Fische (Salzwasser)

Fuchsgesicht (Siganus vulpinus)

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Fuchsgesicht (Siganus vulpinus)

Bildquelle: smutan / shutterstock.com

Zusammenfassung

Das Fuchsgesicht ist ein leuchtend gelber Riffbewohner mit einer markanten schwarz-weißen Gesichtsmaske. Als hervorragender Algenfresser ist es einer der beliebtesten Meerwasserfische in der Aquaristik. Die giftigen Rückenflossenstacheln erfordern jedoch vorsichtiges Hantieren.

Das Fuchsgesicht ist ein leuchtend gelber Riffbewohner mit einer markanten schwarz-weißen Gesichtsmaske. Als hervorragender Algenfresser ist es einer der beliebtesten Meerwasserfische in der Aquaristik. Die giftigen Rückenflossenstacheln erfordern jedoch vorsichtiges Hantieren.

Steckbrief: Fuchsgesicht (Siganus vulpinus)
Wissenschaftlicher NameSiganus vulpinus
OrdnungBarschartige (Perciformes)
FamilieKaninchenfische (Siganidae)
GattungSiganus
Größe20–25 cm
Gewicht150–400 g
Lebenserwartung8–12 Jahre
VerbreitungWestlicher Pazifik (Philippinen, Indonesien, Papua-Neuguinea, Salomonen)
LebensraumKorallenriffe, Lagunen, Riffkanten
SchutzstatusNicht gefährdet (LC) – IUCN
Aquariumab 500 Liter
Temperatur24–27 °C
Salinität1,023–1,026

Beschreibung & Aussehen

Das Fuchsgesicht erreicht eine Länge von 20 bis 25 cm und hat einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die namensgebende Gesichtszeichnung besteht aus einem markanten Muster aus schwarzen und weißen Streifen, das an die Maske eines Fuchses erinnert. Der Körper ist leuchtend gelb gefärbt, wobei die Intensität je nach Stimmung und Tageszeit variieren kann.

Die Rückenflosse trägt 13 kräftige, giftige Stacheln, die bei Bedrohung aufgestellt werden und schmerzhafte Stiche verursachen können. Das Gift ist zwar nicht lebensbedrohlich für Menschen, verursacht aber starke Schmerzen, Schwellungen und gelegentlich allergische Reaktionen. Nachts oder bei Stress kann das Fuchsgesicht seine Färbung drastisch verändern und dunkle Flecken und Streifen entwickeln – ein Verhalten, das Anfänger oft beunruhigt, aber völlig normal ist.

Verbreitung & Lebensraum

Das Fuchsgesicht ist im westlichen Pazifik beheimatet und kommt von den Philippinen über Indonesien bis nach Papua-Neuguinea, den Salomonen und den Karolinen vor. Es bewohnt Korallenriffe, Lagunen und Riffkanten in Tiefen von 1 bis 30 Metern.

In seinem natürlichen Lebensraum lebt Siganus vulpinus paarweise oder in kleinen Gruppen zwischen Korallen und Felsspalten. Die Art bevorzugt Bereiche mit reichem Algenwachstum, das ihre Hauptnahrungsquelle darstellt. Juvenile Tiere werden häufig in geschützten Lagunen und Mangrovenbereichen angetroffen, wo sie in Schwärmen aufwachsen.

Lebensweise & Verhalten

Fuchsgesichter sind tagaktive Fische, die den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche verbringen. Sie grasen systematisch Algenbewuchs von Riffstrukturen ab und gehören damit zu den wichtigen Algenregulierern im Riffökosystem. In der Natur bilden sie oft Paare, die ein Leben lang zusammenbleiben können.

Das Fuchsgesicht zeigt ein interessantes Verteidigungsverhalten: Bei Bedrohung stellt es seine giftigen Rückenflossenstacheln auf und wendet sich dem Angreifer zu. Nachts suchen die Tiere geschützte Plätze zwischen Korallen auf und verändern ihre Färbung zu einem gedämpften, gefleckten Muster, das der Tarnung dient. Im Aquarium gewöhnen sich Fuchsgesichter schnell an ihren Pfleger und werden oft erstaunlich zutraulich.

