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Fleckenlaubfrosch (Hyla versicolor)

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Fleckenlaubfrosch (Hyla versicolor)

Bildquelle: Michael Benard / shutterstock.com

Zusammenfassung

Der Fleckenlaubfrosch ist ein nordamerikanischer Baumfrosch, der seine Körperfarbe von Grau über Grün bis fast Weiß verändern kann. Als tetraploide Art besitzt er einen doppelten Chromosomensatz und ist die Schwesternart des diploid gebliebenen Cope's Gray Treefrog. Sein lauter, trillernder Ruf gehört zu den typischen Klängen der nordamerikanischen Sommernächte.

Der Fleckenlaubfrosch ist ein nordamerikanischer Baumfrosch, der seine Körperfarbe von Grau über Grün bis fast Weiß verändern kann. Als tetraploide Art besitzt er einen doppelten Chromosomensatz und ist die Schwesternart des diploid gebliebenen Cope's Gray Treefrog. Sein lauter, trillernder Ruf gehört zu den typischen Klängen der nordamerikanischen Sommernächte.

Steckbrief: Fleckenlaubfrosch (Hyla versicolor)
Wissenschaftlicher NameHyla versicolor
OrdnungFroschlurche (Anura)
FamilieHylidae
GattungHyla
Größe3–6 cm
Gewicht5–15 g
Lebenserwartung5–9 Jahre
VerbreitungÖstliches Nordamerika (Kanada bis Süd-USA)
LebensraumLaubwälder, Waldränder, Gärten, Obstgärten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN

Beschreibung & Aussehen

Der Fleckenlaubfrosch erreicht eine Körperlänge von 3–6 cm und ist damit ein mittelgroßer Baumfrosch. Seine Oberseite ist grau bis graugrün gefärbt mit unregelmäßigen dunkleren Flecken, die an eine Flechtenstruktur erinnern und ihm hervorragende Tarnung auf Baumrinde verleihen. Er kann seine Farbe aktiv verändern – von fast weißem Grau über verschiedene Grüntöne bis hin zu dunklem Braun.

Die Innenseiten der Oberschenkel zeigen ein auffälliges gelb-oranges Muster mit dunkler Netzzeichnung, das bei der Flucht aufblitzt und Fressfeinde verwirren soll (Schreckfärbung). Ein heller Fleck befindet sich unter jedem Auge. Die Finger und Zehen enden in großen Haftscheiben. Als tetraploide Art besitzt der Fleckenlaubfrosch größere Zellen als sein diploider Verwandter H. chrysoscelis, was sich in etwas gröberer Hauttextur äußert.

Verbreitung & Lebensraum

Der Fleckenlaubfrosch ist im östlichen Nordamerika weit verbreitet – von Südost-Kanada (Ontario, Quebec, Manitoba) über die gesamten östlichen USA bis nach Texas und Florida. Sein Verbreitungsgebiet überlappt großflächig mit dem der Geschwisterart H. chrysoscelis.

Die Art bevorzugt Laubwälder und Mischwälder, kommt aber auch in Gärten, Parks, Obstgärten und sogar in städtischen Gebieten vor. Zur Fortpflanzung sucht er eine Vielzahl stehender Gewässer auf, darunter Waldteiche, Pfützen, überflutete Gräben und selbst wassergefüllte Behälter. Außerhalb der Laichzeit lebt er arboreal in den Baumkronen.

Lebensweise & Verhalten

Der Fleckenlaubfrosch ist vorwiegend nachtaktiv und verbringt den Tag auf Baumrinde getarnt, wo er dank seiner flechtenartigen Musterung nahezu unsichtbar ist. Bei Feuchtigkeit und nach Regenfällen kann er auch tagsüber aktiv werden. Er ist ein geschickter Kletterer und bewegt sich sicher durch das Geäst der Laubbäume.

Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist seine Kältetoleranz: Der Fleckenlaubfrosch kann den Winter in Bodenstreu oder unter Baumrinde überstehen und dabei teilweise einfrieren. Er produziert Glycerol als körpereigenes Frostschutzmittel, das seine Zellen vor Eiskristallen schützt – eine Anpassung, die ihm das Überleben bei Temperaturen bis -6 °C ermöglicht.

Ernährung

Der Fleckenlaubfrosch ernährt sich von einer Vielzahl kleiner Wirbelloser, die er in den Baumkronen und am Boden erbeutet. Hauptbeute sind Motten, Fliegen, Käfer, Ameisen, Grillen und Spinnen. Er jagt bevorzugt nachts, wobei er sich an beleuchteten Fensterscheiben und Straßenlampen aufhält, die Insekten anziehen.

Die Kaulquappen ernähren sich von Algen und Detritus in den Laichgewässern. In der Terrarienhaltung fütterst du den Frosch mit Grillen, Fruchtfliegen, Wachsmotten und anderen kleinen Futterinsekten, die mit Kalziumpulver bestäubt werden.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von April bis August. Die Männchen rufen von Ästen und Schilfhalmen am Rand von Gewässern. Der Ruf ist ein melodischer, langsamer Triller, der sich deutlich vom schnelleren Triller der Geschwisterart H. chrysoscelis unterscheidet – tatsächlich ist der Ruf das zuverlässigste Merkmal zur Unterscheidung der beiden Arten im Feld.

Das Weibchen legt 1.000–2.000 Eier in kleinen Klumpen an der Wasseroberfläche ab, die an Vegetation befestigt werden. Die Kaulquappen schlüpfen nach 3–5 Tagen und benötigen etwa 45–65 Tage für die Metamorphose. Die Kaulquappen sind olivgrün mit einem leuchtend rot-orangefarbenen Schwanz. Die Geschlechtsreife wird nach 2 Jahren erreicht.

Haltung im Terrarium

Der Fleckenlaubfrosch eignet sich gut für die Terrarienhaltung. Ein hohes Terrarium ab 60 × 40 × 60 cm ist für eine kleine Gruppe geeignet. Die Einrichtung sollte Korkäste, Rindenstücke und Laubpflanzen als Klettermöglichkeiten umfassen. Ein flaches Wasserbecken am Boden ist wichtig.

Die Temperatur sollte tagsüber bei 22–26 °C liegen, nachts bei 16–20 °C. Eine Winterruhe bei 2–8 °C über 2–3 Monate ist für die Gesundheit wichtig und fördert die Zuchtbereitschaft. Die Art ist in Nordamerika häufig und wird auch in Europa gelegentlich als Nachzucht im Fachhandel angeboten. Gefüttert wird mit Grillen, kleinen Heuschrecken und Fruchtfliegen.

Gefährdung & Schutzstatus

Der Fleckenlaubfrosch wird von der IUCN als „Least Concern" eingestuft. Die Art ist weit verbreitet und anpassungsfähig, die Populationen gelten insgesamt als stabil. Er kommt auch in vorstädtischen Gebieten und Kulturlandschaften gut zurecht.

Lokale Rückgänge können durch Habitatverlust, Pestizideinsatz und den Chytridpilz verursacht werden. Die Entwässerung von Feuchtgebieten und die Beseitigung von Laichgewässern stellen die größten Bedrohungen dar. Als häufige und weit verbreitete Art profitiert der Fleckenlaubfrosch von allgemeinen Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt von Feuchtgebieten.

Quellen

  1. AmphibiaWeb: Hyla versicoloramphibiaweb.org
  2. IUCN Red List: Hyla versicoloriucnredlist.org
  3. Conant, R. & Collins, J. T. (1998): Reptiles and Amphibians: Eastern/Central North America. Houghton Mifflin.
  4. Storey, K. B. & Storey, J. M. (1988): Freeze tolerance in animals. Physiological Reviews, 68(1), 27–84.
  5. Pough, F. H. et al. (2015): Herpetology. 4th Edition. Sinauer Associates.

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