Der Fledermaus-Kaiserfisch ist ein imposanter Bewohner der Riffe des westlichen Indischen Ozeans und des Roten Meers. Mit seinem markanten gelben Halbmond auf dem blauen Körper ist er unverwechselbar und gehört zu den robustesten Großkaiserfischen in der Aquaristik.
| Wissenschaftlicher Name | Pomacanthus maculosus |
| Ordnung | Barschverwandte (Perciformes) |
| Familie | Kaiserfische (Pomacanthidae) |
| Gattung | Pomacanthus |
| Größe | 30–50 cm |
| Lebenserwartung | 15–25 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Indischer Ozean, Rotes Meer, Persischer Golf |
| Lebensraum | Korallenriffe, Felsriffe, 3–25 m Tiefe |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 1500 Liter |
| Temperatur | 24–28 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Fledermaus-Kaiserfisch erreicht eine stattliche Größe von 30–50 cm. Adulte Tiere zeigen eine tiefblaue bis blaugraue Grundfärbung mit einem markanten, großen gelben Fleck auf der hinteren Körperhälfte, der einem Halbmond oder einer Sichel ähnelt. Die Schwanzflosse ist gelb und die Rücken- und Afterflossen sind blau mit gelben Rändern.
Jungtiere sehen wie bei vielen Pomacanthus-Arten völlig anders aus: Sie sind dunkelblau mit weißen und hellblauen vertikalen Streifen. Der Farbwechsel zur Adultfärbung erfolgt schrittweise und erstreckt sich über mehrere Monate. Der gelbe Fleck erscheint zuerst als kleiner Punkt und breitet sich dann allmählich aus.
Verbreitung & Lebensraum
Der Fledermaus-Kaiserfisch kommt im westlichen Indischen Ozean vor, vom Roten Meer über den Persischen Golf bis nach Ostafrika und Madagaskar. Er bewohnt Korallenriffe und Felsriffe in Tiefen von 3–25 Metern und ist besonders im Roten Meer und Persischen Golf häufig.
Die Tiere sind an Temperaturschwankungen und leicht abweichende Salinitätswerte gut angepasst, was sie im Persischen Golf mit seinen extremen Bedingungen überleben lässt. Sie bevorzugen Bereiche mit reichlich Höhlen und Überhängen als Versteckmöglichkeiten.
Lebensweise & Verhalten
Der Fledermaus-Kaiserfisch ist ein reviergebundener Einzelgänger oder lebt paarweise. Er durchstreift tagsüber sein Revier auf der Suche nach Nahrung und verteidigt es gegen Artgenossen und andere Kaiserfische. Gegenüber nicht verwandten Arten ist er relativ tolerant.
Die Tiere sind neugierig und intelligent und lernen schnell, ihren Pfleger zu erkennen. Im Aquarium entwickeln sie oft eine enge Bindung zum Halter und kommen bei der Fütterung an die Frontscheibe. Ihr robustes Wesen macht sie zu einem der am einfachsten zu haltenden Großkaiserfische.
Der Farbwechsel von der Juvenil- zur Adultfärbung ist ein faszinierender Prozess, der im Aquarium gut beobachtet werden kann und sich über mehrere Monate erstreckt.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Fledermaus-Kaiserfisch von Schwämmen, Tunikaten, Algen und kleinen Wirbellosen. Er ist ein Allesfresser mit einer Vorliebe für sessile Wirbellose.
Im Aquarium ist er einer der unkompliziertesten Fresser unter den Großkaiserfischen. Er akzeptiert Frostfutter (Mysis, Artemia, Muschelfleisch), Nori-Algenblätter, spezielles Kaiserfisch-Futter, Granulat und Flockenfutter. Eine abwechslungsreiche, vitaminreiche Ernährung mit pflanzlichen und tierischen Anteilen hält den Fisch gesund und farbintensiv.
Fortpflanzung
Der Fledermaus-Kaiserfisch ist ein protogynischer Hermaphrodit. Die Balz findet in der Abenddämmerung statt, und das Paar steigt gemeinsam zur Wasseroberfläche auf, um Eier und Sperma abzugeben. Die pelagischen Eier treiben im freien Wasser.
Die Aufzucht im Aquarium ist bisher nicht zuverlässig gelungen. In großen Aquarien kann gelegentlich Balzverhalten beobachtet werden. Die Larven durchlaufen eine mehrwöchige Planktonphase in der Natur, bevor sie sich am Riff niederlassen.
Haltung im Aquarium
Der Fledermaus-Kaiserfisch benötigt ein großes Aquarium ab 1000 Litern mit ausreichend Schwimmraum und Versteckmöglichkeiten. Er gilt als einer der robustesten und anpassungsfähigsten Großkaiserfische und eignet sich daher auch für Halter, die erste Erfahrungen mit Großkaiserfischen sammeln möchten.
Die Wassertemperatur sollte bei 24–28 °C liegen, die Salinität bei 1,023–1,026. Der Fisch toleriert leichte Schwankungen der Wasserwerte besser als viele andere Kaiserfische. Beachte, dass er Korallen und Wirbellose fressen kann – ein FOWLR-Becken (Fish Only With Live Rock) ist daher oft die bessere Wahl als ein Riffaquarium.
Die Vergesellschaftung mit anderen großen, robusten Meerwasserfischen ist möglich. Vermeide die Haltung mit anderen Kaiserfischen der gleichen Gattung. Mit Drückerfischen, Doktorfischen und großen Lippfischen harmoniert er in der Regel gut. Bedenke die Langlebigkeit von 15–25 Jahren bei der Anschaffung.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Fledermaus-Kaiserfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Er ist im westlichen Indischen Ozean und im Roten Meer häufig und die Bestände sind stabil. Die Art kommt in mehreren Meeresschutzgebieten vor.
Für die Aquaristik werden die Tiere als Wildfänge gehandelt, überwiegend aus dem Roten Meer und dem Indischen Ozean. Bevorzuge kleinere Jungtiere, die sich besser an die Aquarienhaltung anpassen. Nachzuchten sind im Handel nicht verfügbar.
Quellen
- FishBase: Pomacanthus maculosus – fishbase.se
- IUCN Red List: Pomacanthus maculosus – iucnredlist.org
- Allen, G. R., Steene, R. & Allen, M. (1998): A Guide to Angelfishes and Butterflyfishes. Odyssey Publishing.
- Debelius, H. & Kuiter, R. H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Randall, J. E. (1983): Red Sea Reef Fishes. Immel Publishing.