Ernährung

Das Fuchsgesicht ist ein überwiegend herbivorer Fisch, der sich in der Natur hauptsächlich von verschiedenen Algenarten ernährt. Es frisst sowohl Fadenalgen als auch Makroalgen und ist damit einer der effektivsten Algenfresser im Meerwasseraquarium. Auch Cyanobakterien werden von manchen Exemplaren akzeptiert.

Im Aquarium solltest du eine abwechslungsreiche, überwiegend pflanzliche Ernährung anbieten. Nori-Algenblätter, Spirulina-Flocken und spezielles Algenfutter bilden die Grundlage. Ergänzend werden auch Frostfutter wie Mysis und Artemia sowie hochwertiges Granulatfutter angenommen. Mehrmaliges Füttern am Tag ist empfehlenswert, da der Fisch einen kontinuierlichen Nahrungsbedarf hat.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung des Fuchsgesichts in Gefangenschaft ist bisher nur selten dokumentiert worden. In der Natur laichen Kaninchenfische typischerweise paarweise oder in kleinen Gruppen während bestimmter Mondphasen. Die Eier werden als Schwarm ins freie Wasser abgegeben, wo sie pelagisch treiben.

Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und durchlaufen eine planktonische Phase, bevor sie sich als Jungfische in geschützten Lagunen ansiedeln. Eine gezielte Zucht im Aquarium ist extrem schwierig und bisher kaum gelungen. Im Handel sind daher fast ausschließlich Wildfänge erhältlich.

Haltung im Aquarium

Für die Haltung des Fuchsgesichts ist ein Aquarium ab 500 Litern erforderlich. Das Becken sollte reichlich Schwimmraum sowie Versteckmöglichkeiten zwischen Lebendgestein bieten. Eine gute Beleuchtung fördert das Algenwachstum, das dem Fisch als natürliche Nahrungsquelle dient.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24 und 27 °C liegen, der pH-Wert zwischen 8,0 und 8,4 bei einer Salinität von 1,023–1,026. Das Fuchsgesicht ist grundsätzlich riffkompatibel, kann aber bei Hungerstress gelegentlich an LPS-Korallen oder Zoanthus knabbern. Es ist ein ausgezeichneter Algenfresser und hilft, unerwünschten Algenbewuchs im Becken zu kontrollieren.

Sei beim Hantieren im Aquarium vorsichtig – die giftigen Rückenflossenstacheln können schmerzhafte Stiche verursachen. Die Vergesellschaftung mit den meisten friedlichen Riffbewohnern ist problemlos möglich. Das Fuchsgesicht kann sogar aggressive Mitbewohner durch seine Giftigkeit in Schach halten.

Gefährdung & Schutzstatus

Das Fuchsgesicht wird von der IUCN als „Least Concern" (nicht gefährdet) eingestuft. Die Art ist im westlichen Pazifik weit verbreitet und die Bestände gelten als stabil. Sie wird sowohl für den Aquarienhandel als auch lokal als Speisefisch gefangen.

Für die Aquaristik werden die Tiere überwiegend als Wildfänge aus den Philippinen und Indonesien importiert. Nachzuchten sind bisher kaum verfügbar. Achte beim Kauf auf gesunde Tiere mit intakter Färbung und aktivem Verhalten. Der Schutz der Korallenriffe in Südostasien ist für den Erhalt dieser beliebten Art wichtig.

Quellen

  1. FishBase: Siganus vulpinusfishbase.se
  2. IUCN Red List: Siganus vulpinusiucnredlist.org
  3. Debelius, H. & Kuiter, R.H. (2007): Atlas der Meeresfische. Kosmos Verlag.
  4. Fossa, S.A. & Nilsen, A.J. (2000): Das Korallenriff-Aquarium. Schmettkamp Verlag.
  5. Meerwasser-Lexikon: Siganus vulpinus – meerwasser-lexikon.de

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