachen und befächeln das Gelege, bis die Larven nach 3–4 Tagen schlüpfen. Die Jungfische werden von beiden Eltern geführt und beschützt, was ein faszinierendes Schauspiel bietet. Die Aufzucht gelingt mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und feinem Staubfutter.
Haltung im Aquarium
Für ein Paar Flaggenbuntbarsche reicht ein Aquarium ab 60 Litern. Richte das Becken mit feinem Sandbodengrund, Wurzeln, flachen Steinen und einer dichten Bepflanzung ein. Schwimmpflanzen sorgen für das bevorzugte gedämpfte Licht und schaffen ein Gefühl von Sicherheit.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 28 °C liegen, der pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 bei weichem bis mittelhartem Wasser. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Salmlern, kleinen Bärblingen, Panzerwelsen und Otocinclus gelingt problemlos. Vermeide hektische oder zu große Beifische, die den ruhigen Buntbarsch stressen könnten.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Flaggenbuntbarsch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet weit verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Lokale Bedrohungen durch Lebensraumzerstörung im Amazonasgebiet sind vorhanden, betreffen die Art aber nicht in ihrem Gesamtbestand.
In der Aquaristik ist der Flaggenbuntbarsch gut etabliert und wird regelmäßig als Nachzucht angeboten. Die einfache Vermehrung im Aquarium macht Wildfänge weitgehend überflüssig.
Quellen
- FishBase: Laetacara curviceps – fishbase.se
- Seriously Fish: Laetacara curviceps – seriouslyfish.com
- Riehl, R. & Baensch, H. A. (2002): Aquarien Atlas. Mergus Verlag.
- Stawikowski, R. & Werner, U. (2004): Die Buntbarsche Amerikas. Band 1. Eugen Ulmer Verlag.
- IUCN Red List: Laetacara curviceps – iucnredlist.org
