Der Fransenlippfisch ist ein farbenprächtiger Riffbewohner aus dem westlichen Pazifik. Männchen beeindrucken mit leuchtend blauen, violetten und roten Farbtönen, die während des Balzrituals besonders intensiv zur Geltung kommen. Diese relativ friedliche Art eignet sich gut für Riffaquarien mit erfahrenen Pflegern.
| Wissenschaftlicher Name | Cirrhilabrus cyanopleura |
| Ordnung | Barschartige (Perciformes) |
| Familie | Lippfische (Labridae) |
| Gattung | Cirrhilabrus |
| Größe | 8–12 cm |
| Gewicht | 10–25 g |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre |
| Verbreitung | Westlicher Pazifik (Indonesien, Philippinen, Japan, Palau) |
| Lebensraum | Korallenriffe, Riffhänge mit Geröll und Schutt |
| Schutzstatus | Nicht gefährdet (LC) – IUCN |
| Aquarium | ab 300 Liter |
| Temperatur | 24–27 °C |
| Salinität | 1,023–1,026 |
Beschreibung & Aussehen
Der Fransenlippfisch erreicht eine Größe von 8 bis 12 cm und gehört damit zu den kleineren Vertretern der Lippfische. Männchen zeigen eine spektakuläre Färbung mit einer blauen bis violetten Grundfarbe an den Flanken, einem rötlichen Rücken und oft gelblichen oder orangefarbenen Akzenten. Die Flossen sind verlängert und farblich abgesetzt, was dem Fisch sein namensgebendes fransiges Erscheinungsbild verleiht.
Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt und zeigen eine bräunlich-rote Grundfärbung mit einem hellen Bauch. Wie bei vielen Lippfischen handelt es sich um einen protogynischen Hermaphroditen – alle Tiere werden als Weibchen geboren und das dominante Tier einer Gruppe kann sich zum Männchen umwandeln. Während der Balz intensivieren Männchen ihre Farben dramatisch und führen beeindruckende Schwimmvorführungen auf.
Verbreitung & Lebensraum
Der Fransenlippfisch ist im westlichen Pazifik verbreitet und kommt von Indonesien über die Philippinen bis nach Japan und Palau vor. Er bewohnt Korallenriffe in Tiefen von 3 bis 40 Metern und bevorzugt dabei Bereiche mit einer Mischung aus lebendem Riff und Geröllzonen.
In seinem natürlichen Lebensraum lebt Cirrhilabrus cyanopleura in kleinen Gruppen, die aus einem dominanten Männchen und mehreren Weibchen bestehen. Die Tiere halten sich bevorzugt in der Nähe von Riffkanten und Hängen auf, wo sie in der Strömung nach Plankton jagen. Bei Gefahr ziehen sie sich schnell in Spalten und Löcher im Riffgestein zurück.
Lebensweise & Verhalten
Fransenlippfische sind tagaktive Schwimmer, die sich bevorzugt im mittleren und oberen Wasserbereich aufhalten. Sie leben in haremartigen Gruppen, wobei das Männchen sein Revier und seine Weibchen gegen Rivalen verteidigt. Die Balz findet in der Regel am späten Nachmittag statt und ist ein faszinierendes Schauspiel intensiver Farben und schneller Schwimmbewegungen.
Nachts ziehen sich die Tiere in den Bodengrund oder in Riffspalten zurück und spinnen einen Schleimkokon um sich, der sie vor Parasiten und Fressfeinden schützt. Gegenüber anderen Fischarten sind Fransenlippfische in der Regel friedlich, allerdings können Männchen untereinander territorial werden. In einem ausreichend großen Aquarium ist die Haltung eines Männchens mit mehreren Weibchen ideal.
Ernährung
In der Natur ernährt sich der Fransenlippfisch hauptsächlich von Zooplankton, das er in der Wasserströmung über dem Riff fängt. Er ist ein aktiver Jäger, der kleine Krebstiere, Copepoden und andere planktonische Organismen aus der Wassersäule pickt.
Im Aquarium akzeptiert er nach einer Eingewöhnungsphase eine Vielzahl von Futtermitteln. Frostfutter wie Mysis, Artemia und Cyclops bilden die Grundlage der Ernährung. Auch feines Flockenfutter und Granulat werden meist angenommen. Du solltest mehrmals täglich kleine Portionen füttern, da der Fransenlippfisch einen schnellen Stoffwechsel hat und bei unzureichender Fütterung schnell abmagern kann.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung erfolgt als Freilaicher in der offenen Wassersäule. Das Männchen balzt intensiv um die Weibchen und führt dabei spektakuläre Schwimmmanöver mit aufgestellten Flossen und maximaler Farbintensität vor. Bei der Eiabgabe steigen Männchen und Weibchen gemeinsam in der Wassersäule auf und geben Eier und Spermien gleichzeitig ab.
Die winzigen, pelagischen Eier treiben im Freiwasser und schlüpfen nach etwa 24 Stunden. Die Aufzucht der Larven ist im Aquarium extrem schwierig und bisher nur selten gelungen. Die Larven benötigen Kleinstfutter wie Rädertierchen und später Artemia-Nauplien. In der Natur ist die Sterblichkeitsrate der Larven sehr hoch, was durch die große Anzahl an Eiern kompensiert wird.
Haltung im Aquarium
Für die Haltung des Fransenlippfischs empfiehlt sich ein Riffaquarium mit mindestens 300 Litern Volumen. Das Becken sollte gut strukturiert sein mit lebenden Steinen, die Versteckmöglichkeiten und natürliche Riffstrukturen bieten. Ein lockerer Sandboden ist wichtig, da sich die Tiere nachts darin eingraben können.
Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert zwischen 8,0 und 8,4 bei einer Salinität von 1,023–1,026. Eine gute Strömung ist wichtig, da die Tiere in der Natur an strömungsreiche Riffkanten angepasst sind. Der Fransenlippfisch ist riffkompatibel und geht nicht an Korallen oder andere Wirbellose.
Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Riffbewohnern ist problemlos möglich. Vermeide die Haltung mit aggressiven Fischarten oder anderen Lippfischen ähnlicher Größe und Färbung. Idealerweise hältst du ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen. Eine gut sitzende Abdeckung ist unerlässlich, da Fransenlippfische zu den Springern gehören.
Gefährdung & Schutzstatus
Der Fransenlippfisch wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist in ihrem Verbreitungsgebiet weit verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Allerdings kann der Fang für den Aquarienhandel lokal Druck auf die Populationen ausüben.
Beim Kauf solltest du auf Nachzuchten achten, sofern verfügbar. Wildfänge sollten nur von seriösen Händlern bezogen werden, die auf nachhaltige Fangmethoden setzen. Der Erhalt der Korallenriffe im westlichen Pazifik ist für den langfristigen Schutz dieser Art von entscheidender Bedeutung.
Quellen
- FishBase: Cirrhilabrus cyanopleura – fishbase.se
- IUCN Red List: Cirrhilabrus cyanopleura – iucnredlist.org
- Kuiter, R.H. (2010): Labridae Fishes: Wrasses. Aquatic Photographics.
- Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
- Meerwasser-Lexikon: Cirrhilabrus cyanopleura – meerwasser-lexikon.de
